Israel kritisiert Würdigung durch EU

Der EU-Botschafter in Israel soll eine Ausstellung zu „50 Jahre Besatzung im Westjordanland“ besuchen. Das israelische Außenministerium hält dies für überheblich.
Die Ausstellung porträtiert 50 Palästinenser, die 1967 geboren wurden

Foto: B'Tselem, Facebook

Die Ausstellung porträtiert 50 Palästinenser, die 1967 geboren wurden

JERUSALEM / BRÜSSEL (inn) – Israel hat die Europäische Union am Montag scharf kritisiert. Anlass ist die Ankündigung, EU-Botschafter Emanuele Giaufret werde eine Ausstellung der israelkritischen Organisation „B’Tselem“ besuchen. Darin geht es um „50 Jahre Besatzung des Westjordanlandes“, wie der Nachrichtensender „i24news“ berichtet. Gezeigt werden Porträts von 50 Palästinensern, die 1967, also im Jahr des Sechs-Tage-Krieges, geboren wurden.

„Aus unbekannten Gründen denken die EU-Leute, dass der Weg zu den Herzen der Israelis darüber führt, ihnen ins Gesicht zu spucken“, sagte der Sprecher des israelischen Außenministeriums, Emmanuel Nahschon, der Tageszeitung „Ha’aretz“. „Wir sehen erneut dieselbe gönnerhafte Annäherung, eine heuchlerische, herablassende Moral zu predigen, die eher wegstößt, als näherzubringen. Es ist traurig und überflüssig.“

Ein EU-Vertreter bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, dass Botschafter Giaufret die Ausstellung am Donnerstag besuchen werde. Dies stehe in Verbindung mit dem Internationalen Tag der Menschenrechte, der am 10. Dezember begangen wird. Im April hatte Israels Premierminister Benjamin Netanjahu kurzfristig ein Gespräch mit Bundesaußenminister Sigmar Gabriel in Jerusalem abgesagt. Der Grund: Der SPD-Politiker weigerte sich, auf ein Treffen mit „B’Tselem“ und der ebenfalls israelkritischen Organisation „Breaking the Silence“ zu verzichten.

Netanjahu vor Reise nach Brüssel

In der kommenden Woche will Netanjahu Brüssel besuchen. Dort sind informelle Gespräche mit verschiedenen Außenministern von EU-Mitgliedstaaten geplant.

Die nichtstaatliche Organisation „B’Tselem“ dokumentiert israelische und palästinensische Menschenrechtsverletzungen im Westjordanland. In der Vergangenheit hat sie Israel bereits Apartheid und Nazi-Methoden vorgeworfen. Ein Vertreter der israelischen Organisation prangerte im vergangenen Jahr den jüdischen Staat vor dem Weltsicherheitsrat an.

Von: eh

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