Israelische Küstenlinie gefährdet

Aufgrund des schnell ansteigenden Meeresspiegels könnte Israel einen Großteil seiner Küstenlinie verlieren. Die Regierung ist auf mögliche Folgen nicht vorbereitet.
Von Israelnetz

Foto: Israelnetz/Elisabeth Hausen

Der steigende Meeresspiegel könnte sich auch auf die Küste bei Caesarea auswirken

HAIFA (inn) – Der Meeresspiegel soll laut dem israelischen Umweltministerium aufgrund der Klimakrise bis 2050 um einen Meter ansteigen. Deshalb haben sich das Verteidigungsministerium und die Armee in den vergangenen zwei Monaten mit den Sicherheitseinrichtungen entlang der Küste befasst. Fragen der Sicherheitsbeamten waren daraufhin, wie viel der aktuellen Küstenlinie verloren gehen werde und wann es so weit sei. Auch die Planungsverwaltung macht sich Gedanken über die Bebauung entlang der Küste, da der Wasserstand Jahr für Jahr ansteigt.

Der neue Leiter der Planungsverwaltung, Rafi Elmaliach, gab beim Israelischen Forschungsinstitut für Meere und Binnengewässer ein Modell in Auftrag, um die zu erwartenden Auswirkungen auf die Küstenlinie aufzuzeigen. Auch die Infrastruktur wie Entsalzungsanlagen sind womöglich in Gefahr. Das Modell soll mögliche Szenarien skizzieren und Wissenslücken schließen.

Weitere Folgen

Der Leiter der Staatlichen Gesellschaft für die Bewahrung von Küstenklippen, Ilan Lavie, sagt, dass Stürme und Wellen in Zukunft stärker werden. Er warnt auch vor dem Einsturz von Klippen entlang der Küstenlinie.

Die leitende Wissenschaftlerin des Umweltministeriums, Noga Kronfeld Schor, legt der Regierung nahe, sich auf den Anstieg des Meeresspiegels vorzubereiten. Bislang seien die staatlichen Stellen davon ausgegangen, dass der Meeresspiegel bis zum Ende des Jahrhunderts „nur“ um 70 Zentimeter steigt. „Wir werden die meisten Strände verlieren, an die wir gewöhnt sind“, sagen Experten.

Maßnahmen müssen getroffen werden

Israel fehlen offizielle Prognosen oder ein Bedrohungsszenario, mit dem die entsprechenden Behörden arbeiten können, um vorbereitet zu sein. Denn ohne Daten und Schadensprognosen gebe es weder Budgets noch ein Gremium, das nach Lösungen suchen kann. Die Regierungsbehörde für die Kartierung Israels macht ebenfalls die drohende Gefahr deutlich: Ein Anstieg des Meeresspiegels um einen Meter an könnte an einigen Stränden dutzende Meter Landverlust mit sich bringen. Auch eine Versalzung des Grundwassers gehört zu den Gefahren und betrifft die Landwirtschaft in Küstennähe. Dies geht aus Skizzen hervor, die die Behörde auf Anfrage der Zeitung „Ha‘aretz“ erstellte. (clh)

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2 Antworten

  1. Schön, dass Jerusalem die höchste Haupstadt der Welt ist. Dann kann die Klimakriese keine Schäden anrichten. 🙂
    Langfristig die Küstenlinie der Veränderung anpassen, ist eine Aktion, die in Zukunft niemand bereuen wird. Daher viel Erfolg mit der Umsetzung auch dieser wichtigen Maßnahmen.

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