Landwirtschaftsminister Forer besucht Aserbaidschan

Israelische Technologie soll die Landwirtschaft in Aserbaidschan fördern. Dies geschieht an einem Ort, der in zweierlei Hinsicht Zündstoff birgt.
Von Israelnetz

Foto: Mikayl Jabbarov, Twitter

Beim Besuch in Aserbaidschan kam Forer (2.v.r.) mit Politikern zusammen, besuchte aber auch das „schlaue Dorf“ nahe der iranischen Grenze

BAKU (inn) – In einer Ortschaft in Aserbaidschan entsteht ein „digitales Dorf“ – mit israelischer Technologie. Doch die geographische Lage ist aus zwei Gründen brisant: Das Projekt findet sich im Südwesten der Republik zwischen Kaspischem Meer und Kaukasus. Der Ort liegt im Bezirk Sangilan und damit in der umstrittenen Region Bergkarabach, die bis 2020 zu Armenien gehörte. Außerdem ist die iranische Grenze nicht weit entfernt – und das Regime in Teheran wittert eine Verschleierung des eigentlichen Zweckes.

Landwirtschaftsminister Oded Forer (Israel Beiteinu) hat das „digitale Dorf“ am Mittwoch besucht. Er war das erste israelische Regierungsmitglied, das nach dem Krieg um Bergkarabach die Region aufsuchte. Dies berichtet die Zeitung „Yediot Aharonot“. In dem Projektdorf in Sangilan sind israelische Firmen im Einsatz.

Präsident Ilham Aliyev hatte Israel für das Projekt angefragt. Ausschlaggebend waren die engen und strategischen Beziehungen. Der jüdische Staat soll für Aserbaidschan der Hauptpartner bei der Entwicklung der Landwirtschaft werden – vor allem in Bergkarabach.

Iran: Israel will in Aserbaidschan spionieren

Das „digitale Dorf“ liegt nur 7 Kilometer von der iranischen Grenze entfernt. Forer ist der ranghöchste israelische Politiker, der – nach der islamischen Revolution von 1979 – dem Iran so nahe kam.

Das iranische Regime indes bezweifelt die Aussage, das Dorf diene der technologischen Entwicklung. Es vermutet, dass das Projekt der israelischen Spionage dienen solle. Deshalb hat der Iran bei der Regierung in Baku gegen das Vorhaben protestiert.

Iranische demonstriert an der Grenze militärische Stärke

Die vergangenen Monate waren geprägt von großen Spannungen zwischen den beiden Ländern. Im Oktober 2021 beschuldigte der Iran Aserbaidschan, israelische Militär- und Aufklärungsstützpunkte zu beherbergen. Die iranische Armee führte eine große Militärübung an der Grenze mit 40.000 Soldaten durch. Das Regime forderte, Aserbaidschan müsse die „Zionisten“ vertreiben.

Aliyev reagierte mit einem Besuch an der Grenze. Dabei strich er mit der Hand demonstrativ über eine israelische Drohne. Er weigerte sich, iranischen Drohungen nachzugeben.

Landwirtschaftsminister Forer kam am Dienstag in Baku mit dem Staatspräsidenten zusammen. Ferner traf er Energieminister Mikayl Jabbarov. (eh)

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14 Antworten

  1. Israel hofiert Azerbaidjan und dessen autoritäre Regierung, weil es das Land als Sprungbrett für seinen geplanten Angriff auf den Iran und bis dahin als Abhörpunkt für den iranischen Funkverkehr benutzt. Azerbaidjan gestattet dies im Gegenzug zur Lieferung von Waffen aus israelischer Produktion. Nur weil dies auch so seitens des Mullah-Regimes in Teheran gesehen wird, muß das nicht falsch sein.
    Im Falle eines Angriffs Israels auf den Iran wird der Gegenschlag dann allerdings nicht nur vernichtend für Israel sein, sondern auch die den israelischen Angriff unterstützenden bzw. erst ermöglichenden Basen in Azerbaidjan empfindlich treffen.

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    1. @ Bjoern Luley

      “U.S. officials believe that the Israelis have gained access to airbases in Azerbaijan. Does this bring them one step closer to a war with Iran?

      In particular, four senior diplomats and military intelligence officers say that the United States has concluded that Israel has recently been granted access to airbases on Iran’s northern border. To do what, exactly, is not clear. “The Israelis have bought an airfield,” a senior administration official told me in early February, “and the airfield is called Azerbaijan.”

      Senior U.S. intelligence officials are increasingly concerned that Israel’s military expansion into Azerbaijan complicates U.S. efforts to dampen Israeli-Iranian tensions” ( Quelle: foreign policy)

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    2. ???
      Wer will wen vernichten?
      Iran droht Israel seit Jahren mit Vernichtung.
      Oh, man(n)! 😱
      Wobei — man sollte vorbereitet sein.

      6
      1. Du hast offensichtlich nicht verstanden was ich geschrieben habe
        Deshalb das ganze auf Deutsch
        „Das US-Magazin „Foreign Policy“ berichtet unter Berufung auf vier hochrangige US-Diplomaten und Geheimdienstmitarbeiter, dass die israelische Luftwaffe Zugang zu mehreren Militärflugplätzen in Aserbaidschan erhalten habe. „Die Israelis haben sich einen Fliegerhorst gekauft. Und dieser Fliegerhorst heißt Aserbaidschan“, zitiert die Zeitschrift einen Regierungsbeamten aus Washington.

        Damit wachsen in den Vereinigten Staaten die Befürchtungen vor einem israelischen Militärschlag gegen Iran. „Wir beobachten, was Israel gerade in Aserbaidschan macht. Und wir sind nicht glücklich darüber“, sagte ein US-Geheimdienstler, der mögliche Auswirkungen eines israelischen Angriffs untersucht.“ ( Spiegel)
        Es könnte aber auch sein, dass diese US-Diplomaten die Protokolle der Weisen von Zion gelesen haben.
        Klar soweit?

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    3. Israel hofiert in Azerbaidjan nicht nur eine autoritäre Regierung.
      Israel rüstet ein muslimisches Land auf Ein Land, dass die christlichen Armenier angreift, die Opfer des osmanischen Genozids

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  2. Israel betreibt Macht und Interessenpolitik wie alle Staaten dieser Erde.
    Der hierzulande -in Deutschland- gepflegte Menschenrechtsdiskurs und das Gerede von westlichen Werten ist leider nur unter unter diesem Aspekt zu sehen. Heute war der Emir von Katar-ein bekannter Menschenrechtler- zu Besuch in Berlin für den Abschluss einer Energiepartnerschaft.
    Im Unterschied zu Deutschland, das von niemanden bedroht wird, ist Israel gezwungen seine eigene Existenz stets abzusichern.

    6
    1. Nun scheint ja Deutschland nicht das einzige Land zu sein, dass mit diesem „ Menschenrechtler“ ins Geschäft kommen will.

      „Laut dem Dokument des Geheimdienstministeriums werden die offiziellen Beziehungen zu Katar Israel vor allem auf der politischen Ebene helfen – beim Bau einer „Brücke“ zum Lager der Muslimbrüder. Sie werden auch helfen, Israels Spannungen mit der Türkei zu beruhigen und Sicherheit und wirtschaftliche Stabilität im Gazastreifen aufzubauen. Auf der zivil-wirtschaftlichen Seite wird Katar in der Lage sein, die israelische Energiewirtschaft mit Flüssiggas zu versorgen, in die israelische Industrie zu investieren und ein Abnehmer israelischer Produkte in den Bereichen Landwirtschaft, Wassersysteme und Pharmazie zu sein. Es gibt auch Potenzial für eine Zusammenarbeit zwischen Israel und Katar in den Bereichen Luftfahrt und Tourismus sowie für den Austausch von ausländischen Arbeitskräften Aus sicherheitspolitischer Sicht könnte Katar ein potenzieller Abnehmer von israelischen Waffen und Technologiesystemen sein“. ( Israel Heute)

      Das der Besuch des Emirs von Katar dem Krieg in der Ukraine geschuldet war , ist Ihnen bekannt.?
      Was nun die „Bedrohungen“ anbelangt, dass durch diesen Krieg nicht nur Deutschland bedroht ist, müsste Ihnen doch eigentlich klar sein.
      Ich stimme mit Ihnen überein, dass Israel eine Macht und Interessenpolitik wie alle Staaten dieser Erde betreibt.
      Das zu verstehen ist hier leider nicht jedem gegeben.

      21
      1. Etwas ist jedenfalls anders. Nur Israel wird weithin jeweils deswegen attakiert. Sie selbst merken diese Tatsache scheinbar nicht – sollten Sie aber …

        6
        1. Ich weiß, Israel wird in seiner Existenz bedroht, der Iran will Israel vernichten usw..

          Putin bedroht den Westen mit Kernwaffen.

          Was sollte der Westen jetzt Ihrer Meinung nach tun? So agieren wie die Israelis in Syrien, und „ vermutete Waffenlager in der Nähe von Moskau“angreifen, oder sollten die Russen „ vermutete Waffenlager der NATO in der Nähe von Warschau“ angreifen?

          Sollten die Iraner Aserbaidschan angreifen, dass ihrem Erzfeind Militärbasen an ihrer Nordgrenze zur Verfügung stellt.?

          Zur „Iranischen Bedrohung hat der israelische Militärhistoriker Martin van Creveld, einer der renommiertesten Militärhistoriker unserer Zeit, in der Military Times folgendes geschrieben.

          “Der Iran hat seine Lektion des Dritten Golfkrieges im Jahr 2003 gelernt. Ohne Bundesgenossen ist man im Nahen Osten machtlos, darum schafft sich Iran durch die Unterstützung von Terrorgruppen seine Verbündeten und destabilisiert so die anderen Länder. So sind Israel und Saudi-Arabien Geiseln in den Händen Irans geworden. Wenn man sehr genau hinhört, versteht man diese Taktik auch: Soweit ich weiß hat nie ein Ajatollah gesagt, man werde Israel einfach angreifen – sondern es geht immer um eine Vergeltungsdrohung, wenn von der Vernichtung Israels gesprochen wird. Es ist das Ziel des Iran, um das eigene Land eine Pufferzone zu schaffen und den Rückhalt der Amerikaner im Nahen Osten zu mindern. Das ist natürlich wieder ein gefährliches Spiel. Vielleicht werden dadurch Saudi-Arabien und Israel vorsichtiger werden und nicht Hand in Hand mit den USA gehen – oder es ist umgekehrt und die Länder werden in die Arme der Amerikaner getrieben. Meiner Ansicht nach ist der Iran sehr schwach. Und ihre Angst treibt sie – nun sind sie nicht die Einzigen mit Angst. Auch Israel und Saudi-Arabien handeln aus Angst. Die Iraner sind aber nicht verrückt – sondern sie spielen ein sehr kompliziertes außenpolitisches Spiel.”

          25
          1. Taqqia!!! Im Koran angeordnet! „Wenn du deinen Feind nicht besiegen kannst, täusche, lüge, betrüge, wo du kannst, töte ihn auch!!!
            ???

            2
  3. @ Johann Jantscher
    Sie haben offensichtlich noch nicht einmal ansatzweise verstanden, was Martin van Creveld geschrieben hat.

    2

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