JERUSALEM (inn) – Als Erste in Israel haben Chirurgen des Hadassah-Krankenhauses einen 3D-Drucker genutzt, um das Bein einer Patientin zu verlängern. Das teilte das Jerusalemer Krankenhaus in einer Stellungnahme am Sonntag mit. Die 24-Jährige leidet an der seltenen Gorham-Stout-Krankheit. Dabei lösen sich einer oder mehrere Knochen auf und werden durch Lymphgewebe ersetzt. Es gibt weniger als 200 dokumentierte Fälle dieses Syndroms.
Bei der Patientin führte die Krankheit dazu, dass ihr Becken- und Oberschenkelknochen allmählich verschwanden. Dabei verkürzte sich ihr rechtes Bein um rund zehn Zentimeter. Deshalb war sie lange Jahre auf Krücken und zuletzt auch auf den Rollstuhl angewiesen.
Zudem litt die junge Frau unter starken Schmerzen, schrieb das Krankenhaus. Die Gorham-Stout-Syndrom ist schwer zu diagnostizieren und so dauerte es auch bei ihr sieben lange Jahre, bis die Ärzte ihm auf die Spur kamen.
Implantate eingesetzt: Bein hat ursprüngliche Länge
Nach der Diagnose machten die Ärzte Entwürfe von den fehlenden Knochen und druckten die Rekonstruktionen anschließend mit dem 3D-Drucker. In einer langen und komplexen Operation setzten sie die Implantate der Patientin ein. Der Eingriff verlängerte ihr Bein um acht Zentimeter, schreibt die israelische Nachrichtenseite „Times of Israel“. Nach einer längeren Genesungsphase habe das Bein seine ursprüngliche Länge wieder erlangt und die junge Frau könne sich wieder ohne Krücken fortbewegen.
Es sei der erste Fall dieser Art gewesen, der in Israel behandelt wurde, erklärte der behandelnde Orthopäde Omer Or. Der Spezialist für metabolische Knochenerkrankungen fuhr fort: „Dies ist nicht nur wegen der Seltenheit der Krankheit ein außergewöhnlicher Fall, sondern auch wegen der Lösung, die dafür gefunden wurde.“ (mw)
3 Kommentare
Orthopädie im Hadassah-Krankenhaus, die beste von allen.
Es ist schön, dass die Frau aufgrund von moderner Technik wieder selbst laufen kann.
Danke, ihr Ärzte aus der Hadassah Klinik.
Ja, es gibt seltene Krankheiten, die lange Zeit Rätsel aufgeben, wobei i h r nicht aufgegeben habt. Toda raba.
Gute Genesung weiterhin zur Patientin. Shalom