Das Logo des diesjährigen ESC mit dem Motto „Wage zu träumen“

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Künstler unterzeichnen Erklärung gegen Israel-Boykott

Übernächste Woche startet in Israel der Eurovision Song Contest. Bis zuletzt rufen BDS-Aktivisten zu einem Boykott des internationalen Musikwettbewerbs in Tel Aviv auf. Doch mittlerweile erhalten sie Gegenwind.

TEL AVIV (inn) – Israel hat ein Netzwerk aufgedeckt, das mit gefälschten Twitter-Konten einen Boykott des Eurovision Song Contest (ESC) in Israel anstrebt. Dahinter vermuten Sicherheitskräfte die anti-israelische Boykottbewegung BDS.

Wie die Online-Zeitung „Times of Israel“ berichtet, bestätigte Twitter, dass „ein kleines Netzwerk von Konten“ als Reaktion auf die Beschwerde aus Israel gelöscht wurde. Unterstützer der BDS-Bewegung (Boykott, Desinvestitionen, Sanktionen) fordern Künstler regelmäßig auf, den ESC in Israel zu boykottieren.

Israels Minister für Öffentliche Sicherheit, Gilad Erdan, sagte, BDS-Aktivisten „versuchen jede betrügerische Methode, um Israel anzugreifen“. Ein palästinensisches Mitglied des Lenkungskomitees der BDS-Bewegung, Alia Malak, erklärte dazu, Erdans Ministerium verbreite „verzweifelt Propagandalügen“.

Im vergangenen Jahr hatte Netta Barzilai den ESC gewonnen und damit den Wettbewerb nach Israel geholt. Schon vor Nettas Auftritt hatten BDS-Aktivisten dazu aufgerufen, der Israelin bei der Abstimmung keine Punkte zu geben.

Netta kritisierte die ständigen Boykottbemühungen in dieser Woche: „Ich persönlich denke, dass das für einen Künstler Mobbing ist. Wenn sie eine Demonstration haben, gehen sie dorthin, wo sie sein sollte. Mein Geschäft ist nicht das Repräsentieren, mein Geschäft ist die Musik und mein Geschäft verbreitet Licht und Liebe.“ Der ESC sei ein Fest des Lichtes, sagte Netta weiter. Künstler aus verschiedenen Ländern, mit unterschiedlichen Religionen und ethnischen Herkünften stünden hier gemeinsam auf der Bühne. Wer dieses Licht boykottiere, verbreite Finsternis.

Aktion gegen Israel-Boykott

Unterdessen haben zahlreiche Künstler einen Brief gegen einen Boykott des ESC in Israel unterzeichnet. Sie reagieren damit auf ein Schreiben, in dem mehr als 100 internationale Künstler zum Boykott des Eurovision Song Contest in Israel aufrufen. Als Begründung nennen sie angebliche Menschenrechtsverletzungen gegen die Palästinenser.

Nun hat die Gruppe „Creative Community For Peace“ (CCFP), eine gemeinnützige Organisation der Unterhaltungsindustrie, eine Erklärung zur Unterstützung des bevorstehenden Eurovision Song Contest veröffentlicht. Anliegen der Initiative ist, „die Kunst als Werkzeug zum Frieden zu fördern, die künstlerische Freiheit zu unterstützen und dem kulturellen Boykott Israels entgegenzuwirken“.

In dem Dokument heißt es: „Wir glauben, dass die kulturelle Boykottbewegung ein Affront für Palästinenser und Israelis ist, die daran arbeiten, den Frieden durch Kompromisse, Austausch und gegenseitige Anerkennung voranzubringen. Obwohl wir alle unterschiedliche Meinungen über den israelisch-palästinensischen Konflikt und den besten Weg zum Frieden haben, sind wir uns alle einig, dass ein kultureller Boykott nicht die Antwort ist.“

100 Prominente für ESC in Israel

Unterzeichnet wurde die Erklärung von mehr als 100 Prominenten und hochrangigen Vertretern der Unterhaltungsindustrie. Zu den Unterzeichnern gehören unter anderen der britische Schriftsteller und Schauspieler Stephen Fry, die britische Musikmanagerin und Moderatorin Sharon Osbourne, die serbische Performance-Künstlerin Marina Abramović sowie der US-amerikanische Unternehmer und Popmogul Scooter Braun.

Zu den berühmtesten BDS-Aktivisten gehört der Pink-Floyd-Rocksänger Roger Waters. Er hat im vergangenen September alle 41 ESC-Teilnehmer in einem offenen Brief aufgefordert, den Wettbewerb zu boykottieren. Auch Popsängerin Madonna hat er dazu aufgerufen, ihren Auftritt beim ESC-Finale in Israel abzusagen. Bislang hat Waters jedoch keinen Erfolg.

Für den Musikwettbewerb werden Tausende Touristen in Tel Aviv erwartet. Die beiden Halbfinale finden am 14. und 16. Mai statt. Das Finale steigt am Samstag, dem 18. Mai.

Von: dn

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