Inderin gewinnt Schönheitswettbewerb in Israel

Bei einer morgendlichen Zeremonie in Eilat wird die indische Kandidatin zur Miss Universe gekrönt. Für die Vertreterin eines Golfstaates ist es in doppelter Hinsicht ein historisches Erlebnis.
Von Israelnetz
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Miss India Harnaaz Sandhu
Die neue Miss Universe, Harnaaz Sandhu

EILAT (inn) – Die Inderin Harnaaz Sandhu hat am Montagmorgen den diesjährigen Miss-Universe-Wettbewerb gewonnen. Er wurde in der südisraelischen Stadt Eilat ausgetragen. Damit Fernsehzuschauer in Amerika die Übertragung live miterleben konnten, begann die dreistündige Zeremonie um 5 Uhr Ortszeit.

Am 70. Miss-Universe-Wettbewerb beteiligten sich 80 Kandidatinnen aus aller Welt. Das Finale erreichten neben Miss India die Schönheitsköniginnen aus Paraguay und Südafrika, Nadia Ferreira und Lalela Mswane. Die Südafrikanerin hatte von ihrer Regierung die Aufforderung erhalten, die Teilnahme wegen der israelischen Besatzung abzusagen. Doch sie lehnte dies ab, obwohl ihr die staatliche Unterstützung entzogen wurde. Die Israelin Noa Cochva erreichte beim Wettbewerb nicht die Runde der letzten 16. Vorjahressiegerin Andrea Meza aus Mexiko überreichte die Krone an Gewinnerin Sandhu.

Moderator Steve Harvey lobte Israel als ein schönes Land, „das reich an Kultur und Geschichte ist“. Irritiert war er, weil besonders viele Fans die philippinische Teilnehmerin Beatrice Luigi Gomez anfeuerten. Wegen der Einreisebeschränkungen angesichts der Omikron-Variante des Coronavirus war der Saal in Eilat nur halb voll. Doch viele in Israel lebende Filipinos befanden sich unter den Zuschauern. Harvey merkte an: „Ich dachte, wir seien in Israel.“

Premiere im Ganzkörperbadeanzug

Miss Bahrain, Manar ‚Jess‘ Nadim Dejani, war die erste Frau aus dem Golfstaat, die sich für den Titel „Miss Universe“ bewarb. Sie sorgte für eine weitere Premiere: Bei der Bademode trat sie als erste Teilnehmerin überhaupt mit einem Ganzkörperanzug auf. In einem Interview erklärte sie dazu, sie teile den Augenblick „mit den Millionen Frauen, die glauben, dass in dieser Generation der einzige Standard für Schönheit das Licht sein sollte, das von innen scheint“.

Bei der Planung für den musikalischen Rahmen hatten die Veranstalter im Vorfeld eine Absage erhalten: Die Siegerin beim Eurovision Song Contest 2018, Netta Barzilai, wollte nicht auftreten. Dem Sender „Kanal 13“ sagte sie: „Auch wenn ich darin viel Schönheit sehe, kann ich mich nicht auf einer Bühne sehen, wo Frauen nach Erscheinung, Körpermaßen, Höhe und Gewicht beurteilt werden.“ Trotz positiver Veränderungen im Laufe der Zeit denke sie immer noch: „Schönheitswettbewerbe sind ein hartes Konzept. Sie sind überholt und nehmen ab. Es ist Zeit, weiterzugehen.“

Die international noch unbekannte Sängerin Noa Kirel trat hingegen während der Show auf. Außerdem gab es „Hallelujah“ von Leonoard Cohen in einer Version mit den Sprachen Hebräisch, Arabisch und Englisch. Daran beteiligten sich Harel Skaat, die Ehefrau des stellvertretenden Außenministers Idan Roll (Jesch Atid), sowie die christliche Araberin Valerie Hamaty und die religiöse Jüdin Narkis.

Win-Win-Situation

Das Tourismusministerium wertete die Veranstaltung als Gewinn. Zuschauer in 172 Ländern hätten positive Facetten von Israel zu sehen bekmmen. Außerdem habe jede der 80 Bewerberinnen Beiträge in den sozialen Medien veröffentlicht. Dazu gehörten Bilder von Ausflügen im Land, die teilweise auch in der Sendung vorkamen.

Die Kommunikationsdirektorin von Miss Universe, Meg Omecene, sagte, die Entscheidung für Israel sei auch wegen der vielfältigen Angebote und der reichen Geschichte gefallen: „Wir suchen nach Orten, die für unsere Kandidatinnen eine reichhaltige Erfahrung bieten.“ Sie nannte die Jerusalemer Altstadt, ein Gebet an der Klagemauer, ein Bad im Toten Meer, eine Tour durch die Wüste und Schwimmen mit Delfinen im Roten Meer. Ihr Fazit lautet: „Es war wirklich eine großartige Erfahrung.“ (eh)

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