Der iranische Judoka Mollaei (Bild) sollte bei der WM in Tokio nicht im Halbfinale antreten, um dem Israeli Muki aus dem Weg zu gehen

Der iranische Judoka Mollaei (Bild) sollte bei der WM in Tokio nicht im Halbfinale antreten, um dem Israeli Muki aus dem Weg zu gehen

Schutzsperre gegen iranische Judoka

Der Internationale Judoverband macht im Fall Iran ernst. Da das Land immer wieder Sportler bei Turnieren ausscheiden lässt, um israelische Gegner zu vermeiden, ist gegen seinen Verband jetzt eine Schutzsperre ausgesprochen worden.

LAUSANNE (inn) – Nach den Vorfällen bei der Weltmeisterschaft 2019 in Tokio hat sich der Internationale Judoverband am Mittwoch dazu entschieden, eine Schutzsperre gegen den iranischen Judoverband zu verhängen. Damit ist der Iran vorläufig von allen Wettkämpfen sowie administrativen und sozialen Aktivitäten des Internationalen Verbandes ausgeschlossen.

Als Grund für die Schutzsperre führt der Verband die Forderung des Iran gegenüber seinem Judoka Saeid Mollaei bei der WM am 28. August an, durch Nichtantreten im Halbfinale auszuscheiden. In der Gewichtsklasse bis 81 Kilogramm wäre er bei einem Weiterkommen auf den israelischen Sportler Sagi Muki getroffen. Dieses Vorgehen stehe im Gegensatz zu dem Versprechen des iranischen Verbandes, sich an die Olympische Charta und das Prinzip der Nichtsdiskriminierung zu halten, heißt es vom Internationalen Verband.

Der iranische Judoka Mollaei hatte der Aufforderung seines Verbandes nicht Folge geleistet, war dann aber gegen den Belgier Matthias Casse ausgeschieden. Danach traute sich der Titelverteidiger nicht zurück in seine Heimat und floh nach Deutschland. Seiner Familie drohen jetzt im Iran Repressalien.

Disziplinarverfahren eingeleitet

Das Verhalten des iranischen Verbandes sei intolerabel, schreibt der Internationale Judoverband. Deswegen hat er sich nach Artikel 28 seiner Statuten dazu entschlossen, ein Disziplinarverfahren gegen den Iran einzuleiten. Die Kommission merkt an, dass es beim Iran in der Vergangenheit bereits zu ähnlichen Fällen gekommen sei.

Als Beispiel sind die Olympischen Spiele 2004 angeführt, wo der heutige Präsident des iranischen Judoverbandes, Arasch Miresmaeili, von den iranischen Behörden angewiesen worden sei, nicht anzutreten und so ein Aufeinandertreffen mit einem Israeli zu vermeiden. Er sorgte damals in Athen dafür, dass er wegen eines zu hohen Gewichtes disqualifiziert wurde. Die Schutzsperre gilt vom 18. September bis zu dem Tag, an dem die Kommission eine Entscheidung im Disziplinarverfahren getroffen hat.

Von: mm

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