Israel-Freundestreffen in Maisenbach

Die bleibende Bedeutung Jerusalems ist zentrales Thema beim Treffen der Israel-Freunde in Maisenbach. Wie dort bekannt wurde, plant der Verein Zedakah den Ausbau seines Heims für Holocaustgeschädigte.
Etwa 1.000 Israel-Freunde sind am 1. Mai nach Maisenbach gekommen

Foto: Zedakah/Ellie Dyck

Etwa 1.000 Israel-Freunde sind am 1. Mai nach Maisenbach gekommen

MAISENBACH (inn) – Für den gut 500 Einwohner zählenden Schwarzwaldort Maisenbach bei Bad Liebenzell ist es immer ein besonderes Ereignis: Fast doppelt so viele Besucher, wie der Ort Einwohner hat, sind am 1. Mai zum Israel-Freundestreffen gekommen. Der Verein Zedakah hat hier seinen Sitz. Von hier aus wird die Arbeit in Israel für Holocaustgeschädigte koordiniert und durch Weiterleitung der Spenden aus dem Freundeskreis finanziert. Hier gibt es auch das Gästehaus des Vereins: das Haus „Bethel“.

Jerusalem als Stadt des Friedens

Im Zentrum der Vorträge stand Jerusalem im Jahre 50 nach seiner Wiedervereinigung. Diese Stadt steht nicht nur im Fokus der politischen Auseinandersetzung, wie Pfarrer Steffen Kern, der Vorsitzende des altpietistischen Gemeinschaftsverbandes, ausführte. Sie hat auch in der biblischen Sichtweise eine wichtige Bedeutung, nicht nur für die Vergangenheit. In der Zukunftsperspektive der Bibel spielt sie eine zentrale Rolle.

Johannes Gerloff, Journalist und Autor aus Jerusalem, wies darauf hin, dass es nur schwer verständlich sei, warum aus Jerusalem immer nur über Auseinandersetzungen berichtet werde. Mit ihren Bewohnern aus mehr als 100 verschiedenen Ländern, Kulturen und Religionen, die überwiegend friedlich miteinander auskommen, sei diese Stadt ein starkes Symbol für ihren Namen: Stadt des Friedens.

Ausbau geplant

Einen bewegenden Bericht über ihr Schicksal im nationalsozialistischen Deutschland und ihren abenteuerlichen Rettungsweg bis ins damalige Palästina gab die 91-jährige Mirjam Pollin. Sie bedankte sich beim Freundeskreis und den Mitarbeitern für das großartige Pflegeangebot im nordisraelischen Ma’alot, von dem ihr inzwischen verstorbener Mann fünf Jahre profitiert hatte.

Eine Besonderheit des diesjährigen Treffens war die Information des Freundeskreises über Erweiterungsabsichten für die Pflegeeinrichtung in Ma’alot. Diese Einrichtung für pflegebedürftige Holocaustüberlebende hat bisher 24 Plätze. Damit wird sie der starken Nachfrage in keiner Weise gerecht. Sowohl Angehörige als auch staatliche Stellen fragen nach einer Erweiterung.

Der Architekt Amos Livnat aus Haifa hat dem Freundeskreis jetzt Erweiterungspläne von 24 auf 72 Plätze vorgelegt. Darin sind auch Pläne für eine neue Bunkeranlage enthalten, die dem neuen Sicherheitsstandard in Israel entsprechen. Wenn die notwendigen Spendenmittel für den Rohbau eingegangen sind, soll mit dem Anbau begonnen werden.

Der pietistische Prediger Friedrich Nothacker hatte das „Liebeswerk Zedakah“ 1960 gegründet. „Zedakah“ bedeutet auf Hebräisch „Wohltätigkeit“. Derzeit unterhält Zedakah zwei Häuser, in denen Holocaustüberlebende Unterstützung erhalten: Neben Ma’alot findet sich auch eines in Schawei Zion an der Mittelmeerküste. Der Leitspruch des Vereins stammt aus dem biblischen Buch Jesaja und lautet: „Tröstet, tröstet mein Volk!“

Von: Johann Ubben

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