MA’AGAN MICHAEL / AL-MAWASI (inn) – Die israelische Hilfsorganisation „NATAN Weltweite Katastrophenhilfe“ hat am Dienstag die Eröffnung einer Kinderklinik im südlichen Gazastreifen angekündigt. Sie soll im September im Flüchtlingslager in Al-Mawasi in Betrieb gehen und bis zu 10.000 Kinder versorgen. Dafür arbeitet NATAN mit der amerikanischen Organisation „Gaza-Kinderdorf“ (GCV) zusammen.
Die neue Klinik will eine Grundversorgung, einschließlich Impfungen, anbieten. Auch Rehabilitationsmaßnahmen für Kinder mit Behinderungen soll es geben. Dabei wird NATAN die Ärzte und das Pflegepersonal aus dem Gazastreifen telemedizinisch unterstützen, schrieb die israelische Nachrichtenseite „Times of Israel“. Aufgrund von Restriktionen sei ein Einsatz vor Ort derzeit nicht möglich.
NATAN wurde vor über zwei Jahrzehnten gegründet und nach dem Friedensaktivisten Abie Nathan (1927–2008) benannt. Die Organisation leistet Nothilfe in mehr als zwanzig Ländern. Im vergangenen November begann sie, Frauen im Gazastreifen mit Hygieneprodukten zu versorgen. Eigenen Angaben zufolge gehören ihr mehr als 1.700 freiwillige Helfer an, darunter Ärzte, Pflegekräfte, Psychologen, Sozialarbeiter und Notfallhelfer.
„Kinderdorf“ verfolgt ganzheitlichen Ansatz
Geleitet wird das Projekt von der israelischen Weltraumingenieurin Alice Miller. „Jedes Kind sollte Zugang zu medizinischer Grundversorgung haben“, erklärte sie. Die Klinik sei die Antwort auf einen konkreten Bedarf. Miller ist vielen Israelis ein Begriff: 1995 erstritt sie vor dem Obersten Gericht das Recht, an der Pilotenausbildung der Luftwaffe teilzunehmen.
Für das Klinik-Projekt arbeitet NATAN mit dem palästinensisch-amerikanischen Neurologen David Hasan zusammen. Er gründete das „Gaza-Kinderdorf“ im Juli 2025 aus der Überzeugung heraus, dass Heilung mehr als Nothilfe braucht. So entstanden innerhalb der Kinderdörfer Schulen sowie Bildungs- und Begegnungszentren, mit dem Ziel, Kindern im Gazastreifen etwas Stabilität zu vermitteln. Die Klinik sei das letzte Puzzlestück in der Versorgungskette, sagte Hasan.
Das „Gaza-Kinderdorf“ verfolgt nach eigenen Angaben einen integrativen Ansatz, indem es humanitäre Hilfe mit Bildungs- und Gesundheitsangeboten verbindet. So seien im Gazastreifen kleine lokale Hilfszentren, „Dörfer“ eben, entstanden. Dabei liegt der Fokus auf einer traumasensiblen und psychosozialen Begleitung von Kindern.
In den sogenannten „Akademien der Hoffnung“ werden zwar die Lehrpläne der Palästinensischen Autonomiebehörde verwendet, „aufwieglerische“ Inhalte jedoch ersetzt, schreibt die Organisation auf ihrer Website. Im ersten Schuljahr durchliefen 21.000 Schüler in derzeit vierzehn Akademien das Kurrikulum. (mw)
16 Kommentare
Ich muss bei dieser Meldung an Vivian Silver denken, die sich jahrzehntelang darum bemühte, kranke Kinder aus Gaza in israelischen Krankenhäusern behandeln zu lassen. Sie gehörte zu den ersten Opfern des Hamas-Überfalls. Bitte keine falschen Schlüsse ziehen, es ist gut und nobel, Kindern zu helfen. Unmittelbar nach dem Weltkrieg haben die amerikanischen Quäker zum Beispiel viel Gutes im besiegten Deutschland getan. Wie gesagt, nach dem Krieg.
Ein wunderbarer Ansatz.
Auch das hier: „… aufwieglerische Inhalte (der Lehrpläne werden) jedoch ersetzt“.
Viel Glück wünsche ich aus tiefstem Herzen.
Na,das ist mal ein ganz anderer Ansatz für Hilfe im Gazastreifen, und es kommt von einer Israeli,deren Name auch mir nicht ganz unbekannt ist, und der Fokus ist dabei vorwiegend auf Frauen und Kinder ausgerichtet, den in allen Gesellschaften schwächsten Mitgliedern einer sozialen Gemeinschaft. Positiv zu vermerken ist, daß in Zusammenarbeit von NATAN mit dem Gaza-Kinderdorf von Hasan bei den Lehrplänen für die Schulbildung sämtliche grenzwertigen oder überschreitenden Inhalte ausgesiebt und durch
neutrale wertungsfreie Inhalte ersetzt werden. Diese Vorgehensweise könnte irgendwann in einiger Zukunft ausschlaggebend für eine mögliche Aussöhnung beider Seiten sein, falls die Umstände es erlauben. Insofern liegt zumindest ein klein wenig Hoffnung in diesem Unterfangen, auch wenn möglicherweise versucht werden sollte, diese Hoffnung kaputt zu argumentieren.
SHALOM
Manchmal gibt es Hoffnungsschimmer, welche der Bestandteil einer späteren besseren Situation sind.
Israel leistet humanitäre Hilfe im Gazastreifen und eröffnet eine Kinderklinik. Israel hilft jedem.
Möge Gott dieses gute Projekt segnen und schützen vor den Hamas-Terroristen.
@ Maria, dem schließe ich mich an.
LG Eleonora
Wieder einmal und wie so oft eine äußerst noble, meiner Meinung nach fast übermenschlich großzügige Geste und Unterstützung von Israel bzw. jüdischen und/oder israelischen Menschen. Ich hoffe inständig, dass sich diese Großzügigkeit und Hilfe niemals gegen die Helfer richten wird. Zu geläufig sind mir noch die Namen der Opfer des 07.10., von denen auch viele den Pro-Palästinensern geholfen haben; eine davon im Beitrag von @ Antonia benannt.
Ganz praktisch stelle ich mir die Frage, ob NATAN dem in den Familien der Kinder zelebrierten Hass etwas entgegensetzen kann. Schön ist es trotzdem.
Emma, das ist nicht einfach, meine Glaubensgemeinschaft ist da in einer Spirale gefangen. So großmütig und hilfsbereit und barmherzig wir gegenüber selbst dem Feind in Zeiten der Not sind, so hart und brutal und manchmal sogar grausam sind wir im Kampf gegen den selben Feind, wenn er uns angreift, um unsere Existenz als Volk und als Nation zu beenden .Wir haben nicht darum gebeten, so zu werden, aber Jahrtausende der Verfolgung und der Demütigungen der Pogrome und der Feindschaft haben uns dazu werden lassen, und nie wieder werden wir uns beugen. Aber wir sind nicht mitleidlos, Organisationen wie diese beweisen es, selbst wenn wir im umgekehrten Falle vermutlich kaum das gleiche Mitleid erwarten könnten. Mit dieser Erkenntnis müssen wir leben, es wird uns dennoch nicht daran hindern, zu tun, was das Gebot des Mitleids und der Barmherzigkeit von uns verlangt, mag der Preis auch hoch sein.
SHALOM
Danke für den Bericht, es ist eine sehr gute Nachricht und zeigt, wieviel Israel für Menschen, auch feindlich gesonnene, tut. Ich wünsche der neuen Klinik im Gazastreifen alles Gute und Gottes Segen.
Shalom Schabbat !
Endlich, endlich gibt es etwas Positives im Gazastreifen und für die Kinder dort. Und die gute Nachricht kommt zur rechten Zeit, denn voll funktionsfähig scheint keines der palästinensischen Krankenhäuser mehr zu sein. Der Vorwurf, Israel verhindere die Einfuhr medizinisch wichtiger Hilfsmittel, steht dem völlig haltlos gegenüber. Ein Einsatz vor Ort für israelische Ärzte und Hilfspersonal ist leider nicht möglich. Mich würde interessieren, wie HAMAS dazu steht. Wird sie die Arbeit boykottieren oder unterstützen? Wird sie Leute daran hindern, dort Hilfe zu suchen, so wie es bei Essensausgaben der GHF geschah? Auch das war eine israelisch/amerikanische Stiftung, die aber nicht akzeptiert wurde. Ich wünsche dem Projekt NATAN Gottes Segen und den Kindern Hilfe an Körper und Geist (den Geist der Liebe, nicht den des Hasses).
Das ist eine unfassbar noble Geste und Entgegenkommen von Israel für den Gazastreifen. Ob die Pals dies dankend anerkennen ? Israels Kinder wurden von der Hamas abgeschlachtet und Israel antwortet auf diese Weise .
@Marita
Ja, eine echt gute Nachricht liebe Marita. Ich glaube nicht, dass die Gazaner diese Hilfe ablehnen. Sie kommt ja nicht von Israel allein, sondern in Zusammenarbeit mit dem palästinensisch-amerikanischen Neurologen David Hasan, einer der ihren. Ich denke, die Gazaner ergreifen gerade jeden Strohhalm. Bedenken habe ich eher, ob Hamas nicht dazwischenfunkt. Ich hoffe, dass irgendwann ein kurzer Bericht erscheint, ob das Ganze funktioniert. Zu wünschen wäre es, den unschuldigen Kindern eine Lebenperspektive zu bieten. Bildung ist dabei genauso wichtig wie Gesundheit. Denn nur wer gebildet ist, hat Chancen aus der Indoktrinierung des Terrorismus auszubrechen.
Herzliche Grüße und ein gesegnetes Wochenende wünscht dir Ella🌻
Danke, liebe Ella für Dein gutes Erklären und Deine persönlichen Worte. 🌹 Ja, es sind schlimme Zustände im Gazastreifen und diese Menschen haben keinerlei geistlichen Halt und eine extrem schwierige , ja hoffnungslose Situation, keinerlei innere und äußere Stabilität. Sie müssen viele Krisen durchhalten und meistern, dennoch sind sie erbitterte Feinde Israels, sie werden immer auf der Schattenseite des Lebens existieren müssen und ein hartes, kriegerisches Leben führen. Die Nachkommen Esaus waren beteiligt am Untergang des jüdischen Staates. Die biblische Rebekka musste viele Querelen mit ihren Schwiegertöchtern ertragen. Alle aus der Ismael Linie. Wir werden also weiterhin ein konfliktbeladenes Beziehungsgeflecht erleben mit zerbrochenem Frieden. Möge Jesus auch unsere Situationen heilen , dass wir schneller sind im Vergeben, statt im Anklagen. Liebe Grüsse Dir und Deinen Lieben. ❣️Marita
Großartig! Das gibt mir Hoffnung, dass es für das Heilige Land wieder bergauf geht und dass Israel wieder sicherer wohnt, Palästinenser erkennen, es gibt Freunde unter den Israelis. Das Gute ist immer der Sieger – langfristig!
Hebräer 12:14
14 Jagt dem Frieden nach mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird.