Israelischer Araber zum Gesandten für die christliche Welt ernannt

Ein arabischer Diplomat wird Israels erster Sondergesandter für die Beziehungen zur christlichen Welt. Die Großeltern des orthodoxen Christen stammen aus dem Libanon.
Von Israelnetz

JERUSALEM (inn) – Israel hat erstmals einen Sondergesandten für die christliche Welt. Außenminister Gideon Sa’ar (Neue Hoffnung) übertrug das Amt am Donnerstag dem israelischen Araber George Deek. Er wurde 2018 der erste christliche Botschafter des jüdischen Staates, und zwar in Aserbaidschan.

Deek wuchs in Jaffa auf, wo er sich schon in jungen Jahren in der orthodoxen Gemeinde einbrachte; sein Vater Joseph Deek war deren Leiter. Die Karriere im Außenministerium begann der Araber 2008. Er war unter anderem stellvertretender Leiter der Botschaften in Nigeria und in Norwegen.

Familie mit libanesischen Wurzeln

Die Familie hat eine ungewöhnliche Geschichte: Deeks Großeltern stammen aus dem Libanon. Sie verließen das Land während des israelischen Unabhängigkeitskrieges 1948.

„Als der Krieg vorbei war, stellten meine Großeltern fest, dass sie getäuscht worden waren. Die Araber hatten nicht gewonnen, und die Juden hatten nicht alle Araber getötet“, sagte der Diplomat 2015 der Nachrichtenseite „Jewish Chronicle“. Also habe er entschieden, illegal mit seiner Familie nach Israel einzuwandern. „Mein Großvater machte etwas Unglaubliches: Er kam nach Israel, lebte unter seinen Feinden und machte sie zu seinen Freunden“, kommentierte Deek den Schritt.

Mit 14 Jahren sei er auf eine jüdische Schule gegangen. „Als einziger Araber in meiner Klasse wurde ich die Stimme der Palästinenser.“ Aber er und seine Klassenkameraden hätten einander zugehört. Er habe es als natürlich empfunden, sich für Araber wie Juden einzusetzen, weil sie gemeinsame Ängste und Ziele teilten, beschrieb Deek seine Schulzeit.

Sa’ar erklärte in einer Mitteilung des Außenministeriums: „Der Staat Israel misst seinen Beziehungen mit der christlichen Welt und mit seinen christlichen Freunden in aller Welt große Bedeutung zu. Ich bin zuversichtlich, dass George, ein respektierter und erfahrener Diplomat, einen großen Beitrag zur Freundschaft und zur Stärkung der Beziehungen zwischen dem Staat Israel und der christlichen Welt leisten wird.“

Spannungen zwischen Israel und den Kirchen

Das neue Amt fällt in eine Phase der Spannungen zwischen Israel und den christlichen Kirchen. Am Palmsonntag verwehrten Sicherheitskräfte dem Lateinischen Patriarchen Pierbattista Pizzaballa und dem Kustos Francesco Ielpa wegen der Kriegslage den Zugang zur Grabeskirche in der Jerusalemer Altstadt. Der Vorfall stieß international auf Empörung, obwohl zuvor ein Trümmerteil einer iranischen Rakete das Dach der Kirche getroffen hatte.

In den vergangenen Tagen sorgte zudem ein israelischer Soldat im Südlibanon für Aufruhr: Er beschädigte in der Ortschaft Debel einen Christus-Korpus und ließ sich dabei von einem Kameraden filmen. Die beiden wurden zu einer 30-tägigen Haftstrafe verurteilt. Die Armee ersetzte die Skulptur, doch offenbar waren die Dorfbewohner daran nicht interessiert. Sie errichteten mit Hilfe der UNIFIL-Friedenstruppe einen neuen Korpus. (eh)

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13 Kommentare

  1. Das ist wirklich eine besondere Geschichte von George Deek. Und sie zeigt wieder einmal, wie Israelis und Araber friedlich zusammen leben können und Apartheid in Israel ein Märchen ist. Viel Erfolg und Gottes Segen für die Arbeit als christlicher Botschafter Israels.

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  2. Herr Deek könnte, mit ein wenig gutem Willen von beiden Seiten tatsächlich diesen gefährlichen Riss zwischen den Glaubensrichtungen wenn schon nicht ganz schließen, so doch überbrücken und ein größeres Verständnis für einander schaffen.
    SHALOM

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  3. Eine kluge Entscheidung . Ich wünsche ihm viel Gelassenheit, vor allem, wenn er auf Pizzaballa trifft…

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  4. Sowohl Hass auf Jesus sowieso auf Jüdische Menschen ist sehr schlimm.
    Zudem sind sich beide Gruppen nicht bewusst das Jesus Jüdisch war.

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    1. @Mariam, das ist wahr. Deshalb hat Gott seinen geliebten Sohn in die Welt gesandt, damit alle Menschen gerettet werden können.
      Lieber Gruß Martin

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    2. Doch, Mariam, beide Seiten wissen, daß Jesus Jude war, aber die einen sehen ihn als Heilsbringer und Messias, die anderen sehen ihn als Renegaten und Abtrünnigen.
      Schwer, wenn nicht unmöglich, das miteinander in Einklang zu bringen.
      SHABBAT SHALOM

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      1. Ich will hier meinen GLAUBEN der Sichtweise wiedergeben: Es ist vereinbar ! Gott hat zwei Geschlechter gemacht mit Adam und Eva am 6.Tag der ersten Woche dieser Welt, Gott hat genauso zwei biblische Weltreligionen geschaffen, eine Adam-Religion und eine Eva-Religion. Die Eva-Religion wird zu den jüdischen Wurzeln zurückkehren und dann wird Adam zu Eva sagen: „Das ist doch Bein von meinem Bein, und Fleisch von meinem Fleisch!“ Es wird ein Pro-Jüdisches Christentum geben, und danach wird der Durchbohrte erscheinen und sich als Messias zu erkennen geben und die Welt 1000 J. regieren. Mit Jesu Stellung zum Gesetz und Sünde wider den Heiligen Geist kommen alle ins Himmelreich, die NICHT an Jesus glauben, Lästerungen gegen Jesus sind vergeben. Beide Wege führen ins Himmelreich, nur dass das kaum jemand glaubt, außer mir. Jesus ist der Albert Einstein der Religionen, er warnte vor den flaschen CHristen, er bestätigte alles Jüdische und er wird Israel retten, sowohl in dieser Welt als auch in der anderne Welt. Die LIEBE führt zu Gott, der Hass führt zur Gegenseite, und Deutschland wird sich strecken müssen, um überhaupt noch eine Chance zu haben !

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  5. Klaus da muss ich Ihnen widersprechen, der Messias ist kein Renegat, sondern der vom zahlreichen Propheten angekündigte Retter, für sein geliebtes Volk und die Nationen. Er kam zuerst für das jüdische Volk, Gottes wunderbarer Plan.
    Lieber Gruß Martin

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    1. Herr Dobat, lesen Sie mal etwas aufmerksamer. Ich schrieb, die anderen sehen ihn als Renegaten und Abtrünnigen.
      Pauschalisieren Sie nicht immer.
      Jeder hat eben seine Meinung, nicht Ihre.

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      1. Lieber Klaus, ist ja wunderbar, wenn Sie nicht zu den Anderen gehören.
        Lieber Gruß Martin

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        1. Habe ich das gesagt, Herr Dobat?
          Ich bin in beiden Welten erwachsen geworden, als Jude geboren, als Christ getauft und im Moment konfessionslos
          doch sobald ich diesem antisemitisch und sektiererisch gewordenen Europa den Rücken kehre und dorthin gehe, wo ich
          wahrhaft willkommen bin, ist meine Wahl
          klar und steht ausserhalb jeden Zweifels.

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  6. Da sieht man wieder wie weit man in Israel kommen kann. Ein Araber, liban. Herkunft wird in Israel Diplomat. Im Libanon dürfen Palästinenser bis auf wenige Berufe keine ausüben.
    Ich hätte gerne eine Antwort von unseren Apartheidschreihälsen.

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  7. Danke für den Bericht. George Deek trägt zur Entspannung bei, diese bruacht diese Welt so dringend ! ReligionEN-Vertsändigung ist allgemein angesagt in dieser Zeit, wo es doch soviel Hass gibt.

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