Israel führt flächendeckend KI-Englischunterricht ein

Alle israelischen Mittelschüler haben ab dem kommenden Schuljahr KI-gestützten Englischunterricht. Damit will die Regierung das Bildungssystem entlasten.
Von Israelnetz
Symbollbild: Schüler sitzen vor Computer

JERUSALEM (inn) – An staatlichen Schulen in Israel sollen im kommenden Schuljahr alle Jugendliche ab der siebten Klasse Englisch mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) lernen. Das gaben das Büro von Premierminister Benjamin Netanjahu und der Bildungsminister Joav Kisch (beide Likud) in einer gemeinsamen Stellungnahme bekannt. Ab September hat jeder Schüler der Mittelstufe (7.–9. Klasse) eine individuell angepassten KI-Software zur Seite. Unter anderem erstellt das Programm einen individuell angepassten Lernplan, übt mit den Schülern, weist sie auf Fehler hin und wiederholt Gelerntes.

Israel ist damit einer der Vorreiter. Laut (der Organisation für Wirtschaft, Kooperation und Entwicklung (OECD) katapultiert der Schritt den jüdischen Staat in die Top drei der fortschrittlichsten KI-unterstützen Bildungssysteme, verglichen mit anderen Mitgliedsstaaten.

Revolution im Bildungssektor

Netanjahu spricht von einer „vorteilhaften und benutzerfreundlichen“ Software, die auch nach der offiziellen Schulzeit noch genutzt werden könne. Kisch nennt es eine „Revolution“ im Bildungssektor.

Zuvor hatte Israel das Lernmodell „Projekt 720“ an 28 Schulen ein Jahr lang getestet. Im neuen Schuljahr werden nun alle 180 Mittelschulen des Landes mit den Lernsystemen ausgestattet.

Der Name setzt sich aus der Addition von 360 und 360 zusammen. Er steht für 360 Grad Voll-Umsorgung der Schüler und 360 Grad Unterstützung für das Lehrpersonal. Für die Lehrer aus Fleisch und Blut stehen zudem KI-gestützte Fortbildungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Lücken sollen geschlossen werden

Laut Kisch beteiligen sich am Ausbau des Projektes führende Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Hightech-Branche und Industrie. Sie sollen dabei helfen, die „Lücke zu schließen“, die das aktuelle Bildungssystem und Anforderungen des Arbeitsmarktes von morgen aufweisen.

Seit Jahren kämpft Israel mit Lehrermangel, einem geringen Lohnniveau für die Pädagogen und überfüllten Klassenräumen. (cb)

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8 Kommentare

  1. Super! Damit wird den Schülern ein gutes Angebot bereitet trotz Lehrermangel. Die KI passt sich dem Niveau des jeweils Lernenden an und beantwortet auch Fragen. Das Sprechenlernen ist noch wichtiger als das Schreiben. Bei mir gab es noch keine KI. Ich profitierte noch von der Volkshochschule, später spanisch über „Babble“ weil ich unbedingt mit unserem Patenkind (Compassion) in Kolumbien kommunizieren wollte.
    Wünsche allen Schülern fröhliches Lernen!

  2. Israel und nicht die Toscana ist damit Vorreiter wie immer nicht zum erstmal.

  3. Ich finde die Idee mit dem KI-gestützten Englischunterricht gut. Der Computer hat mir schon bei der Aussprache in Englisch geholfen. Aber KI kann keine Lehrkraft ersetzen.

  4. Als Hilfsmittel, als Werkzeug okay. Aber nicht als Ersatz für echte Lehrkräfte. Der Mensch muss die Hauptrolle spielen beim Lernen, vor allem aber beim Lehren.
    SHALOM

    1. @Klaus
      Da stimme ich dir zu. Bloß nicht zuviel KI. Heutzutage müssen die Jugendlichen ja schon Google fragen,wann das Nudelwasser kocht.😬😬

    2. Ein sehr empfehlenswertes Buch von John Lennox: 2084 Künstliche Intelligenz und die Zukunft der Menschheit. Darin erinnert er, dass Künstliche Intelligenz kein Ich-Bewusstsein hat. Er führt drei triftige Gründe an, warum er die Euphorie bezüglich KI in keiner Weise teilt.

      1. @Jakob
        Vielen Dank für den Tipp! Ich stehe der KI auch skeptisch gegenüber. Sie kann ja hilfreich sein. Aber wenn Sie einen zu großen Raum bekommt? Ob das wirklich gut ist,bezweifle ich. Der Mensch hat von Gott das Hirn bekommen. Das sollte er auch nutzen.

      2. Das neueste Buch von John Lennox: „God, KI, and the End of History“ (Aber vermutlich erst in Englisch erhältlich).
        Vor ein paar Tagen las ich, dass Gruppierungen Buchantiquariate aufkaufen und die Bücher vernichten. Ob das irgend einen Zusammenhang hat – wie unsinnig wäre denn das.

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