Klöckner: „Wir stehen an der Seite Israels“

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner spricht während ihres Israelbesuchs von Deutschlands „außergewöhnlicher Freundschaft“ zu Israel. Auch ein kurzer Besuch im Gazastreifen stand auf dem Plan.
Von Israelnetz
Bundestagspräsidentin Klöckner in der Knesset

JERUSALEM (inn) – Bundestagspräsidentin Julia Klöckner hat während ihres Israelbesuchs betont, dass Deutschland „immer für das Existenzrecht und die Sicherheit Israels“ einstehen werde. Ihren Antrittsbesuch begann sie mit einem Besuch in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem, wo sie am Mittwoch einen Kranz niederlegte.

Klöckner folgte damit einer Einladung ihres Amtskollegen Amir Ochana (Likud). Während der dreitägigen Reise traf sie auch Oppositionsführer Jair Lapid (Jesch Atid) und Außenminister Gideon Sa’ar (Neue Hoffnung). Im Zentrum der Gespräche standen unter anderem die deutsch-israelischen Beziehungen und die Lage der Region.

Deutschen Medien gegenüber sagte Klöckner, dass sie als Freundin nach Israel reise und deshalb auch kritische Punkte ansprechen wolle.

„Israel hat Recht, sich vor Terror zu schützen“

Nach ihrem Besuch in Yad Vashem nahm Klöckner an einer Knesset-Sitzung teil. Knesset-Sprecher Ochana rief in einer Rede „die Vertreter der freien Welt“ angesichts des Terrors, Hasses und der iranischen Bedrohung zur Einheit auf. Er fuhr fort: „Wir schauen auf den weltweiten Anstieg des Antisemitismus und ich möchte Ihnen und dem Bundestag dafür danken, dass sie fest an der Seite der jüdischen Gemeinschaften in Deutschland stehen.“

Im Gespräch mit Ochana betonte die CDU-Politikerin, dass die Bundesrepublik eine besondere Freundschaft mit Israel verbinde. Zudem bekräftigte sie, dass Deutschland nach dem „barbarischen Terrorangriff“ vom 7. Oktober 2023 fest an der Seite Israels stehe. „Es wird keinen Frieden geben, solange Terrorismus akzeptiert und als politische Strategie gefeiert wird“, sagte sie. Sie betonte außerdem, dass Israel das Recht habe, seine Bevölkerung vor Terror zu schützen.

Indes nahm Klöckner die Gelegenheit wahr und kritisierte Pläne der israelischen Regierung, die Todesstrafe wieder einzuführen. „Die Errungenschaft, auf staatliche Hinrichtungen zu verzichten, sollte man nicht aufs Spiel setzen. Die Todesstrafe ist für mich grundsätzlich nicht mit dem Schutz der Menschenwürde vereinbar“, sagte die Politikerin.

Unter Armeeschutz im Gazastreifen

Am Donnerstag besuchte Klöckner den von Israel kontrollierten Teil des Gazastreifens – als erste deutsche Politikerin seit dem 7. Oktober 2023. Gegenüber dem ZDF sagte Klöckner, sie habe sich selbst ein Bild von der Lage machen wollen.

Sie begrüße es, dass mit ihr nun erstmals eine parlamentarische Beobachterin Zugang zum Gazastreifen erhalten habe. Sie appellierte an Israel, den Weg der Öffnung weiterzugehen. Schließlich sei „der Zugang zu unterschiedlichen, belastbaren Lageeinschätzungen Voraussetzung für verantwortungsvolle politische Einordnung“.

Laut der Nachrichtenseite „Zeit“ war aufgrund der instabilen Sicherheitslage im Gazastreifen bis zum Schluss nicht klar, ob Israel ihr für den Aufenthalt eine Genehmigung ausstellen würde. Klöckner hielt sich etwa eine Stunde in dem Gebiet auf. (mw)

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4 Antworten

  1. Auch diese gutgemeinten Freundschaftsabsichten, werden die zusehends rauher werdenden Schwierigkeiten im Nahen Osten, nicht überleben.
    Lieber Gruß Martin

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  2. Klöckner nahm die Gelegenheit wahr, Pläne Israels zu kritisieren!!! Okay, darf sie.
    Trotzdem finde ich ihre Reise nach Israel und Gaza gut. Dass sie nicht mit Palästinensern gesprochen hat, wird vor allem von den Linken, kritisiert. Aber sie sagte ja, sie komme als Freundin Israels und sie weiß eben auch, wer für diese Kriegssituation verantwortlich ist. Sie zeigt Solidarität und setzt ein politisches Zeichen in einer antisemitisch gefärbten Zeit, in der alle Welt Israels Existenzrecht in Frage stellt. Das bringt Kritiker natürlich auf die Palme.

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  3. AAmt und die Botschaft haben vom Besuch GAZA abgeraten. stört sicherlich Wadephuls Vorstellungen , Belehrungen und Erklärungen an Israel für eine Nahostlösung. Oder welche Gründe liegen vor?
    Hat deswegen Botschafter Seibert nicht am offiziellen Abendessen teilgenommen und ist lieber auf dem Empfang der GRÜNEN bei der Heinrich-Böll-Stiftung in Tel Aviv aufgetreten?
    Auch innerhalb der Regierung gibt es von CDU und SPD Kritik. Warum???

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