JERUSALEM (inn) – Die israelische Regierung hat einer begrenzten Öffnung des Rafah-Übergangs zwischen dem Gazastreifen und Ägypten zugestimmt. Der Übergang sei für Fußgänger nach einer Sicherheitskontrolle durch Israel möglich, erklärte sie am Sonntag. Eine vollständige Öffnung werde erst dann erfolgen, wenn alles Mögliche versucht worden sei, den Leichnam der Geisel Ran Gvili zurück nach Israel zu bringen.
Am Wochenende war eine Suchaktion auf einem Friedhof im nördlichen Gazastreifen gestartet. Am Montagnachmittag meldete Israel schließlich den Erfolg: Die Truppen fanden die Überreste von Ran Gvili und brachten ihn nach Israel. Experten vom rechtsmedizinischen Institut Abu Kabir bestätigten die Identität anhand des Gebisses und von Fingerabdrücken.
Die Rückbringung bedeutet das Ende einer 843 Tage langen Phase, die quälend für alle war, die um das Schicksal der Geiseln bangten. Verteidigungsminister Israel Katz (Likud) sprach von einem „schmerzvollen Moment des Abschlusses“.
Erstmals seit langem keine Geiseln mehr
Erstmals seit der Militäroperation 2014 befinden sich nun keine Geiseln mehr im Gazastreifen. Die Hamas hatte lange die Leichname der Soldaten Hadar Goldin und Oron Schaul zurückgehalten. Die Armee brachte die Überreste von Schaul im Januar 2025 nach Israel, die von Goldin im November 2025.
Auch die beiden israelischen Staatsbürger Avraham Mengistu und Hischam al-Sajed sind wieder zurück in Israel. Mengistu geriet 2014 aufgrund geistiger Verwirrung in den Gazastreifen, Al-Sajed aus gleichen Gründen ein Jahr später. Beide kamen im Februar 2025 frei.
Mit dieser Entwicklung kann auch aus israelischer Sicht die zweite Phase des Gazaplans beginnen. Mehrere Länder, darunter die USA, hatten zuletzt eine Öffnung des Rafah-Übergangs gefordert, obwohl sich die letzte Geisel noch im Gazastreifen befand. Israel betonte stets, dass die Rückbringung aller Geiseln sei Voraussetzung für die weitere Umsetzung des Gazaplanes.
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Bedenken im Kabinett
Am Montag soll der Hohe Vertreter für den Gazastreifen, der Bulgare Nickolay Mladenov, in Israel eintreffen. Geplant sind Gespräche mit israelischen und palästinensischen Vertretern zum Rafah-Übergang und zum Aufbau der Technokratenregierung für den Gazastreifen.
Die Beteiligung der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) an der Technokratenregierung sorgt indes für Zwist innerhalb des Kabinetts. Im Zentrum stehen Bedenken, dass die Terror-Organisation Hamas letztlich bewaffnet bleibt und weiterhin ein Sicherheitsrisiko für Israel darstellt.
Verkehrsministerin Miri Regev (Likud) betonte, weder die Hamas noch die PA dürften im Gazastreifen regieren. Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir (Jüdische Stärke) warf den amerikanischen Regierungsberatern Steve Witkoff und Jared Kushner Naivität vor. Beide hatten zuletzt auf eine Umsetzung des Gazaplanes gedrängt. (df)
5 Antworten
Ich wünsche den IDF viel Glück bei ihrer Suche nach dem letzten Verlorenen im Streifen.
SHALOM
ENDLICH……….Soeben über WELT und TAGESSPIEGEL reingekommen, Ran Gvili, der letzte Verlorene ist gefunden. Meine Verwandten haben mich vor ein paar Minuten auch schon informiert.
Damit sind ALLE zu Hause, gelobt seien der Ewige und die Zahal.
SHALOM
Soeben bei Ynet gelesen. Die Leiche Ran Gvilis wurde in einem palästinensischen Massengrab gefunden. Wohl deshalb auch die Zustimmung Israels, den Grenzübergang Rafah zu öffnen.
Ich bin sehr dankbar, dass Ran Gvili gefunden wurde. JETZT können die Familie, die Geiseln, ganz Israel diese Geschichte erst verarbeiten und in gewissem Maße auch abschließen, ohne zu vergessen und gegen jeglichen Terror weiter vorzugehen.
Ran, ich wünsche dir würdevolle Ruhe in den Armen Gottes. Du hast es nicht verdient, in einem Massengrab verschachert zu werden, womöglich zusammen mit diesen Bestien. Danke dir für deinen sofortigen Einsatz gegen die Terroristen trotz deiner verletzten Schulter. Ruhe in Frieden. Der Familie viel Trost und Kraft. ✝️
Zum letzten Mal von mir:🎗
Der Fund der letzten Geisel,Ran Gvili ,ist sogar schon von der JÜDISCHEN ALLGEMEINEN verifiziert und bestätigt worden.
Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir wirft Steve Witkoff und Jared Kushner zu Recht Naivität vor. In der Tat, die Hamas wird unterschätzt.