Israel rutscht im Korruptionswahrnehmungsindex nach unten

Nachdem Israel einige Jahre lang Fortschritte im Kampf gegen die Korruption erzielte, bescheinigt der neue Bericht dem Land einen Rückfall. Experten warnen, der jüdische Staat könne auf die schiefe Bahn geraten.
Insgesamt wurde die Korruptionswahrnehmung in 180 Ländern untersucht

Foto: Transparency Int'l, Twitter

Insgesamt wurde die Korruptionswahrnehmung in 180 Ländern untersucht

JERUSALEM (inn) – Im Korruptionswahrnehmungs-Index hat Israel an Boden verloren. Der Bericht der Organisation Transparency International für 2019 sieht den jüdischen Staat auf dem 35. Platz. Im Jahr 2016 hatte Israel noch auf dem 28. Rang gelegen. Im Zeitraum davor hatte das Land bei der Korruptionsbekämpfung Fortschritte gemacht.

Für den Index werden Bewohner der einzelnen Länder gefragt, wie sie die Korruption in ihrem Land einschätzen. Die Autoren der Studie kommen zu dem Ergebnis, dass eine ganze Reihe von Ländern Rückschritte gemacht hat. Im Verlauf der vergangenen drei Jahre sind etwa die USA vom 18. auf den 23., die Türkei vom 75. auf den 91. und Polen vom 29. auf den 41. Rang gerutscht.

Im vergangenen Jahr haben sich besonders stark Kanada, Nicaragua und Australien verschlechtert. Auf einer Skala von 0 bis 100 fielen sie um sieben bis acht Zähler zurück. Stark verbessert haben sich hingegen Griechenland (+12), Guyana (+12) und Estland (+10).

Den ersten Platz belegen gleichauf mit 87 Punkten Dänemark und Neuseeland. Der Wert 100 stünde für Korruptionsfreiheit. Es folgen Finnland, dann gleichauf Singapur, Schweden und die Schweiz, sodann Norwegen, die Niederlande, Deutschland und Luxemburg. Die Schlusslichter bilden Venezuela, Jemen, Syrien, Südsudan und Somalia.

Bessere Ergebnisse in nächster Nachbarschaft

Auch im Nahen Osten gibt es Länder, die besser abschneiden als Israel. Die Vereinigten Arabischen Emirate liegen auf Platz 21 (71 Punkte) und Katar auf Platz 30 (62 Punkte).

Die Vorsitzende von Transparency International in Israel, Nili Arad, sagte laut der Zeitung „Jerusalem Post“: „Israel ist kein korruptes Land. Nichtsdestotrotz sind dies schwierige Zeiten für israelische Bürger und Einwohner und wir erleben unglücklicherweise ein negatives Klima der Zersplitterung und des Extremismus.“ Israel könne auf die schiefe Bahn geraten und ein korruptes Land werden.

Insgesamt mahnt die Vorsitzende von Transparency International, Delia Ferreira Rubio, als Fazit zu der Studie: „Die Regierungen müssen dringend die zerstörerische Rolle des Großen Geldes in der politischen Parteienfinanzierung und seinen unangemessenen Einfluss auf unsere politischen Systeme angehen.“

Von: tk

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