Constantin Schreiber hat für „Kinder des Koran“ Schulbücher aus fünf islamischen Ländern untersucht

Constantin Schreiber hat für „Kinder des Koran“ Schulbücher aus fünf islamischen Ländern untersucht

Schulbücher hetzen gegen Juden und Christen

Schulbücher aus islamischen Ländern richten sich gegen Christen und Juden. Das hat der Journalist Constantin Schreiber recherchiert. Für sein Buch „Kinder des Koran“ untersuchte er Unterrichtsinhalte aus Ländern wie Afghanistan, dem Iran oder Irak.

Für „Kinder des Koran“ hat ARD-Journalist Constantin Schreiber mehr als 100 Schulbücher aus Afghanistan, dem Iran, Ägypten, den palästinensischen Gebieten und der Türkei analysiert. Sein Fazit: In islamischen Ländern sind Schulbücher kein Mittel zur Bildung sondern zur Indoktrinierung. Es gehe darum, „versteckte Botschaften zu vermitteln“. Diese seien nicht immer islamisch, religiöse Formeln würden aber für politische Zwecke missbraucht, etwa wenn Feindbilder gegen Israel aufgebaut würden. Das sagte Schreiber am Donnerstag in Berlin.

„Kinder des Koran“ ist am 2. Mai erschienen

„Kinder des Koran“ ist am 2. Mai erschienen

Die Schulbücher in den einzelnen Ländern unterschieden sich strukturell: In Afghanistan und im Iran vermittelten sie das Bild eines zornigen Gottes, der Rechenschaft fordere, wenn die Kinder und Jugendlichen sich nicht an eine bestimmte Werteordnung hielten. Der Westen werde als islamfeindlich dargestellt und eine Ungleichbehandlung von Männern und Frauen befürwortet. Die türkischen, palästinensischen und ägyptischen Schulbücher seien weniger religiös und eher nationalistisch gestaltet. In der Türkei erweckten sie den Anschein, es handle sich bei dem Land um eine funktionierende Demokratie. Echte demokratische Werte seien auf Basis solcher Lehrinhalte nicht zu erlernen, erklärte Schreiber. Die türkischen Bücher gingen zudem auffälllig kritisch mit den Medien um, indem sie immer wieder darauf hinwiesen, dass Journalisten Nachrichten manipulieren könnten.

Hat Ägypten den Sechs-Tage-Krieg gewonnen?

In einem iranischen Ethikbuch sei ihm die Abbildung amerikanischer Soldaten begegnet, die eine Flagge auf einem Berg muslimischer Leichen errichteten, mit der Aufgabenstellung, das Bild zu diskutieren. Hier werde ein Feindbild westlicher Staaten geprägt. In palästinensischen Büchern sei er nicht ein einziges Mal auf das Wort „Israel“ gestoßen. Dafür sei von „zionistischen Angreifern“ die Rede.

Historische Unwahrheiten fand Schreiber ebenfalls in einigen Schulbüchern, etwa wenn die Verfasser es so darstellten als habe Ägypten den Sechs-Tage-Krieg gegen Israel gewonnen. Antisemitismus fand er in allen untersuchten Ländern außer der Türkei. In einem afghanischen Buch heiße es, Christen und Juden kämen in die Hölle. In Ägypten sei von einem „heiligen Krieg“ gegen Israel die Rede. In seinem Buch nennt Schreiber das „Gehirnwäsche“. Auf Nachfrage forderte er am Donnerstag eine Debatte darüber, „was das mit dem Islam zu tun hat“.

Deutsche Gelder fließen in antisemitische Inhalte

Antichristliche und antisemitische Inhalte werden laut Schreiber von Deutschland mitfinanziert. Im Jahr 2018 etwa habe das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung 62,5 Millionen Euro an Entwicklungshilfegeldern für Afghanistan gegeben, heißt es in „Kinder des Koran“. Aus diesem Topf fließe auch Geld in die Produktion von Schulbüchern wie den vorliegenden. Und zwar ohne inhaltliche Kontrolle. „Dafür darf man kein Geld geben“, sagte Schreiber und forderte von Behörden und Politik, Inhalte gemeinsam zu erarbeiten und Kontrollmechanismen zu installieren. Denn die Schulbildung in anderen Ländern habe auch Einfluss auf Deutschland: Was in den Schulbüchern zu finden sei, repräsentiere „einen gewissen gesellschaftlichen Mainstream aus Zuwandererfamilien“. Nicht jeder nehme die Einflüsse aus der schulischen Bildung an. Aber jeder Zuwanderer aus den entsprechenden Ländern sei ihnen ausgesetzt. Schulische Bildung habe das Potential, ein Leben lang zu prägen – sogar jene, die den heimischen Regimen eigentlich kritisch gegenüberstünden.

Schreiber erklärte, er sei durch Freunde in Ägypten auf das Thema aufmerksam geworden, die selbst Kinder in der Schule hätten und dadurch mit den Inhalten der Bücher konfrontiert seien. Er habe sich deshalb dazu entschieden, eine Auswahl von Büchern aus Ländern anzusehen, die ebenfalls islamisch geprägt seien und eine Verbindung zu Deutschland hätten. Schreiber betonte, er sehe sich nicht als Islamkritiker und habe sich auch mitnichten auf eine bestimmte Religion eingeschossen. Durch sein Buch „Inside Islam“ aus dem Jahr 2017 hatte der Journalist größere Bekanntheit erreicht. Dafür analysierte er die Inhalte muslimischer Predigten in deutschen Moscheen und stieß auf zum Teil demokratiefeindliche Aussagen. Keine einzige Predigt sei ein Brückenschlag zur freiheitlichen Gesellschaft gewesen, konstatierte Schreiber damals.

Die FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg sieht Schreibers Buch als Mahnung: „Das zeigt, dass wir uns in Integrationskursen mit diesen Inhalten auseinandersetzen müssen.“ Bei der Buchvorstellung erklärte sie: „Es kann nicht sein, dass wir mit deutschen Steuergeldern Antisemitismus fördern.“ Die Linken-Politikerin Sevim Dağdelen forderte, es müsse unbedingt verhindert werden, dass fundamentalistische Kräfte Zugang zu Kindern und Jugendlichen haben – auch in Deutschland. „Wir brauchen einen Bruch in der Außenpolitik“, erklärte sie. Deutschland dürfe nicht mit Warlords in Afghanistan oder Ultranationalisten und Islamisten in der Türkei zusammenarbeiten. „Wenn das unsere Partner sind, haben wir auch in der Innenpolitik ein Problem“, sagte sie weiter. Dann nämlich, wenn Schüler fragten, welche Werte Deutschland vertrete, wenn es mit Staaten wie Saudi-Arabien zusammenarbeite.

Von: Anna Lutz

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