Eifrig beim Training: Spieler des „CD Palestino“ trainierten mit Jugendlichen und Kindern
Eifrig beim Training: Spieler des „CD Palestino“ trainierten mit Jugendlichen und Kindern

Chilenisch-palästinensischer Fußballklub in Nahost

Zurück zum Ursprung: Palästinenser haben in dieser Woche einen ihrer beliebtesten Fußballklubs zu Gesicht bekommen. Der von arabischen Auswanderern in Chile gegründete „CD Palestino“ kam zu Gastspielen ins Westjordanland.

RAMALLAH (inn) – Der palästinensisch-chilenische Fußballklub „CD Palestino“ hat zum ersten Mal das Westjordanland bereist. Das Ziel sei es, „die Mannschaft wieder mit unserem Ursprung in Palästina zu verbinden“, sagte der Manager Christian Elben Nazal.

Das Team besuchte während des einwöchigen Aufenthalts historische Stätten. Es trat in zwei Spielen gegen die palästinensische Nationalmannschaft und gegen eine eigens zu diesem Anlass zusammengestellte Auswahl aus dem Raum Hebron an. Zudem absolvierte es laut der Onlinezeitung „Times of Israel“ Trainingseinheiten mit Jugendlichen und Kindern.

Der Klub wurde 1920 von Auswanderern aus dem damaligen Mandatsgebiet Palästina gegründet. Er ist in der chilensischen Hauptstadt Santiago beheimatet. Er gewann zweimal die chilenische Meisterschaft. Unter Palästinensern im Nahen Osten ist er beliebt. Der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde Mahmud Abbas nannte ihn einst die „zweite Nationalmannschaft des palästinensischen Volkes“.

In Chile leben geschätzt 500.000 Menschen, die sich als Palästinenser verstehen. Es handelt sich um die größte palästinensische Gemeinschaft außerhalb des Nahen Ostens. Meist handelt es sich um Nachfahren von Christen, die im Osmanischen Reich ihre Religion nicht frei ausüben konnten und deshalb auswanderten; hinzu kamen wirtschaftliche Härten. Ein weiterer Auswanderungsfaktor war die Gründung des Staates Israel und der von arabischen Staaten begonnene Krieg gegen den jüdischen Staat. Insgesamt leben in Chile 800.000 Menschen arabischer Herkunft; das sind fünf Prozent der Bevölkerung.

Von: df