JERUSALEM / BEIRUT (inn) – Angesichts der militärischen Auseinandersetzungen mit der Hisbollah haben sich zwei ranghohe israelische Politiker an die libanesische Bevölkerung gewandt. Sowohl Staatspräsident Jizchak Herzog, als auch Premierminister Benjamin Netanjahu (Likud) betonten ihre Bereitschaft zum Frieden.
Herzog besuchte am Mittwoch Nordisrael und sagte: „Von Israels Nordgrenze aus strecke ich dem libanesischen Präsidenten und dem libanesischen Volk die Hand des Friedens entgegen. Aber der Libanon muss frei bleiben vom Einfluss des Iran, der Hisbollah und der Terror-Organisationen, als unabhängige und souveräne Nation.“
Er träume davon, nach Beirut zu reisen, fügte Herzog an. „Aber nur, wenn die Zukunft des Libanon in Beirut bestimmt wird und nicht in Teheran.“
Das Staatsoberhaupt erklärte weiter: „Es war die Hisbollah, die die Resolution des UN-Sicherheitsrates von 2006 verletzt hat. Die Hisbollah verletzte das Feuerpausen-Abkommen von 2024.“ Israel könne keine Angriffe auf seine Bürger akzeptieren. „Wir haben das volle Recht, uns zu verteidigen. Solange es keine klare Vereinbarung gibt, die unsere Nation schützt, wird es unmöglich sein, voranzukommen. Es ist also in euren Händen, kämpft darum.“
Netanjahu: Israel nur im Krieg mit der Hisbollah
Regierungschef Netanjahu sagte in einer Videobotschaft an das libanesische Volk: „Israel befindet sich nicht im Krieg mit euch. Wir sind im Krieg mit der Hisbollah, die euer Land als Geisel genommen hat, die die Befehle des Iran ausführt, die euer Gebiet für terroristische Angriffe gegen Israel nutzt.“
Er fragte: „Erinnert ihr euch daran, wie der Libanon war, bevor der Iran und die Hisbollah daraus einen Alptraum machten? An die Cafés? Die Kultur? Die Ruhe? All das ist fort, weil Hisbollah und Iran uns immer und immer wieder in einen Krieg hineinziehen wollen. Ihr habt etwas Besseres verdient. Eure Kinder haben etwas Besseres verdient.“
Die Israelis sehnten sich nach Frieden mit den Libanesen, ergänzte Netanjahu. „Einem Frieden, wo unsere beiden Völker ineinander investieren können, zusammen aufbauen und gedeihen.“
Das einzige Hindernis für diese Vision ist aus Sicht des Premierministers die Terrormiliz Hisbollah: „Sie will Krieg, keinen Frieden. Sie will Tod, kein Leben. Sie wird möglichst viele von euch opfern, um ihre kranken Ziele zu erreichen. Lasst nicht zu, dass eure Zukunft von mittelalterlichen Theokraten diktiert wird, die fest entschlossen sind, unsere gemeinsame Zivilisation zu zerstören.“
Am Montag hatte der libanesische Präsident Josef Aun Israel zu Gesprächen über eine Beendigung des Konfliktes mit der Hisbollah aufgefordert. Ein Treffen mit Netanjahu schloss er aber vor der Unterzeichnung eines Waffenstillstandsabkommens aus. (eh)
7 Kommentare
Präsident Herzog: Libanesen müssen Hisbollah bekämpfen. Müssen, können sie das überhaupt?
@Alberto
Die Hisbollah ist der libanesischen Armee in Kampferfahrung, Logistik und Ideologie überlegen. Die sind ja nicht eine Horde wilder Tiere, die man einfangen kann, sondern eine feste politische terroristische Partei im libanesischen Parlament. Ein Staat im Staat und auch in der Bevölkerung fest verankert. Was soll das Volk tun? Es liefe alles auf einen Bürgerkrieg hinaus. Natürlich vermisst das Volk Cafes, Kultur, die Ruhe. Aber es ist genau wie im Iran. Was kann da das Volk tun, um die Mullahs zu stürzen? Mein Eindruck ist, dass es Präsident Aoun gut meint, aber zu schwach ist, um die Libanesen aus den Fängen Irans und der Hisbollah zu befreien.
Dann soll Präsident Aun mit Präsident Herzog sprechen, wenn schon nicht mit Netanjahu.
SHALOM
@Klaus
Ja, das wäre eine Möglichkeit. Aber Aoun möchte VOR einem Gespräch ein Waffenstillstandsabkommen. Dieser Wunsch ist ein Schritt vor und zwei zurück.
Shalom!
Es wäre viel besser, wenn der Südlibanon so wie die Golanhöhen gesichert bleibt durch den IDF. Dieses Ping Pong ist zu anstrengend für die Zivilisten sowohl in Israel als auch im Libanon. Wenn der Libanon die Hisbollah nicht im Griff hat, dann tut es Israel. Ich würde nur Beirut in Ruhe lassen, damit eventuelle Friedensgespräche eine Chance haben.
Johannes 14 ff.
26 Aber der Tröster, der Heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe. 27 Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht.
Die Libanesen hätten eben früher die Augen aufmachen müssen. Dass es nur bergab geht mit „Islam. Systemen“ können sie bestens bestätigen! Sie erfahren es am eigenen Leib, da sie – von Aoun angefangen bis nach unten – mitmachen!
Der Präsident will mit Irasel sperchen, wenn ein Frieden mit der Hisbollah geschlossen wurde. Wo lebt und denkt er denn??? Er scheint wohl der verlängerte Arm von ihnen zu sein…