Hamas warnt PA vor Verhandlungen über Gasförderung vor Gaza

Mehr als 20 Jahre nach ihrer Entdeckung sind die Förderungsrechte für zwei Gasfelder vor Gaza noch nicht geklärt. Die PA will deshalb verhandeln. Die Hamas lehnt das ab.
Von Israelnetz

Foto: General Synod, flickr | CC BY-NC 2.0 Generic

Die Gasfelder befinden sich etwa 35 Kilometer vor der Küste des Gazastreifens

GAZA (inn) – Die radikal-islamische Hamas hat die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) am Donnerstag davor gewarnt, sich mit den Erdgasfeldern vor der Küste des Gazastreifens zu befassen. Zuvor hatte PA-Premierminister Mohammed Schtaje (Fatah) angekündigt, ein Team zu bilden, um mit Ägypten zu einer Einigung über die Nutzung der Rohstoffe zu kommen.

„Alle früheren Erfahrungen haben die Unfähigkeit der Palästinensischen Autonomiebehörde gezeigt, das Vermögen unseres palästinensischen Volkes zu verwalten“, sagte ein Hamas-Vertreter der palästinensischen Zeitung „Al-Watan“. Die PA sei nicht qualifiziert, die Befugnis über das Gas zu erhalten, „da sie in Fälle von Korruption, Geldverschwendung und Fehlverhalten verwickelt ist“. Erst am 13. Oktober hatten Hamas und Fatah in Algerien ein Versöhnungsabkommen unterzeichnet und Neuwahlen vereinbart.

Berichte über Beteiligung Israels

Schtaje gab am Montag bekannt, der Präsident des „Palästina-Investmentfonds“ (PIF), Mohamad Mustafa, bilde ein Team für Verhandlungen mit Ägypten über die geplante Gasförderung. Dazu gehörten auch mehrere Minister. Medienberichten zufolge ist Israel an den Gesprächen beteiligt.

Eine nicht benannte ägyptische Quelle sagte der Nachrichtenagentur AFP, Ägypten stehe „in Kontakt mit allen Parteien, Israel eingeschlossen, um die Gasvorräte zu entwickeln und davon zu profitieren. Das würde auch die palästinensische Wirtschaft unterstützen“.

Ein Mitarbeiter des ägyptischen Geheimdienstes äußerte gegenüber der Nachrichtenseite „Al-Monitor“, die ägyptische Wirtschafts- und Sicherheitsdelegation habe einen Kompromiss erreicht. Dieser würde „allen relevanten Parteien dienen, von denen die wichtigsten Israel und die PA sind“. Ausländische Medien berichteten laut der „Jerusalem Post“, Israel solle einen Teil der Profite erhalten.

Die Hamas reagierte empört auf solche Berichte. Anfang der Woche betonte ein Repräsentant der Terrorgruppe, Suhail al-Hindi, die Hamas werde nicht zulassen, dass Israel oder irgendein anderer von Ressourcen profitiere, die dem palästinensischen Volk gehörten.

Lob aus Israel und Ägypten

Das Wirtschaftsmagazin „Globes“ zitierte eine israelische Quelle, die mit der Angelegenheit vertraut ist, mit den Worten, Israel sehe den Prozess positiv. Dieser könne aus israelischer Sicht dazu beitragen, das Kraftwerk in Gaza mit Gas zu versorgen.

Eine ranghohe Quelle in Kairo sprach ebenfalls von einem positiven Schritt, der die Abhängigkeit des Gazastreifens von importiertem Diesel verringern würde. Zudem würden Tausende Arbeitsplätze für die dort lebenden Palästinenser entstehen.

Aus einer palästinensischen Quelle erfuhr „Globes“, dass die europäische Energiekrise mit ursächlich für die Gespräche sei: „Das Thema ist bei jedem einzelnen Besuch von ranghohen europäischen Politikern in der Region aufgebracht worden, auch während des Besuches von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen im Juni.“

Im Jahr 2000 entdeckte die Gruppe „British Gas“ (BG) die Felder „Marine 1“ und „Marine 2“ etwa 35 Kilometer vor der Küste von Gaza. Die Palästinensische Autonomiehörde vergab an sie den Zuschlag für die Förderungslizenz. BG wurde 2016 von Shell übernommen. Daraufhin beteiligten sich die Firma „CC Öl and Gas“ und der PIF mit jeweils 50 Prozent an den Gasvorkommen. Im Februar 2021 unterzeichnete die PA eine Absichtserklärung mit der ägyptischen Naturgas-Holdinggesellschaft (EGAS) im Hinblick auf die Gasförderung. (eh)

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4 Antworten

  1. ….„da sie in Fälle von Korruption, Geldverschwendung und Fehlverhalten verwickelt ist“.
    Ob die beiden Seiten sich da so stark unterscheiden?

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  2. „Alle früheren Erfahrungen haben die Unfähigkeit der Palästinensischen Autonomiebehörde gezeigt, das Vermögen unseres palästinensischen Volkes zu verwalten“

    Wieso sehen das die Geldgeber aus dem Westen eigentlich nicht um pumpen statt dessen immer noch mehr Gelder sinnlos in die PA.

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    1. Richtig. Die PA hat seit Oslo Milliarden über Milliarden erhalten und zwar für den Aufbau eines Staates. Arafat hat die Gelder verschwendet. In den eigenen Geldbeutel gesteckt, Suha finanziell abgesichert. Die ist noch nicht alt genug gewesen, um nicht mehr arbeiten zu können, als ihr Mann starb. Stattdessen verschleudert sie das Geld ihres Volkes. Abbas kein Haar besser.

      Da wurde Geld bezahlt für Kläranlagen (wo sind sie denn?), für Wasseruhren(wo sind sie denn?), für Straßen (wo sind sie denn?) für den Aufbau einer funktionierenden Wirtschaft( ja, wo ist sie denn?) Es gibt nur einen Berufszweig, der gefördert wird: Judenmord. Nennt sich Häftlingsgehälter und Märtyererrenten. Man muss ja auch die Bomben auf Tel Aviv fördern. Finden zumindest gewisse braune Zeitgenossen.

      Aber für die Bevölkerung hat man nichts getan. Man hält sie so klein, dass man ihnen einreden kann, man kann keinen Staat gründen, weil die bösen Israelis es nicht zulassen. Die ja gerne glauben, dass man dafür erst den jüdischen Staat ausrotten muss. Dann wird Herr Abbas keine Konten leeren und sie an das pal. Volk zurück geben. Das gleiche machen dann auch Suha Arafat und Hanije, Maschaal und Konsorten. Die verkaufen dann ihre Luxusvillen und ihre Hochhäuser in Dubai, um das leere Gebiet, das mal Israel war, aufzubauen. Wo Ikone Ahed endlich ihre Berufung findet und Kindergärten gründet, in dem die Kinder keine Sommercamps zur Erlernung der Ermordung von Juden mehr haben, sondern nur noch in Liebe unterrichtet werden (gibt es übrigens schon : in Jericho und Beit Jala!) Zynismus Ende

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  3. @ Sky „Wieso sehen das die Geldgeber aus dem Westen eigentlich nicht um pumpen statt dessen immer noch mehr Gelder sinnlos in die PA.“
    Weil Israel die Geldgeber im November 2021 beim Treffen des „AD Hoc Liaison Committee“ ( AHLC) in Oslo wieder einmal darum gebeten hst

    Israels Vertreter, der für regionale Kooperation zuständige Minister Issawi Frej von der linken Meretz-Partei, war mit einer besonderen Mission nach Norwegen gereist: “Unsere Botschaft an die Geberländer ist es, den Palästinensern mehr Hilfe zukommen zu lassen”, sagte er in einem Interview mit der Times of Israel. “Die Vernachlässigung in den vergangenen Jahren hat eine finanzielle Krise geschaffen, die nicht nur die Palästinensische Autonomiebehörde bedroht, sondern die gesamte Region.”

    Israel lässt sich faktisch seine Besatzungskosten von den Geberländern bezahlen.

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