MÜNCHEN (inn) – Zum vierten Mal hat Anfang der Woche der Israelisch-Europäische Mediengipfel getagt. Unter dem Titel „Trotz(t) Kriegen und Krisen – Perspektiven für gesellschaftlichen Zusammenhalt“ diskutieren in München führende Stimmen aus den Bereichen Journalismus, Wissenschaft, Politik, Wirtschaft, Kultur und Zivilgesellschaft. Sie kamen aus Nahost, Europa und den USA.
Während der zweitägigen Konferenz sprachen sie über „zentrale Herausforderungen unserer Zeit – darunter die neue Ära der Kriege, gesellschaftliche und politische Radikalisierung, Desinformation, Antisemitismus sowie die Rolle der Medien in demokratischen Gesellschaften“.
Mehr als 50 Referenten, Experten, Überlebende des 7. Oktober, israelische und palästinensische Friedensaktivisten waren in Vorträgen, Podiumsdiskussionen und vertiefenden Dialoggruppen zu erleben. Nach Angaben des Veranstalters analysierten Experten die aktuellen militärischen und diplomatischen Entwicklungen in Israel und den Nachbarstaaten. In weiteren Beiträgen wurden langfristige Friedensperspektiven inmitten verhärteter Fronten diskutiert.
Anstieg von Antisemitismus als Schwerpunkt
Ein weiteres Thema war der massive andauernde und weltweite Anstieg von Antisemitismus in den vergangenen Monaten und Jahren. Außerdem beleuchteten Teilnehmer die Rolle von Plattformen der Sozialen Medien, die teilweise für die gezielte Verbreitung von Fake News und staatlicher Propaganda in Kriegszeiten Verantwortung tragen. Journalisten diskutierten darüber, wie eine ausgewogene, faktenbasierte und ethische Berichterstattung in stark emotionalisierten Krisenzeiten gelingen kann.
2020 hatten die damalige ARD-Korrespondentin und Studioleiterin in Tel Aviv Susanne Glass und die Bloggerin Jenny Havemann den Gipfel ins Leben gerufen. Die Veranstaltungen des ersten Gipfels waren in Tel Aviv geplant, wurden aber aufgrund der Corona-Beschränkungen online abgehalten. Der zweite Gipfel fand 2022 in Wien statt, 2024 wurde er nach Berlin verlegt und in diesem Jahr tagte er in München. Gastgeber und Veranstalter des Gipfels ist der Bayrische Rundfunk. (mh)
Ein Kommentar
Wir wollen es hoffen: Anstieg von Antisemitismus auch bei den ARD- und ZDF-Anstalten auch ein Thema.