JERUSALEM (inn) – Zu den Fackelanzündern für den diesjährigen israelischen Unabhängigkeitstag gehören Kriegshelden und die Mutter einer toten Geisel. Ausländer, die dem jüdischen Staat wohlwollend gegenüber stehen, vertritt der argentinische Staatspräsident Javier Milei. Entsprechend den biblischen Stämmen Israels gibt es zwölf Fackeln. Die Zeremonie ist am Abend des 21. April auf dem Jerusalemer Herzlberg.
Stellvertretend für verletzte Soldaten
Der Soldat Ari Spitz wurde bei einer Explosion im Norden des Gazastreifens schwer verwundet. Er verlor eine Hand und beide Beine. Anderthalb Monate lang war er ohne Bewusstsein und wurde beatmet, anschließend begann eine 200-tägige Rehabilitation. Er soll stellvertretend für alle an Körper oder Seele verletzten Armeeangehörigen eine Fackel entzünden.
Der Luft- und Raumfahrtoffizier Matan B. diente in verschiedenen Funktionen in der israelischen Luftwaffe. Er hatte eine führende Rolle bei den operativen Programmen der Operation „Löwengebrüll“ gegen das iranische Regime, und auch beim zwölftägigen Krieg im Juni 2025.
Zusammen mit ihm steckt die Soldatin Nurit R. eine Fackel an. Sie wurde zwei Tage vor dem Terrormassaker vom 7. Oktober 2023 Kommandeurin einer Aufklärungseinheit im Norden der Gaza-Division. Als die Hamas ihren Großangriff begann, nahm sie eine wichtige Funktion beim Kampf um die Basis Urim ein. Zwei Wochen nach einer Verletzung nahm sie ihren Dienst wieder auf und wurde schwer verwundet. Infolgedessen wurde ihr ein Fuß amputiert.
Der Investor Gili Ra’anan setzt sich laut Verkehrsministerin Miri Regev (Likud) seit Jahren für die israelische Innovation und ihre Positionierung in der Welt ein. Er investierte auch in das Cloud-Sicherheitsunternehmen Wiz, das Google im März für 32 Milliarden US-Dollar übernahm.
Kochen für Soldaten an der Nordgrenze
Ora Chatan lebt im nordisraelischen Moschav Schetula. Dieser befindet sich nahe der Grenze zum Libanon. Trotz des Krieges hat sie ihren Wohnort nicht verlassen, obwohl sie das von ihr geführte kurdische Restaurant schließen musste. Sie entschied sich vielmehr, ehrenamtlich für Soldaten im Grenzgebiet zu kochen. „Sie sind für mich wie Söhne“, sagte sie im Gespräch mit der Zeitung „Yediot Aharonot“.
Auch die Schauspielerin und Komikerin Hanna Laslo wurde vom zuständigen Komitee ausgewählt. Im Jahr 2005 gewann sie beim Filmfestival in Cannes den Preis für die beste Schauspielerin. Sie gehöre zu den „am meisten geliebten und einzigartigen Stimmen in der israelischen Kultur“, sagte Regev. Seit Jahrzehnten sprenge sie Grenzen und bringe Menschen zum Lachen.
Allerdings teilte Laslo am Montag mit, dass sie auf die Ehre verzichte. Zuvor hatten Hinterbliebene gefallener Soldaten die Entscheidung des Verkehrsministeriums kritisiert. Anlass war ihre Unterstützung für eine Petition mit dem Titel „Beendet den Horror in Gaza“. Die Angehörigen sahen darin den Vorwurf, Soldaten begingen Kriegsverbrechen in Gaza. Aus dem Komitee hieß es, für Laslo werde keine Ersatzperson benannt.
Der Filmemacher Mosche Edri wanderte mit zehn Jahren vom marokkanischen Tanger nach Israel ein. 2024 gewann er den Israel-Preis für sein Lebenswerk. Der 74-Jährige sei gemeinsam mit seinem schon verstorbenen Bruder Leon Edri zu einer Säule des israelischen Kinos geworden, merkte Regev an.
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Der Druse Tamar Atallah diente fast ein Jahrzehnt in der ökonomischen Abteilung und dem Sicherheitssystem der Armee. Nach Aussage von Regev verdanken ihm viele Drusen im syrischen Suweida ihr Leben. Während des dortigen Massakers habe er einen großen Beitrag für die israelischen Rettungsbemühungen geleistet.
Die Leiterin der Hämatologischen Abteilung im Jerusalemer Hadassah-Krankenhaus, Dina Ben-Jehuda, widmet ihr Leben der Rettung von Menschenleben und der medizinischen Forschung. Ihre Wahl sei ein Weg, den Ärzten und Wissenschaftlern für ihren großen Einsatz während eines so komplizierten Jahres zu danken, erklärte die Verkehrsministerin.
Von der Revolutionsgarde nach Israel
Der jüdische Geschäftsmann Roni Aynsas stammt aus dem Iran. Dort gab er sich als Muslim aus, als er nach der Schule ein Formular wegen des Wehr- oder Zivildienstes ausfüllen sollte. Dies brachte ihn in die Revolutionsgarde – und damit in die Position, iranische Juden zu retten. Nachdem er aufgeflogen war, floh er nach Israel und gründete dort mehrere Unternehmen.
Rav Avraham Sarbiv arbeitet für das rabbinische Gericht in Tel Aviv. Im Gazakrieg war er verantwortlich für einen Bulldozer der Infanterie, der Häuser zerstörte. Kritik zog er mit der Forderung auf sich, „Gaza platt zu machen“. Regev würdigte ihn allerdings wegen seines jahrelangen Einsatzes für die Stärkung der „Welt der Tora und des Siedelns“.
Talik Gvili trauert um ihren Sohn Ran Gvili, der Ende Januar als letzte der 251 Geiseln aus dem Gazastreifen zurückgebracht wurde. Der Polizist war am 7. Oktober gefallen, als er seinen Kameraden im Kampf gegen Terroristen auf dem Gelände des Nova-Festivals beistand. Trotz einer gebrochenen Schulter beteiligte er sich an der Rettung von Menschenleben.
Gemeinsam mit der Mutter, die sich sehr für Rans Rückführung eingesetzt hatte, entzündet Gal Hirsch eine Fackel. Er ist der Koordinator der israelischen Regierung für Geiseln und Vermisste.
Starkoch mit Michelin-Stern
Der israelische Starkoch Assaf Granit hat es 2021 geschafft, einen Michelin-Stern für sein Lokal „Shabour“ in Paris zu erhalten. Nach Ausbruch des Krieges infolge des Hamas-Massakers kehrte er als Reservist nach Israel zurück und diente als Sanitäter in der Armee.
Traditionell darf auch ein Ausländer eine Fackel bei der Zeremonie entzünden. In diesem Jahr ist es der argentinische Präsident Javier Milei (LLA). Er habe in der bislang zweieinhalbjährigen Amtszeit „seine Unterstützung für Israel in einer Reihe Schritte gezeigt“. Dazu gehöre die Einstufung der iranischen Revolutionsgarde, der Hisbollah und der Hamas als Terror-Organisationen. Zudem habe er veranlasst, dass die Palästina-Straße in Buenos Aires zu Ehren dreier ermordeter Geiseln in Familie-Bibas-Straße umbenannt wurde.
Milei erhält bei seinem Besuch zudem eine Auszeichnung vom israelischen Staatsoberhaupt Jizchak Herzog: die „Ehrenmedaille des Präsidenten“. Er habe „unerschütterliche Unterstützung für Israel auf der internationalen Bühne gezeigt“, heißt es aus dem Präsidialamt. Argentinien sei dank seiner Politik zu einem der wichtigsten Verbündeten geworden.
Die Zeremonie für den 78. Unabhängigkeitstag – Jom HaAzma’ut – steht unter dem Thema „Ozmot schel hitchadschut“. Das heißt übersetzt: „Kräfte der Erneuerung“. (eh)
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Ein Kommentar
Der argentinische Präsident Milei, bester Italiener von allen, bester Freund Israels.