Im vergangenen Jahr wurde die Grabkammer anlässlich der Renovierungsarbeiten in der Kirche geöffnet

Im vergangenen Jahr wurde die Grabkammer anlässlich der Renovierungsarbeiten in der Kirche geöffnet

Überlieferter Ort von Jesu Grab bestätigt

Um den historischen Jesus ranken sich viele Geheimnisse. Zwar gibt es keine archäologischen Beweise für die Existenz Jesu. Aber eine Frage um seine Grabstätte in Jerusalem haben Wissenschaftler jetzt geklärt.

JERUSALEM (inn) – Chemische Tests des Mörtels zwischen dem Urfelsen aus Kalkstein und der abdeckenden Marmorplatte auf dem „Grab Jesu“ in der Jerusalemer Grabeskirche haben eine ungefähre Datierung von 345 nach Christus ergeben. Das berichtete das Magazin „National Geographic“. So wurde bestätigt, dass es sich um jene Stätte handelt, die Kundschafter des Kaisers Konstantin entdeckt und mit einer Marmorplatte überdeckt haben, um sie zu kennzeichnen.

Angesichts der turbulenten Geschichte der Kirche, die im Jahre 1006 völlig entkernt worden war, kam bei Historikern Skepsis auf, ob das heutige traditionelle Grab Jesu tatsächlich der ursprüngliche Standort war. Der Mörteltest stützt die Theorie, dass sich der Standort seit seiner „Entdeckung“ unter Konstantin nicht geändert habe. Selbstverständlich gibt es keinerlei archäologische Beweise für die Existenz Jesu oder für die Identität der Person, die dort in der Grabeskirche zur Verwesung auf ein Grablager gelegt worden war.

Vor 2.000 Jahren war es jüdische Sitte, die Toten erst in einer Höhle verwesen zu lassen und dann, nach sechs Monaten, ihre Knochen einzusammeln und in sogenannte Ossuarien, steinerne Grabkästen, zu legen. Auf die Kästen wurde meist der Name des Verblichenen eingeritzt. Forscher datieren die Kreuzigung Jesu auf das Jahr 30 oder 33. Hunderte Jahre später sandte der römische Kaiser Konstantin (272–337 nach Christus) Kundschafter nach Jerusalem, um Jesu Grab zu suchen. Sie wurden auf einen etwa 200 Jahre zuvor errichteten römischen Tempel hingewiesen. Den zerstörten sie und fanden darunter eine Höhle mit einem in den Fels gehauenen „Begräbnisregal“ im Stil der Zeit. Die Ädikula – „Grab Jesu“ – wurde später darüber errichtet.

Ein Geheimnis um das Grab war der Ursprung und das Datum der bei den Renovierungsarbeiten im Oktober 2016 freigelegten Marmorplatte gewesen. Die chemische Untersuchung des Mörtels ergab jetzt eine klare Datierung. Das ursprüngliche „Bestattungsregal“ aus Kalkstein wurden ebenso wie die Kalksteinwände intakt gefunden.

Von: Ulrich W. Sahm

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