Lapid: Israel hält an Status quo fest

Israel versichert, die Bestimmungen am Tempelberg einzuhalten. Die Unruhen gehen indes weiter. Die Blicke richten sich auch auf bevorstehende orthodoxe Osterfest.
Von Israelnetz
Betonte in Abu Dhabi Israels Friedenswillen: Außenminister Lapid

Foto: GPO/Shlomi Amsalen

Der israelische Außenminister Lapid fordert von den Palästinensern, gegen Extremisten in ihren Reihen vorzugehen (Archivbild)

JERUSALEM (inn) – Der israelische Außenminister Jair Lapid hat am Donnerstag betont, dass es keine Änderung am Status quo für den Tempelberg geben wird. „Wir haben keine Absicht, eine Änderung gleich welcher Art vorzunehmen“, schrieb er auf Twitter. Gegenüber Journalisten erklärte er genauer, dies gelte auch für das Gebetsverbot von Nicht-Muslimen.

Lapid betonte weiter, in den ersten beiden Wochen des Fastenmonats Ramadan hätten Muslime in der Al-Aqsa-Moschee beten können. „Die einzigen Menschen, die sie gestört haben, sind Extremisten und Unterstützer der (Terror-Organisation) Hamas.“ Die Polizei sei eingeschritten, um diese Störungen zu unterbinden.

Lapid rief die Palästinenser auf, gegen Extremisten in ihren Reihen vorzugehen. Israel habe dies „erst gestern“ ebenfalls getan. Damit spielte der Chef der Partei Jesch Atid wohl auf das Verbot des „Flaggenmarsches“ an.

Emirate loben Maßnahmen

Unterdessen haben mehrere arabische Akteure ein Ende der Spannungen gefordert. Der Außenminister der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Abdullah Bin Sajed al-Nahjan, begrüßte in einem Telefonat mit Lapid am Donnerstag das Verbot des Flaggenmarsches. Als gelungene Maßnahme betrachtet er auch das von Israel ausgegebene Tempelberg-Besuchsverbot für Nicht-Muslime in den letzten Tagen des Ramadans. Der Fastenmonat endet am 1. Mai.

In dem Telefonat wünschte er seinem Gesprächspartner ein frohes Pessach und bekundete seine Hoffnung auf eine Ausweitung der Zusammenarbeit in allen Bereichen, „um Frieden und Stabilität in der Region zu stärken“.

Arabische Liga: Weltfrieden gefährdet

Weniger optimistisch gaben sich Vertreter der Arabischen Liga. Nach einem Treffen des Ministerausschusses am Donnerstag in Amman sagte der jordanische Außenminister Ajman al-Safadi (parteilos), dass Israel das Gebet von Nicht-Muslimen unterbinden müsse. Zuvor waren entsprechend Vorwürfe laut geworden. „Unsere Forderungen sind klar: Die Al-Aqsa-Moschee und der Haram al-Scharif in seiner gesamten Fläche sind einzig für Muslime ein Ort der Anbetung“, sagte al-Safadi laut der Nachrichtenagentur „Reuters“. Haram al-Scharif ist die arabische Bezeichnung für das Areal und meint „ehrwürdiges Heiligtum“.

Der Ministerausschuss erklärte in einer Stellungnahme, dass diese „Verstöße“ eine Provokation für Muslime darstellten. „Sie riskieren einen Gewaltkreislauf, der die Sicherheit und Stabilität in der Region und in der Welt gefährden.“

Autonomiebehörde: „Strafmaßnahmen“ gegen Christen hätten Folgen

Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) drohte indes einmal mehr damit, die Zusammenarbeit mit Israel aufzukündigen. Präsident Mahmud Abbas (Fatah) forderte am Donnerstag bei einem Treffen mit einer amerikanischen Delegation in Ramallah ein „sofortiges Ende der israelischen Angriffe“.

Eine weitere Quelle der Spannung ist die christliche Feuerzeremonie in der Grabeskirche am Samstag. Für die orthodoxe Kirche steht am kommenden Wochenende das Osterfest an. Israel will eine Einschränkung der Teilnehmerzahl vornehmen. Grund dafür sind Sicherheitsbedenken, die durch die Katastrophe von Meron neu aufgekommen sind. Im April 2021 waren bei einer Massenpanik 45 Ultra-Orthodoxe gestorben. Worin genau die Sicherheitsbedenken für die Grabeskirche bestehen, wurde nicht bekannt. Bereits in den vergangenen Jahren wurden jedoch Warnungen laut, dass das Dir-as-Sultan-Kloster auf dem Dach einsturzgefährdet ist.

Andrang zu Ostern

In der Regel kommen zur Entzündung des „Heiligen Feuers“ bis zu 11.000 Menschen. Israel will diese Zahl auf 1.000 reduzieren. Das Oberste Gericht verlangte nach einer Petition jedoch, dass die Polizei 4.000 Teilnehmer in der Grabeskirche zulassen muss.

Die PA warnte Israel noch am Freitag vor einer Einschränkung der Besucherzahlen. Die Behörde sprach hierbei von „Strafmaßnahmen“, wie die palästinensische Nachrichtenagentur WAFA meldet. Eine Einschränkung würde „weitreichende Folgen für den regionalen und internationalen Frieden“ haben.

Am Freitag kam es indes zu weiteren Unruhen auf dem Tempelberg. Laut der Polizei warfen Muslime noch während des Morgengebetes Steine und Feuerwerkskörper auf die Beamten. Wieder waren Flaggen der Terror-Organisation Hamas zu sehen. Die Polizei habe mit Gegenmaßnahmen gewartet, bis die Gebete vorbei waren. Danach hätten sich die Auseinandersetzungen intensiviert. 31 Aufständische wurden laut dem Roten Halbmond verletzt, etwa die Hälfte davon kam ins Krankenhaus. (df)

Schreiben Sie einen Kommentar

8 Antworten

  1. “Lapid: Israel hält an Status quo fest” – allerdings nicht am göttlichen Status, Jahwe stimmt mit dieser Vereinbarung nicht überein. Jesaja 60,14 schreibt; Jerusalem, Stadt JHWH´s Zion des Heiligen, “Und gebeugt werden zu dir kommen die Kinder deiner Bedrücker, und alle deine Schmäher werden niederfallen zu den Sohlen deiner Füße; und sie werden dich nennen: Stadt Jahwes, Zion des Heiligen Israels.
    Der allmächtige Gott hat sich Jerusalem erwählt! Jeremia 3,17 +1.Könige 11,13
    Jesus Christus der Sohn Gottes kommt wieder und wird von Jerusalem aus, alle Nationen regieren.
    Wunderbare Perspektive.
    Lieber Gruß Martin

    16
        1. Ja, ER wird kommen!

          Und bis dato sterben, Kinder, Frauen, Männer durch die Willkür
          von Kriegstreibern und Terroristen. Von Herrschern, die sich nur selbst bereichern.
          Von teils unfähigen Politikern, hetzenden NOGs, BDS und einer UNO, die längst vergessen hat,
          weshalb sie gegründet wurden. Man sollte sie nicht für Grundgut halten oder als globalen Hüter
          für Menschenrechte. Das war einmal.
          230 Millionen Kinder hungern weltweit. Noch tausend Jahre?

          Und ja, ohne G`TT geht es nicht. Aber…

          3
  2. In Amman” sagt alles aus.
    Abdullah und sein Vater waren schon immer hinterlistig, siehe 1949/ 1967, wenn es um Israel ging, wobei ihn DE Regierungen finanzieren.
    Die Arabische Liga blickt nicht, wer den Weltfrieden gefährdet.
    Stimmen bei UNO stets gegen Israel.

    Zu den gestrigen Toten in einer Moschee in Afghanistan haben die nichts zu sagen.
    Oder zu Schlächter Putin?

    8
  3. Zitat al Safadi: “Die Al-Aqsa-Moschee und der Haram al-Scharif in seiner gesamten Fläche sind einzig für Muslime ein Ort der Anbetung“
    NEIN dazu, weil noch etwas mehr Gläubige als “einzig nur Muslime” auf der Welt existieren.
    Das ist schamlose Demonstration von Rücksichtslosigkeit, Faustrecht und Intoleranz gegenüber Juden mit sehr viel älteren Ansprüchen auf ihre heiligen Stätten und Christen.

    0
  4. Mich würde mal interessieren, ob die Politiker der Arabischen Liga religiös sind.
    Sonst würden sie doch innehalten, bevor sie ein Gebet von Muslimen von dem der “Nicht-Muslimen auf dem Tempelberg untersagen möchten.
    Ehrliche gläubige Muslime beten zu Allah, dem Gott Ihres Vaters Abraham.
    Ehrliche gläubige Juden beten zu Gott dem Herrn, dem Gott Ihres Vaters Abraham.
    Ehrliche gläubige Christen beten zu Gott dem Herrn, dem Gott des Vaters aller Gläubigen Abraham und zu Jesus, dem Sohn Gottes, der gestorben und auferstanden ist.
    Warum können diese 3 Personenkreise nicht ihre Schuhe ausziehen und ehrwürdig zu Ihrem Gott beten, der sie alle mit Namen gerufen hat?
    Ich denke die Politiker der Arabischen Liga sind feige, die Terroristen mit Namen zu nennen und Ihnen den Zugang zum Tempelberg zu untersagen.

    1

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Bitte beachten Sie unsere Kommentar-Richtlinien

Offline, Inhalt evtl. nicht aktuell

Israelnetz-App installieren
und nichts mehr verpassen

So geht's:

1.  Auf „Teilen“ tippen
2. „Zum Home-Bildschirm“ wählen