Landverkauf lässt Jerusalemer Bürger zittern

Sie wohnen teils schon seit Jahrzehnten im Zentrum Jerusalems: Jetzt hat die griechisch-orthodoxe Kirche das Land verkauft, auf dem die Wohnungen der Bürger gebaut sind. Das stiftet Verwirrung und Angst.
In Jerusalem machen sich nach dem Landverkauf der griechisch-orthodoxen Kirche zahlreiche Anwohner Sorgen um ihre Unterkünfte (Symbolbild)

Foto: Israelnetz/Michael Müller

In Jerusalem machen sich nach dem Landverkauf der griechisch-orthodoxen Kirche zahlreiche Anwohner Sorgen um ihre Unterkünfte (Symbolbild)

JERUSALEM (inn) – Die griechisch-orthodoxe Kirche hat 50 Hektar Land im Zentrum Jerusalems an eine anonyme Gruppe von Investoren verkauft. Das betrifft unter anderem auch mehr als 1.000 Wohneinheiten in verschiedenen Gebäuden. Wie die Tageszeitung „Jerusalem Post“ berichtet, befeuert diese Nachricht die Angst der Anwohner vor einer feindlichen Übernahme.

Die Anwohner sind zwar Besitzer ihrer Wohnungen, aber ihnen gehört nicht das Land, das jetzt verkauft wurde. Für viele Jahre hatte die griechisch-orthodoxe Kirche das Grundstück an den Jüdischen Nationalfonds verliehen. Es gab Abmachungen zwischen dem Nationalfonds und den Anwohnern, die nach dem Verkauf nicht mehr sicher scheinen. Es ist auch unklar, welche Häuser genau betroffen sein werden.

In der Knesset gibt es deshalb eine Debatte am Mittwoch, die Abgeordnete aus der „Zionistischen Union“ und den Parteien „Vereinigtes Torah-Judentum“ und „Kulanu“ angeregt haben. Die Abgeordnete der Partei „Kulanu“, Rachel Asaria, setzt sich für die Anwohner ein. Laut Asaria waren sich die Menschen in den betroffenen Gebäuden bewusst, dass die Grundstücke vom Jüdischen Nationalfonds nur gepachtet waren. Aber sie glaubten, dieser Pachtvertrag gelte noch viele weitere Jahre. „Der Jüdische Nationalfonds hat das Land von der Kirche in den 1950er-Jahren für 99 Jahre gepachtet“, sagt Asaria. Es seien Gebäude darauf errichtet worden, in denen die Menschen seit Jahrzehnten lebten.

Jerusalemer Bürgermeister schaltet sich ein

„Wir reden von Menschen, die seit Jahrzehnten in dieser Nachbarschaft gelebt haben und nur mit dem Jüdischen Nationalfonds zu tun hatten“, sagte Asaria. Es gehe nicht um ein Gebäude und ein paar Familien, sondern um große Nachbarschaften im Herzen Jerusalems. „Viele der Anwohner haben in dieser Situation Angst, dass sie am Ende mit nichts mehr dastehen werden.“ Asaria fordert eine Intervention durch den Staat.

Die Jerusalemer Stadtverwaltung sagt, dass sie in diesem Fall mit allen Parteien zusammenarbeitet: „In einem Treffen mit der Justizministerin Ajelet Schaked hat Bürgermeister Nir Barkat der Lösung dieses Falls die höchste Priorität eingeräumt.“ Alle staatlichen Organe arbeiteten an der Problemlösung und es werde erwartet, dass die offiziellen Vertreter der griechisch-orthodoxen Kirche kooperieren.

Von: mm

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Eine Antwort

  1. Wer sind denn diese Investoren? Doch hoffentlich nicht irgendwelche Ölscheichs. Das wäre ja katastrophal!

    0

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