LUSAKA (inn) – Ein neunjähriger Junge aus einem abgelegenen Dorf in Sambia hat dank eines israelisch-sambischen Ärzteteams eine lebensrettende Herzoperation erhalten. Der Eingriff ist Teil eines langfristigen Projekts der israelischen Hilfsorganisation „Save a Child’s Heart“ (SACH), die nicht nur Kinder operiert, sondern gezielt Ärzte in Afrika ausbildet. Ziel ist es, die medizinische Versorgung dauerhaft zu verbessern.
Richard Mbimbi litt an einer rheumatischen Herzerkrankung. Eine unbehandelte Streptokokkeninfektion hatte zwei seiner Herzklappen schwer geschädigt. Gemeinsam mit seinem Vater legte er mehr als 1.000 Kilometer bis zur nationalen Herzklinik in der sambischen Hauptstadt Lusaka zurück, wo israelische und einheimische Spezialisten ihn erfolgreich operierten.
Während ihres einwöchigen Einsatzes unterstützten Ärzte und Pflegekräfte der Sylvan-Adams-Kinderklinik am Wolfson-Krankenhaus in Cholon insgesamt zehn Operationen am offenen Herzen bei Kindern. Zugleich begleiteten sie die Mitarbeiter der Kinderherzchirurgie sowie Ärzte aus Sambias Nachbarland Tansania bei ihrer Weiterbildung.
Ausbildung statt kurzfristiger Hilfe
Im Mittelpunkt des Projekts steht nicht die Durchführung möglichst vieler Operationen durch israelische Ärzte, sondern der Aufbau lokaler Fachkompetenz. „Wir haben früh erkannt, dass wir die ganze Welt nicht allein retten können“, erklärt der Kinderherzchirurg Hagi Dekel gegenüber der Nachrichtenseite „Times of Israel“. Daher bilde SACH Ärzte und Pflegekräfte aus anderen Ländern aus, damit sie selbst Leben retten können.
Seit 2007 arbeitet „Save a Child’s Heart“ mit dem sambischen Gesundheitssystem zusammen. Im Rahmen des Programms absolvieren angehende Kinderherzchirurgen eine sechsjährige Fachausbildung in Israel. Einer von ihnen ist Zakias Moonde Muulu, der sich derzeit in seinem fünften Ausbildungsjahr am Wolfson-Krankenhaus befindet. Nach seiner Rückkehr wird er der zweite Kinderherzchirurg im Land sein. Der erste, Mudaniso Ziwa, schloss seine Ausbildung in Israel bereits 2024 ab und arbeitet heute in der sambischen Hauptstadt Lusaka.
Im Interview der „Times of Israel“ betont Muulu die Bedeutung des Projekts: Vor Beginn der Zusammenarbeit habe es in seinem Land keinen einzigen Kinderherzchirurgen gegeben. Erst durch SACH sei es möglich geworden, Kinder mit Herzerkrankungen in Sambia zu behandeln.
Neue Medizintechnik für Sambia
Während des Einsatzes wurde außerdem eine neue Herz-Lungen-Maschine im Wert von rund 200.000 US-Dollar in Betrieb genommen. Sie übernimmt während einer Operation vorübergehend die Funktion von Herz und Lunge und gehört zur unverzichtbaren Ausstattung jeder Kinderherzchirurgie. Es ist erst die zweite Maschine dieser Art in dem südafrikanischen Land mit rund 22 Millionen Einwohnern.
Die Anschaffung ist Teil eines rund drei Millionen Dollar umfassenden Kooperationsprogramms zwischen Israel und Sambia zum Ausbau der medizinischen Infrastruktur. Es geht auch darum, die Beziehungen zwischen den Ländern zu stärken. Erst im August 2025 eröffnete Israel nach mehr als 50 Jahren wieder eine Botschaft in Lusaka.
Hilfe für Tausende Kinder weltweit
Die 1995 gegründete israelische Organisation „Save a Child’s Heart“ hat nach eigenen Angaben bislang fast 8.500 Kinder aus 75 Ländern mit schweren Herzfehlern behandelt. Darüber hinaus wurden mehr als 160 Ärzte und Pflegekräfte aus verschiedenen Staaten, vor allem aus Afrika, in Israel ausgebildet. Nach ihrer Rückkehr sollen sie die spezialisierte Herzmedizin in ihren Heimatländern aufbauen.
Muulu selbst erlebte während seiner Ausbildung auch schwierige Zeiten in Israel. Er blieb nach dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 ebenso im Land wie während der späteren Raketenangriffe des Iran. Rückblickend sagt er: „Es war ein Privileg, unter dem jüdischen Volk zu leben und sowohl gute als auch schwierige Zeiten mit ihnen zu erleben.“
Für ihn geht die Arbeit weit über einzelne Operationen hinaus: „Es geht nicht nur darum, ein Kind zu retten. Es geht nicht nur um eine Familie. Es geht um das gesamte Land. Ich tue das für diese kleinen, unschuldigen Kinder, die eine Chance auf ein glückliches Leben brauchen.“ (tko)
Ein Kommentar
So geht vernünftige, gezielte und nachhaltige Entwicklungshilfe ! Für die afrikanischen Staaten ist die israelische Hilfe unendlich interessanter als die leeren Versprechungen der Araber oder die Ausbeutung durch China/Russland.