Durch die Bibel zieht sich der Wunsch der Menschen, Gott zu sehen und zu spüren. Die Menschen wollen ihn begreifen, verstehen und nach seiner Meinung fragen können. So hat auch schon im Alten Testament Mose selber und das Volk Israel gefragt, wer Gott ist. Diese Frage begegnet uns also durch die Jahrhunderte: Elia hat sie sich gestellt und Gott im sanften Wind erlebt. Ich selber kenne diese Frage angesichts meines eigenen Lebens, aber auch im Blick auf die Weltgeschichte sehr gut: „Gott, wer und wo bist du? Wie ist dein Name?“
In der Bibelstelle in 2. Mose 3,14 begegnet Gott Mose im Dornbusch. Dabei verzehrt das Feuer nicht den Dornbusch. Gott ist aus sich heraus lebendig, ohne aus etwas Energie zu gewinnen. Mitten in Moses Alltag als Hirte für das Vieh seines Schwiegervaters spricht Gott. Bevor dieser seinen Namen nennt, muss Mose seine Schuhe ausziehen, weil der Ort von Gott für heilig erklärt wurde. Eine alltägliche Situation wird zu einem Ort der Begegnung mit Gott. Wo Menschen Gott begegnen, ist der Ort heilig. Ich habe mich gefragt: Wäre ich dazu in meinem Alltag bereit? Würde ich seine Stimme hören?
Bevor Gott seinen Namen nennt, stellt er sich mit einem „Ich bin – Wort“ in Vers 6 vor. „Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs.“
Gott macht Mose deutlich, dass er der Gott der Geschichte des Volkes Israel ist, derselbe, der er schon zu Zeiten der Stammväter war. Er ist der Gott, der für sein Volk eintritt und der seine Sorgen, seine Nöte und seine Geschichte kennt.
„Ich bin, der ich bin. Ich werde sein, der ich sein werde.“
2. Mose 3,14
Nachdem Gott Mose beauftragt hat, sein Volk zu führen, fragt Mose wieder, wer Gott ist. Gott antwortet: „Ich bin, der ich bin. Ich werde sein, der ich sein werde.“ In der Psychologie geht man davon aus, wenn jemand von sich sagt: „Ich bin, der ich bin!“, dass er in sich ruht, und nicht die Notwendigkeit der Veränderung sieht. Gott drückt damit aus, dass er immer derselbe ist, souverän, unveränderlich. Er ist allmächtig und ewig. Damit bestätigt er auch seine Bezeichnung JHWH, das so viel heißt wie „Ich bin da.“
Im Vers 16 heißt es: „Ich habe mich euer angenommen und gesehen, was euch (…) widerfahren ist.“ Gott macht deutlich, dass er die Geschichte seines Volkes kennt und er sichert ihm seine Hilfe zu.
Zusage für Israel und uns
Fasse ich die Aussagen zusammen, stelle ich fest, dass Gott mir auch in meinem Alltag zusagen möchte: „Ich bin da! Ich bin unveränderlich, ewig, allmächtig. Der Gott, der sein Volk und seine Kinder ganz genau kennt und durch die Geschichte und das Leben mit ihnen geht und ihnen zusagt: Ich bin. Ich werde sein!“
Diese Zusage gilt für Israel und für uns. Auch nach dem 7. Oktober 2023, nach allen Angriffen aus dem Libanon, dem Iran, durch die Hamas, trotz des weltweiten Antisemitismus, trotz aller Bedrohungen, die wir persönlich erleben. Trotz aller Bedrängnis, Gott ist, der er schon immer war und ewig sein wird. Er ist der, der zu seinem Bund mit den Menschen und mit seinem Volk steht.
Was für eine Zusage und ein Trost waren diese Worte damals für Mose, dem Gott einen großen Auftrag anvertraut hat, der Mose selber als viel zu groß erschien. Gott hat damals Moses Rufen gehört und ihm seinen Bruder Aaron an die Seite gestellt. Er hat aber auch die Fragen des Volkes nach seiner Identität ernst genommen und sich offenbart. Er hat Zusagen gegeben, zu denen er noch heute steht. „Ich bin, der ich bin und werde sein, der ich sein werde!“ ist auch im vor uns liegenden Jahr mit mir.
Von: Stefanie Böhmann
Stefanie Böhmann ist Pädagogin, freie Autorin und individual-psychologische Beraterin. Sie lebt mit ihrer Familie in Hamburg. Mit Ebenezer Hilfsfonds Deutschland e.V. organisiert sie Begegnungsreisen für Jugendliche und Fachkräfte nach Israel.
17 Kommentare
Liebe Frau Böhmann,
Sie haben absolut recht, der allmächtige Gott ändert sich niemals. Insbesondere beim Auszug aus Ägypten durfte Israel Jahwe sehr gewaltig erleben, Wunder über Wunder. – Dieser Gott ändert sich niemals, wie herrlich und kostbar.
Wir dürfen aber doch auch die Warnungen Gottes, Moses, Josua u.v.a. nicht weglassen. Gott ist ein vollkommen heiliger und gerechter Gott, deshalb hat Mose, „das Lied des Mose“ geschrieben, als Vorsorge für sein geliebtes Volk. Auch wir dürfen doch diese „Seite“ nicht einfach unterschlagen!
Nachdenkliche Grüße Martin
@Untertan
Ob der allmächtige Gott soviel Lob und Schmeichelei nötig hat, sei dahingestellt.
Guter Kommentar, Albert
Und Martin: ja, man darf diese Seite nicht unterschlagen. Aber Sie stellen diese Seite über alle andern.
Ich habe noch nie gelesen, dass diese Seite erwähnt haben: Tröstet mein Volk. Und diesen Auftrag hat Gott persönlich erteilt. Warum verweigern Sie Gott diesen Auftrag?
Dafür rennen Sie Hitlerversteher Katz nach, der in seinem Schundbuch ein ganzes Kapitel, nämlich Kapitel 5 dem Lied des Mose gewidmet hat. Katz fragt in dem Kapitel, ob die Juden dieses Kapitel kennen würden. Dieses Kapitel ist Bestandteil der Torahlesung. Das jüd. Volk kennt es also.
Sie verwenden die Aussagen von Katz, eine Quelle kommt von ihnen nicht. Sie verkaufen es als Ihre „Erkenntnis“.
Hallo Christin,ich bin im Moment wieder sehr beim Bibelstudium neben der Arbeit. Und gelernt habe ich,man kann niemanden mit der Bibel alleine zum Glauben bringen. Das Wichtigste ist das „Vorleben“. Und wenn Leute dann fragen wieso mache ich das oder das,dann kann man es basierend auf den Glauben erklären. Man sollte nicht einfach immer ständig mit den Bibelversen wedeln. Damit bekommt man niemanden zum Glauben. Viele fragen aus Interesse,viele aber auch um das Gegenteil zu sagen. Das kenne ich. Man muss einfach vorleben.
So ist es Manu. Und wer mit der Peitsche wedelt ist kein Vorbild.
Hallo Manu, ich muss Ihrer Meinung widersprechen. Die Bibel allein und somit das Wort Gottes kann einen Menschen verändern. Das Vorleben ist die Folge einer Wiedergeburt. Unsere Werke können niemals uns und andere Menschen veränder, sondern das Wirken des Heiligen Geistes in uns, also eines wiedergeborenen Menschen. Der Geist wirkt in dem Menschen das Wollen und das Vollbringen. Wenn man aber sagt, dass andere Dinge notwendig und wichtig sind, damit die Menschen verändert werden, so schiebt man die Bibel auf Seite und stellt Gottes Souveränität in Frage.
Und das ist in der Bibel ganz klar erkennbar, dass die Veränderung allein von Gott ausgeht und in ihm gegründet ist!
@christin
Danke
Ich sitze gerade bei 15° im Garten und schaue den Krokussen beim Blühen zu. Genau wie sein Wort: „Es soll nicht aufhören…“, so hört Gott nie auf mit seiner Liebe, Geduld und Treue zu uns.
Niemals ändert er seine Laune, kühlt in seiner Zuneigung nicht ab, verliert nicht seine Souveränität. Er lehnt die Sünde heute noch genauso ab wie damals, aber er vergibt heute noch genauso wie damals. Keine Macht ist so verlässlich wie die seine und seine Verheißungen gelten ewig.
Die Temperatur ändert sich und ich geh ins Haus mit der Gewissheit, ich kann mich auf Gott verlassen. Schönen Tag euch! Ella
@Ella
Ich versuche es nochmal. Mein Kommentar von gestern kam nicht durch. Du hast Recht,Gott ist beständig und ändert nicht seine Meinung. Das ist ja das was tröstet.
Ich freue mich,das du die Sonne genießen konntest. Der Frühling setzt sich hoffentlich nun durch. Hier ist auch Sonne.
Ich grüße dich ganz lieb!
Manu 🐦⛱️🌡☀️
Ich lese gerade fünfte Buch Mose, Kapitel 30.
ER, der Einzige, sammelt sein Volk! Und das, was ER zusagt, hält er gewiss. Shalom!
Mir genügt es, daß ER immer war ,ist und sein wird,
Ich frage nicht, was ER für mich bereit hält, oder ob ich etwas davon habe oder was die Zukunft bringt. Ich frage auch nicht nach seinem Namen.
ER ist, der ER ist, es hat seinen Grund, und das genügt .
SHALOM
Toda raba, Klaus
So bin ich halt, das ist, was ich vom Ewigen halte . Es genügt mir, daß er unser Gott ist, ich brauche und will keinen anderen als den Gott unserer Väter, nur der Glaube an IHN, keine Religion, nur der pure Glaube.
SHALOM, liebe Am Israel chai
@Kristian
Haben Sie schon einmal versucht innerhalb der Familie bzw. Freunden,die so gut wie nichts über die Bibel wissen( außer Jesus,Ostern,Weihnachten) einen einzigen zu überzeugen? Oder denen die Bibel nahe zu bringen? Warum Sabbat? Warum kein Schweinefleisch? Hat man doch nur gegessen,weil es nicht so gut haltbar ist. IUnd es gibt noch so viele andere Beispiele. Warum Juden und Christen? Und dann sollen sie die Bibel lesen? Das ist dann ein Buch mit 7 Siegeln. Natürlich muss der Geist Gottes im Menschen wirken. Aber einfach nur das Buch in die Hand geben und sagen: nu mach mal,wenn du es dann nicht verstehst,dann ist der Geist Gottes nicht in dir? Ich musste auch Bibelstunden nehmen. Das ist mir nicht so einfach so zugeflogen durch lesen. Menschen müssen auch erklärt bekommen. Ich hatte von Kindesbeinen Interesse an diesem Thema. Hab nie eine Antwort bekommen. Egal wie oft ich die Bibel gelesen habe. Man nehme nur die Offenbarung. Damit können die wenigsten etwas anfangen. Auch Daniel. Da hat Gott dann kein Interesse,diese Menschen zum Glauben zu bringen? So einfach ist das nicht. Besonders bei Leuten,die Bibelfremd sind. Da sind Erklärungen nötig. Etwas anderes kann mir keiner erzählen. Wenn alle alles gleich wüssten, wieso feiern sie dann Weihnachten? Wenn in der Bibel doch nichts davon steht?
@Manu
Du hast Recht, das Lesen der Schrift allein genügt nicht, man muss es erklärt bekommen und das kann man am besten durch Bibelstudium und von der Liebe Gottes etwas vorgelebt bekommen.
@Marita schrieb unlängst von dem Kämmerer aus Äthiopien. Philippus fragte ihn: Verstehst du auch, was du da liest? Und hat ihm den hier oft zitierten und beliebten Jesajabrief erklärt. Philippus hat sich die Zeit genommen, erklärt nicht gedroht wie hier so oft und hat ihm geduldig Fragen beantwortet und den Kämmerer nicht einfach mit Bibelworten vollgestopft. Der richtige Mann war zum richtigen Augenblick zur richtigen Stelle. Er hat die Ratlosigkeit des Kämmerers und seine Suche nach Gott wahrgenommen. Das ist unsere Pflicht: Wahrnehmen, helfen, vorleben, erklären, Nähe und Zuwendung zu den Suchenden. Für die Bibel braucht man meist eine Gebrauchsanleitung, ein Gegenüber.
Du liegst genau richtig Manu, lass dich nicht verunsichern.
Liebe Grüße Ella ☀️🌸🪻🐿🐦
@Ella
Vielen Dank meine Süße. 😘😘 Ich sehe das ganz realistisch. Und es ist ja auch meine eigene Erfahrung. Nicht alle Menschen werden gläubig erzogen. So war das bei mir auch. Trotzdem ich getauft wurde(macht man halt so). Bin also ein Sonderling in der Familie gewesen. Bis auf meinen Papa. Der hatte das alles auch so gesehen wie ich. Und er musste auch erst lernen.
Ein schönes Wochenende!☀️☀️🏵🦋
@Ella, der Geist Gottes hat Philippus dort hingeschickt, auf wunderbare Weise. Philippus war der Stimme gehorsam, obwohl er nicht wußte, was er dort machen sollte. Und wieder, der Geist Gottes sprach zu Philippus … und der Geist Gottes in Philippus lenkte das Gespräch. Herrlich wie Gott das alles vorbereitet hat.
Lieber Gruß Martin