Israel verlängert Rettungseinsatz in Venezuela

Die israelische Armee hilft in Venezuela bei den Aufbauarbeiten nach den beiden Erdbeben. Israels Premier Netanjahu hofft auf eine Verbesserung der diplomatischen Beziehungen.
Von Israelnetz
Der Stabschef des israelischen Heimatfrontkommandos präsentierte den Aufbauplan

CARACAS (inn) – Infolge des verheerenden Erdbebens in Venezuela ist auch ein Rettungsteam aus Israel in der Katastrophenregion aktiv. Am Mittwoch verlängerte die Regierung den Einsatz um zwei Wochen, wie das Außenministerium in Jerusalem mitteilte. Die Verlängerung erfolgte demnach auf Bitten der amtierenden venezolanischen Präsidentin Delcy Rodríguez (Vereinigte Sozialistische Partei).

Bei dem verlängerten Einsatz soll die Delegation Aufbaupläne umsetzen, die israelische Experten in Abstimmung mit der venezolanischen Regierung erstellt haben. Rodríguez war bei der Präsentation des Planes dabei und erteilte die Genehmigung.

Die Delegation besteht aus Mitgliedern des Heimatschutzkommandos unter Leitung von Stabschef Elad Edri. Der designierte israelische Botschafter in Mexiko, Joed Magen, koordiniert die Bemühungen.

Netanjahu: Das wahre Gesicht Israels zeigen

Die israelische Delegation mit Rettungsspezialisten machte sich am 1. Juli auf den Weg nach Venezuela. In einer Pressekonferenz am 3. Juli dankte Rodríguez Israel für den Einsatz. Es handele sich um ein „hoch ausgebildetes und professionelles Team“. Sie erklärte, die jüdische Gemeinschaft im Land habe den Kontakt zur israelischen Regierung hergestellt.

Die venezolanische amtierende Präsidentin Rodríguez hörte sich die israelischen Aufbaupläne an und erteilte ihre Genehmigung Foto: Israelische Armee
Die venezolanische amtierende Präsidentin Rodríguez hörte sich die israelischen Aufbaupläne an und erteilte ihre Genehmigung

Im Januar hatte Rodríguez noch behauptet, die amerikanische Militäraktion zur Festnahme von Staatspräsident Nicolás Maduro (Vereinigte Sozialistische Partei) habe „zionistische Untertöne“. Die US-Regierung wirft Maduro Drogenhandel vor; er soll in den USA vor ein Gericht kommen.

Venezuela hatte 2009 unter dem damaligen sozialistischen Präsidenten Hugo Chavez (1954–2013) die diplomatischen Beziehungen zu Israel beendet. Seither agieren die Botschaften zweier anderer Länder als diplomatische Vertretungen: Kanada für Israel und Spanien für Venezuela.

Der israelische Premier Benjamin Netanjahu (Likud) dankte der Delegation am Donnerstag in einem Telefonat: „Sie bauen aus den Ruinen wieder auf, und sie bauen die Beziehungen wieder auf. Sie zeigen den Menschen in Venezuela und auch der Regierung das wahre Gesicht des Staates Israel.“

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Warmer Empfang

Edri erklärte, die Delegation sei stolz, Israel vor Ort zu vertreten. Sie seien mit offenen Armen empfangen worden. Die Delegation habe auch Kontakt zu den Juden im Land aufgenommen, „eine sehr zionistische und warmherzige Gemeinschaft“.

Am 24. Juni war es zu zwei Erdbeben im Nordwesten Venezuelas gekommen. Dabei wurden mehr als 3.800 Menschen getötet. Auch Jordanien entsandte eine Hilfsdelegation. Sie konnte einen dreijährigen Jungen aus den Trümmern retten. (df)

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3 Kommentare

  1. Präsidentin Delcy Rodríguez dankt Israel für den Einsatz. Aus Israelfeinde sind Israelfreunde geworden. Trumps Außenpolitik wirkt.

  2. Wenn Venezuela selber die Israelis um die Verlängerung gebeten hat, ist dies als hoffnungsvolles Zeichen zu werten, wie Sa’ar schon sagte, findet vielleicht ein Umdenken der Südamerikaner in ihren Beziehungen zu Israel statt, es wäre sehr zu begrüßen.
    SHALOM

  3. Ja, wenn man sie braucht, sind sie da, die Israelis ! Ich erinnere mich an eine Szene nach dem furchtbaren Erdbeben im sowieso gebeutelten Haiti, als israelische Rettungskräfte einen Verschütteten geborgen hatten. In ersten Reportagen des französischen Fernsehens hörte man deutlich die Umstehenden rufen „Vive Israel“. Bei späteren Sendungen waren diese Rufe herausgeschnitten…
    Albert @ mit Turmps „Aussenpolitik“, sofern jemand imstande ist, selbige zu definieren, hat das absolut nichts zu tun. Wohl aber mit Notwendigkeit. Ein Bettler kann sich seine Gönner nicht aussuchen, sagt ein Sprichwort.

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