Die Archäologen datieren das Verwaltungszentrum in die Regierungszeit der biblischen Könige Hiskia und Manasse

Die Archäologen datieren das Verwaltungszentrum in die Regierungszeit der biblischen Könige Hiskia und Manasse

Verwaltungszentrum aus biblischer Zeit entdeckt

In Jerusalem legen Archäologen einen Gebäudekomplex frei, der offenbar unter den letzten Königen Judas als Verwaltungszentrum diente. Darauf deutet auch eine hebräische Buchstabenfolge hin, die auf Griffen von Tonkrügen immer wieder auftaucht.

JERUSALEM (inn) – Israelische Archäologen haben in Jerusalem einen Gebäudekomplex freigelegt, der während der Eisenzeit als Verwaltungszentrum diente. Sie fanden dort mehr als 120 Griffe von Tonkrügen, auf denen 2.700 Jahre alte Siegeleindrücke zu sehen sind. Die Ausgrabungsstätte befindet sich drei Kilometer außerhalb der Altstadt, in der Nähe der US-Botschaft.

Das Verwaltungszentrum wurde unter den judäischen Königen Hiskia und Manasse zum Lagern von landwirtschaftlichen Steuereinnahmen genutzt. Sie regierten vom 8. Jahrhundert bis zur Mitte des 7. Jahrhunderts. Die meisten Siegelabdrücke weisen die Buchstabenfolge „LMLK“ auf. Dies steht für den hebräischen Ausdruck „LaMelech“ – „Dem König“.

Königliche Verwaltung außerhalb der Davidsstadt

„Das ist eine der bezeichnendsten Entdeckungen aus der Zeit der Könige in Jerusalem, die in den vergangenen Jahren gemacht wurden“, zitiert die Onlinezeitung „Times of Israel“ aus einer Mitteilung der beiden Grabungsleiter Neri Sapir und Nathan Ben-Ari. An der Stätte gebe es Anzeichen dafür, dass die Regierung Lebensmittelvorräte nicht nur für Zeiten des Mangels verwaltet und verteilt habe. Sie habe auch landwirtschaftlichen Überschuss aufbewahrt, um Annehmlichkeiten und Wohlstand zu ermöglichen.

Der große Zahl der Siegeleindrücke in Jerusalem, aber auch an einer Ausgrabungsstätte nahe des Kibbutz Ramat Rachel am südlichen Rand der Stadt sei bezeichnend. Die Funde zeigten, dass ein großer Teil der Verwaltung außerhalb der Stadt Davids stattgefunden habe – zumindest in den letzten Jahrhunderten der Monarchie.

Die Archäologen entdeckten auch eine Sammlung von Tonfiguren, die seinerzeit offenbar Götzen darstellten: „Diese Figurinen werden gewöhnlich als Objekte gedeutet, die bei heidnischem Kult und Götzendienst verwendet wurden – ein Phänomen, das gemäß der Bibel im Königreich Juda gängig war.“

Von: eh

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