Mehr als 350 anti-israelische Vorfälle an US-Campussen

Israelhass ist weiterhin ein großes Problem an US-Campussen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der „Anti Defamation League“. Programme, um dem Hass entgegenzuwirken, sollen daher ausgeweitet werden.
Von Israelnetz
BDS

Foto: Alex Chis | CC BY-SA 2.0 Generic

Demonstranten bei einer BDS-Kundgebung (Archivbild)

WASHINGTON (inn) – Im akademischen Jahr 2021 bis 2022 gab es in den USA mehr als 350 anti-israelische Vorfälle an Campussen. Zu diesem Ergebnis kommt die „Anti Defamation League“ (ADL) in ihrem jährlichen Campus-Bericht, der am 12. Oktober veröffentlicht wurde.

In dem Bericht wurden ein körperlicher Angriff, elf Fälle von Vandalismus und 19 Fälle von Belästigung dokumentiert. Hinzu kommen 143 Veranstaltungen und 165 weitere Aktionen, die die ADL als antizionistisch oder israelfeindlich bewertet. Zudem listen die Verfasser 20 Resolutionen und Referenden der israelfeindlichen Boykottbewegung BDS auf.

„Die antisemitische Hetze gegen israelfreundliche Studenten ist zutiefst beunruhigend und führt dazu, dass sich unsere Hochschulen und Universitäten für jüdische Studenten weniger sicher anfühlen”, wird der Geschäftsführer der ADL, Jonathan Greenblatt, in einer Pressemitteilung zitiert. Die Universitäten müssten lernen, Antisemitismus zu erkennen und „angemessen darauf zu reagieren“.

Nach Angaben der ADL floss in den Bericht keine „routinemäßige Kritik an Israels Politik“ ein, sondern ausschließlich israelfeindliche Ansichten. Viele der Vorfälle waren „in der Absicht oder ihrer Wirkung antisemitisch“, heißt es im Bericht. „Andere Vorfälle sind zwar nicht antisemitisch, können aber in ihrer Gesamtheit zu einem feindlicheren Umfeld für jüdische Studenten beitragen.“ Daher, sagt Greenblatt, müssten die Universitäten lernen, Antisemitismus zu erkennen „und angemessen darauf reagieren“.

Gegen Antisemitismus

Als Reaktion auf die hohe Zahl israelfeindlicher Vorfälle will die ADL ihr Präventionsprogramm „Think. Plan. Act.“ (Denken. Planen. Handeln) erweitern. Mit dessen Hilfe soll über israelfeindliche Vorurteile informiert und Anleitung gegeben werden, wie diesen zu begegnen ist. „Es ist wichtig, dass jüdische Studenten und ihre Familien wissen, dass sie nicht allein sind“, erklärt Greenblatt.

„Die ADL ist sehr daran interessiert, mit Interessenvertretern zusammenzuarbeiten und unser Fachwissen zu nutzen, um Antisemitismus auf dem Campus einzudämmen“, sagt Greenblatt. „Es ist wichtig, dass jüdische Studierende und ihre Familien wissen, dass sie nicht allein sind.“ Dafür plant die ADL gemeinsam mit der jüdischen Studentenorganisation „Hillel International“ die Einführung eines speziell für Studenten entwickeltes digitales Schulungsmodul zum Thema Antisemitismus. (mas)

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6 Antworten

  1. Das Foto passt aber nicht zur Textüberschrift, denn die Forderung nach einem Ende der Apartheid liegt im ureigensten Interesse Israels, wenn es nicht das gleiche Schicksal erleben will, wie einst das vermeintlich “ewige” Apartheidsregime Südafrikas. Übrigens: wer seinerzeit für ein Ende dieses Regimes war, war dies nicht, weil er gegen die Südafrikaner war, egal, ob schwarz oder weiss.
    Zur Erinnerung an all diejenigen, die jetzt schon wieder Schaum vor den Mund bekommen: 2010 sagte der ehemalige israelische Ministerpräsident Ehud Barak:”As long as in this territory west of the Jordan river there is only one political entity called Israel, it is going to be either non-jewish, or non-democratic. If this bloc of millions of Palestinians cannot vote, that will be an apartheid state.”

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    1. Betty Mc Collum die den US -Bundesstaat Minnesota im US-Repräsentantenhaus vertritt, schrieb auf ihrer Website mccollum.house.gov.folgendes

      “Defending the Human Rights of Palestinian Children and Families Living Under Israeli Military Occupation Act (H.R. 2590) to prohibit Israel from using U.S. taxpayer dollars on the military detention, abuse, or ill-treatment of Palestinian children in Israeli military detention; to support the seizure and destruction of Palestinian property and homes in violation of international humanitarian law; or on any support or assistance for Israel’s unilateral annexation of Palestinian territory in violation of international humanitarian law

      Millions of Palestinians have lived their entire lives under the systemic oppression of Israel’s military occupation.

      Israel is a U.S. ally and for the past 25 years, Congress has focused on providing Israel security funding while passing resolutions supporting a two-state solution. During this time, Israel has been strategically expanding settlements, committing flagrant violations of human rights against Palestinian children and families, and aggressively undermining any prospects for a Palestinian state.

      U.S. assistance intended for Israel’s security should foster peace and must never be used to violate the human rights of children, demolish the homes of Palestinian families, or to permanently annex Palestinian lands.

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    2. Ehud Barak sagte auch folgendes in einem Fernsehinterview 1998
      “If I was [a Palestinian] at the right age, at some stage I would have entered one of the terror organizations and have fought from there, and later certainly have tried to influence from within the political system”.

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  2. Es gibt sie nicht, ihre viel beschworene Apartheid. Außer in manchen Gegenden: Tempelberg: Juden unerwünscht. Hebron: Juden unerwünscht. Ramallah: Juden unerwünscht.

    Tel Aviv: Araber zulässig. Jerusalem: Araber erlaubt. Rest von Israel: Araber erlaubt.

    Möchten Sie sich dazu äußern, Herr Luley?

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    1. ‘Apartheid Israel’ is a toxic lie intended to destroy the Jewish state ( Rich Lowry ; NEW YORK POST )

      Israel is a democracy that affords its Arab citizens full rights. They vote in elections, and Arab parties sit in Knesset, the parliament. These parties obviously have a profoundly different worldview than the Zionist parties, which has been a barrier preventing cooperation between them. But this year, in a first, Arab parties were part the negotiations over forming a new government before they broke down.

      Arab Israelis are full participants in Israeli society. There are Arab justices on the Supreme Court. About 20 percent of doctors in Israel and about half of pharmacists are Arab. Roughly 17 percent of students seeking an undergraduate degree are Arab, a number that has roughly doubled over the last decade.

      As Steve Kramer of The Times of Israel puts it, “they arguably are the most free Arabs in the Middle East.”

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  3. Leider gibt es auch in Deutschland, wo es ja die Möglichkeit gibt, sich umfassend und nicht nur in der eigenen Blase zu informieren, viele Menschen, die den Begriff Apartheid unreflektiert übernehmen und verwenden.
    Genauso wie die Forderung nach einer Zwei-Staaten-Lösung. Eine Zwei-Staaten-Lösung würde ja voraussetzen, das die gewaltsam herrschenden Terrorgruppen -und die großen Teile der Bevölkerung, welche die Hamas unterstützen- in Gaza und dem von Abbas regierten Teilen des Landes Israel als Staat und Volk anerkennen und sie nicht mehr ins Meer treiben, also auslöschen wollen.
    Wunschträume sind das eine, die Realität das andere.
    Leider gibt es auch in allen demokratischen Staaten Ungleichbehandlung von Menschen oder Menschengruppen. Wenn die UN endlich mit ihrer unrealistischen Flüchtlingspolitik im Bezug auf die Palästinenser aufhören würde, wäre ein Anfang gemacht. Meine Familie flüchtete 1944 aus dem heutigen Polen. Bin ICH deshalb Flüchtling?Wenn die EU nur noch Schulbücher für die palästinensischen Kinder finanzieren würde, in denen neben der Geschichte auch die Realität abgebildet wird, ein weiterer Schritt.
    Ich habe mein politisches Bewusstsein mit der Unterstützung des ANC und Nelson Mandelas in den 1970 und 1980 Jahren entwickelt. Wer den Begriff Apartheid verwendet, sollte sich erst einmal mit den Realitäten in Südafrika in dieser Zeit beschäftigen.
    Ungleichbehandlung zu verringern und die Würde aller Menschen zu gewährleisten muss erstes Ziel jeder Demokratie sein.

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