JERUSALEM (inn) – Der argentinische Staatspräsident Javier Milei und der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu (Likud) haben am Sonntag in Jerusalem den offiziellen Start der Isaak-Abkommen verkündet. Diese sind an die Abraham-Abkommen zwischen dem jüdischen und mehreren arabischen Staaten angelehnt.
Milei, der zur Partei „Die Freiheit schreitet voran“ (LLA) gehört, traf am Sonntag in Jerusalem ein. Begleitet wird er unter anderen von Außenminister Pablo Quirno (LLA) und Justizminister Juan Bautista Mahiques (unabhängig). Der Präsident besuchte nach seiner Ankunft zunächst die Klagemauer in der Altstadt.
Die Isaak-Abkommen hat Milei initiiert. Das neue strategische Rahmenwerk soll die Zusammenarbeit zwischen Argentinien, Israel und gleichgesinnten Partnern in der westlichen Hemisphäre stärken. Es gehe um die Nachkommen von Isaak und um Nationen der jüdisch-christlichen Tradition, schreibt das israelische Außenministerium.
Ein Schwerpunkt ist demnach die Verteidigung von Freiheit und Demokratie. Doch auch der Kampf gegen Terror, Antisemitismus und Drogenhandel ist ein wichtiges Element. „Teilnehmende Länder werden konkrete Handlungen auf Grundlage dieser Grundsätze anstreben“, heißt es. Insbesondere gelte es, den iranischen Bemühungen entgegenwirken, Terrornetzwerke und ihre operative Präsenz in der westlichen Hemisphäre zu verbreiten.
Netanjahu: Beginn eines Wandels
„Diese Initiative ist inspiriert durch die Vision von Donald J. Trumps Abraham-Abkommen. Die Isaak-Abkommen wurden von Präsident Milei ersonnen, der sich als führende Stimme für Freiheit und Hoffnung in der Region herausgestellt hat“, erklärt das Ministerium.
Netanjahu sagte bei dem Treffen mit Milei: „Wir sehen den Beginn eines Wandels. Natürlich haben wir einen enormen Wandel in Argentinien gesehen. Aber ich denke, dass dies auch ein Kompass und eine Landkarte für andere Länder ist.“ Er hoffe auf ähnliche Auswirkungen in Lateinamerika wie bei den Abraham-Abkommen für Länder in der Nahostregion, die an der Förderung von Frieden, Wohlstand und Sicherheit interessiert seien, dasselbe bezüglich gemeinsamer Ziele und Werte in Lateinamerika geschehen könne. „Und es beginnt genau hier.“
Der Regierungschef fügte an: „Wir hatten Abraham, wir hatten Isaak, aber was werden die Jakob-Abkommen sein? Ich denke genau jetzt darüber nach. Aber wir haben Zeit, auch das voranzubringen. Dies ist unser erster Schritt.“
Premiere: Direktflüge von Israel nach Argentinien
Zudem kündigten die beiden Politiker an, dass es ab November erstmals Direktflüge zwischen Israel und Argentinien geben solle. Dafür werde die israelische Fluggesellschaft El Al zuständig sein. Ein staatlicher Unterstützungsmechanismus soll ökonomische Umsetzbarkeit und Kontinuität garantieren.
Der Botschafter der USA in Jerusalem, Mike Huckabee, nahm ebenfalls an dem Treffen teil. Er sagte, er wolle beim ersten Flug der neuen Verbindung dabei sein.
Milei indes wird eine besondere Ehre zuteil: Bei der Auftaktzeremonie zum 78. israelischen Unabhängigkeitstag darf er am Dienstagabend eine der zwölf traditionellen Fackeln entzünden. Es sei das erste Mal, dass dafür ein ausländischer Staatenlenker ausgewählt wurde, betonte Netanjahu.
Der argentinische Präsident habe moralische Klarheit und Mut in Fülle, ergänzte er. Die freie Welt sollte ihm salutieren. Dabei verwendete der Premier ein Wortspiel mit dem hebräischen Ausdruck für „Freund“ – „chaver“ – und dem Vornamen des Argentiniers, „Javier“.
Künstliche Intelligenz erforschen
Zudem wurden zwei Absichtserklärungen unterzeichnet. Bei der einen geht es um den Kampf gegen Terror. Die andere bezieht sich auf eine gemeinsame Initiative zur Erforschung von Künstlicher Intelligenz.
Milei wiederholte seine Ankündigung, die argentinische Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen. Die moderne Sicherheitskooperation setzte er in Verbindung mit der argentinischen Geschichte von staatlich gefördertem Terror. Dabei erwähnte er die Anschläge auf das jüdische AMIA-Zentrum und die israelische Botschaft in Buenos Aires in den 1990er Jahren: „Bis zu diesem Tag suchen wir nach Gerechtigkeit.“ Die Angriffe seien direkt von der Islamischen Republik Iran angestiftet worden, sagte das argentinische Staatsoberhaupt laut der israelischen Nachrichtenseite „i24news“. (eh)
Ein Kommentar
Freiheit und Demokratie, Kampf gegen Terror, Antisemitismus und Drogenhandel, das sind gute Werte, für die es sich lohnt, gemeinsam zusammenzuarbeiten und die Beziehung zu Argentinien zu vertiefen.
Ich sags mal wie
@Alberto: Präsident Javier Milei, der einzige ausländische Fackelentzünder, der beste von allen und ein chaver.😉🤗