Magnetische Felder bestätigen Invasionen im biblischen Israel

Israelische Forscher können mittels geomagnetischer Felder Archäologie betreiben. Die neuen Erkenntnisse zeigen: Einige biblische Feldzüge sind bereits richtig datiert.
Von Israelnetz
Mittels Magnetfeldern lässt sich Archäologie betreiben

Foto: Universität Tel Aviv

Neben diversen Funden helfen Magnetfelder bei der Rekonstruktion der Geschichte

TEL AVIV / JERUSALEM (inn) – Wissenschaftler bestätigen durch neuste Forschung einige biblische Berichte über die ägyptischen, aramäischen, assyrischen und babylonischen Feldzüge gegen Israel und Juda. Durch geomagnetische Felder können die Forscher der Universität Tel Aviv und der Hebräischen Universität Jerusalem die Zerstörungsgeschichten in Israel rekonstruieren.

Aus vorhandenen Funden konnten die Forscher ein zuverlässiges wissenschaftliches Werkzeug für die archäologische Datierung entwickeln. Die Richtung beziehungsweise die Intensität der Magnetfelder geben aus bereits verbrannten Überresten Aufschluss über zeitliche Abfolgen, so berichtet es die Zeitung „Jerusalem Post“.

König Hasael für Zerstörung mehrerer Städte verantwortlich

Nach der aufwendigen Untersuchung der israelischen Funde weisen die Ergebnisse darauf hin, dass der König von Aram-Damaskus, Hasael, verantwortlich für die Zerstörung mehrerer Städte war. Seine Armee zerstörte und verbrannte die Städte Tel Rechov, Tel Sajit und Horvat Tevet. Hinzu kommt die Invasion der Stadt Gath. Die Stadt der Philister zerstörte Hasael nach Datierung der Wissenschaftler um 830 vor Christus.

Bislang machten Historiker Hasael auch für den Untergang der Stadt Beit Schean verantwortlich. Diese These widerlegen allerdings die magnetischen Felder. Dort analysierten die Forscher ein wesentlich anderes Magnetfeld als bei den bisherigen von Hasael zerstörten Gegenden. Stattdessen sei der Untergang von Beit Schean etwa 100 Jahre früher gewesen, als weitere Städte in der Umgebung dem Erdboden gleich gemacht wurden.

Laut den Forschungsergebnissen ist das Königreich Juda außerdem nicht allein durch die Babylonier gefallen. „Während Jerusalem und Grenzstädte von Judäa aufhörten zu existieren, blieben andere Städte im Negev und im südlichen Judäa unberührt”, erklärte der beteiligte Wissenschaftler Eres Ben-Josef.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit zerstörten die Edomiter im Laufe der folgenden Jahrzehnte die bisher unversehrten Gebiete. Vermutet wird, dass in der Bibel den Edomitern deshalb Hass entgegengebracht wird, weil sie für einen Teil der Zerstörung mitverantwortlich waren.

Begeisterung für Magnetfeld-Technologie

Die israelische Erforschung der Magnetfelder zu biblischen Invasionen wird vom Team als „wissenschaftlicher Durchbruch“ bezeichnet. „Das neue Datierungstool ist einzigartig“, sagt der Tel Aviver Wissenschaftler Oded Lipschits. „Durch die Kombination präziser historischer Informationen mit fortschrittlicher und umfassender archäologischer Forschung konnten wir mithilfe der magnetischen Technologie eine historisch verankerte Chronologie stützen.“

Der Jerusalemer Wissenschaftler Ron Scha’ar sagte: „Unser Standort Israel ist für die archäomagnetische Forschung einzigartig.“ Aufgrund der Fülle gut datierter archäologischer Funde eigne sich die Forschung mit der Magnetfeld-Technologie sehr. Künftig wollen die Israelis noch weitere Funde zeitlich einordnen und prüfen, ob bisherige Annahmen zutreffen. (joh)

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