Die Australierin Kate Miller-Heidke performt ihren Song „Zero Gravity“ im ESC-Halbfinale in Tel Aviv

Die Australierin Kate Miller-Heidke performt ihren Song „Zero Gravity“ im ESC-Halbfinale in Tel Aviv

ESC-Halbfinale sehen 200 Millionen Menschen

Das Halbfinale des Eurovision Song Contest in Tel Aviv begeistert 200 Millionen Menschen an den Fernsehschirmen und im Internet. Als Stargast für das Finale am Samstag ist bereits Madonna in der Stadt. Aber es gab auch einen Hackerangriff auf einen israelischen Sender.

TEL AVIV (inn) – Rund 200 Millionen Menschen haben am Dienstag auf der ganzen Welt das erste Halbfinale des Eurovision Song Contest (ESC) in Tel Aviv gesehen. Zehn Länder, darunter Australien mit der bei Buchmachern hoch gehandelten Favoritin, sind ins Finale eingezogen. Der israelische Live-Stream während der zweistündigen Show wurde von einem Hacker-Angriff unterbrochen, der Panik verursachen sollte.

„Glitzer, Pyrotechnik und Trash“ bestimmten laut der Onlinezeitung „Times of Israel“ den Wettbewerb der Künstler aus 17 Ländern. Ins Finale schafften es Griechenland, Weißrussland, Serbien, Zypern, Estland, Tschechien, Australien, Island, San Marino und Slowenien. Das Ergebnis bestimmten die Zuschauer und Jurys aus allen 41 teilnehmenden Nationen. Ihre Sachen packen mussten dagegen die Vertreter aus Finnland, Montenegro, Polen, Ungarn, Belgien, Georgien und Portugal.

Favorit Australien läuft auf Stelzen

Größere Aufmerksamkeit erhielt die Australierin Kate Miller-Heidke, die mit ihrer Ballade „Zero Gravity“ ins Finale einzog. Sie war wie eine Eisprinzessin gekleidet und schwankte mit ihren Tänzern auf Stelzen über die Bühne. Miller-Heidke gilt bei den Buchmachern als eine der Favoriten. Australien hat bisher noch nie den ESC gewonnen, nimmt aber auch erst seit dem Jahr 2015 teil. Die Europäische Rundfunkorganisation (EBU) hatte eine Ausnahme für das nicht-europäische Land gemacht, weil sich der Singwettbewerb dort großer Beliebtheit erfreut und seit den 1970er-Jahren ausgestrahlt wird.

Die antikapitalistische Band Hatari aus Island, von der Proteste gegen Israel erwartet wurden, benahm sich im Halbfinale. Nach ihrer erfolgreichen Qualifikation für das Finale sagten die Mitglieder auf einer Pressekonferenz: „Wir müssen angesichts des Hasses, der in Europa auf dem Vormarsch ist, zusammenkommen und daran erinnern zu lieben“. Im Vorfeld hatten die Isländer noch angekündigt, den ESC dafür zu nutzen, in Israel das „Gesicht der Besatzung“ offen zu legen.

Die israelische ESC-Vorjahressiegerin Netta trat in einer Art Ritterrüstung am Dienstagabend auf

Die israelische ESC-Vorjahressiegerin Netta trat in einer Art Ritterrüstung am Dienstagabend auf

Hackerangriff auf israelischen Sender

Israelische Zuschauer vom Live-Stream des öffentlich-rechtlichen Sender Kan wurden Donnerstagabend kurzzeitig unterbrochen. Hacker hatten die gefälschte Nachricht in die Sendung eingespeist, dass das israelische Militär vor einem Raketenangriff in Tel Aviv warnt. Das zweiminütige Video, das die Menschen aufforderte, Bunker aufzusuchen, endete mit der Nachricht: „Israel ist nicht sicher, das werdet ihr sehen“. Israelische Medien spekulierten, dass der Hacker-Angriff von pro-palästinensischen Gruppen aus arabischen Staaten gekommen sein könnte. Der Sender „Kan“ sagte, die Nachricht sei nicht an viele Menschen gesendet worden.

Nicht den Aufrufen des Boykotts durch die BDS-Bewegung gefolgt ist der amerikanische Popstar Madonna. Sie ist Dienstagnacht in Israel angekommen und wird als Gaststar am Samstag beim Finale in der Expo-Halle von Tel Aviv erwartet. Einen formalen Vertrag für ihren Auftritt über zwei Songs hat Madonna aber bis jetzt noch nicht unterschrieben. „Ich werde nie aufhören, Musik zu machen, um mich an eine politische Agenda anzupassen. Ich werde auch nie schweigen, wenn es um die Verletzung von Menschenrechten, wo auch immer sie mir in dieser Welt begegnen“, sagte sie im Vorfeld ihrer Reise nach Israel.

„Wir sind in einer Situation, die ein wenig eigenartig ist“, kommentiert der ausführende ESC-Produzent Jon Ola Sand den noch nicht unterschriebenen Vertrag. „Wir haben eine Künstlerin, die gerne beim Eurovision Song Contest mitmachen will und die wir liebend gerne auf der Bühne begrüßen würden. Aber wir müssen das Rahmenwerk absichern. Wenn es in dieser Woche keinen unterzeichneten Vertrag gibt, wird sie nicht auf der Bühne sein.“

Tödlicher Unfall beim Aufbau

Deutlich tragischer ist dagegen das Schicksal des 66-jährigen Israeli Fuldi Schwartz. Der wurde am Montag von einer herunterfallenden Lichthalterung bei der Vorbereitung des ersten Halbfinals verletzt. Er hatte einen Truck auf einem Parkplatz an der Halle in Tel Aviv ausgeladen. Die ins Rutschen geratene Lichthalterung stürzte auf ihn. Er trug ernsthafte Kopfverletzungen, Rippenbrüche, eine Lungen- und Wirbelsäulenverletzung davon. Das Krankenhaus, das ihn behandelte, teilte am Mittwoch mit, dass er seinen Verletzungen erlegen ist.

Das zweite ESC-Halbfinale ist am Donnerstagabend. Das Finale mit israelischer und deutscher Beteiligung findet am Samstagabend statt. Für den jüdischen Staat performt Crooner Kobi Marimi seinen Song „Home“, während Deutschland von dem Gesangsduo „S!sters“ vertreten wird. Insgesamt nehmen 26 Länder teil.

Von: mm

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