Fußball ist nicht nur eine Sache der Beine, meinte Staatsgründer Ben-Gurion

Fußball ist nicht nur eine Sache der Beine, meinte Staatsgründer Ben-Gurion

Ben-Gurion: Fußball hängt vom Kopf ab

Der israelische Staatsgründer Ben-Gurion fand Fußball ebenso überflüssig wie das Kino. Nachdem er allerdings sein erstes Spiel erlebt hatte, kannte seine Begeisterung zumindest für einen Sportler keine Grenzen. Das geht aus jetzt veröffentlichten Dokumenten hervor.

JERUSALEM (inn) – Zwar ist Israel nicht für die Fußballweltmeisterschaft in Russland qualifiziert. Doch das bevorstehende Sportereignis hat die Mitarbeiter des israelischen Militärarchivs in Bewegung gesetzt, das in diesen Tagen sein 70-jähriges Bestehen feiert: Sie gruben ein Dokument darüber aus, wie Staatsgründer David Ben-Gurion zum ersten Mal ein Spiel miterlebte. Anlass war damals der neunte Unabhängigkeitstag des Staates Israel. Die Mannschaft der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte spielte gegen das Team der französischen Armee – und war erfolgreich.

Am nächsten Tag sprach Ben-Gurion in der Kabinettssitzung über seine Eindrücke, schreibt die Tageszeitung „Ma'ariv“. Er räumte ein, dass die Franzosen schöner gespielt hätten. „Aber unser Torhüter war wunderbar. Sie gaben den Ball einer an den anderen weiter, in Ordnung. Aber ihn ins Tor hineinzubringen – daran scheiterten sie.“ Weiter sagte der damalige Premier- und Verteidigungsminister: „Unser Torhüter war eine Ausnahmeerscheinung, er drehte sich zweimal herum, um den Ball zu fangen.“ Generalstabschef Mosche Dajan merkte scherzhaft an: „Er hätte das einmal machen können, aber für das Publikum hat er es zweimal gemacht.“

Dajan fragte den Regierungschef, ob er sein erstes Spiel genossen habe. Dieser antwortete zurückhaltend: „Das war nichts Außergewöhnliches. Ich bin hingegangen, um das zu sehen, weil es die israelische und die französische Armee ist, aber sonst würde ich nicht zwei Stunden meiner Zeit dafür verschwenden.“ Schimon Peres wollte daraufhin wissen: „Was ist der Unterschied zwischen diesem und einem Film?“ Ben-Gurion erwiderte: „Ich gehe auch nicht in einen Film.“

Zuvor hatte Ben-Gurion angeregt, eine Militärmannschaft aufzustellen: 30 Leute sollten trainieren, um die Russen schlagen zu können. „Was soll das, sollten unsere jungen Männer nicht die Russen schlagen können?“ Der damalige Kommandeur für Zentralisrael, Meir Amit, gab zu bedenken: „Die Russen wählen ihre Mannschaft aus 170 Millionen.“ Ben-Gurion entgegnete: „Wir haben elf Millionen Juden und haben Einstein hervorgebracht, und sie haben Einstein nicht aus 170 Millionen hervorgebracht.“ Alles hänge vom Kopf ab. Der Verstand beherrsche die Muskeln. Offenbar funktionierte diese Taktik zumindest gegen die französische Armeemannschaft: Israel gewann das Spiel mit 3:1.

Von: eh

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