Regisseur Lapid am Set mit seiner Darstellerin Chevilotte

Regisseur Lapid am Set mit seiner Darstellerin Chevilotte

Rivlin gratuliert „Synonyme“-Regisseur zum Goldenen Bären

Mit dem Goldenen Bären wurde das israelische Drama „Synonyme“ bei der Berlinale ausgezeichnet. Zu dem Erfolg gratulieren dem Regisseur Staatspräsident Rivlin und Kulturministerin Regev. Der Film erzählt die Geschichte eines Israelis, der in einer Lebenskrise seiner Heimat den Rücken kehrt.

BERLIN / JERUSALEM (inn) – Der israelische Film „Synonyme“ feierte einen Triumph auf der diesjährigen Berlinale: Die Jury des Filmfestivals prämierte das Drama des Regisseurs Nadav Lapid am Samstag mit dem Goldenen Bären. Das Werk ist ein Portrait eines innerlich zerrissenen Israelis, der nach Paris auswandert, um sein Land nach seinem Militärdienst hinter sich zu lassen. Der Protagonist, der junge Joav (Tom Mercier), steckt in einer Lebenskrise fest. Als Ursache dafür hat er seine Heimat Israel ausgemacht.

Für den Filmemacher gab es Glückwünsche von israelischer Politprominenz. Staatspräsident Reuven Rivlin gratulierte dem Regisseur Lapid zu seiner Auszeichnung: „Man muss nicht mit allen Perspektiven in dem Film übereinstimmen, um die Wichtigkeit des mutigen, klugen und schönen israelischen Kinos anzuerkennen, das internationale Wertschätzung erfährt“, erklärte er laut einer Mitteilung. Das israelische Kino war und werde stets „eine großartige Quelle des Stolzes“ bleiben. „Mazal Tov, Nadav!“, richtete er sich direkt an Lapid.

Kulturministerium hat Film nicht gesehen

Auch Kulturministerin Miri Regev meldete sich zum Erfolg ihres Landesmannes zu Wort. Sie selbst kenne die Szenen des Films nicht, betonte sie laut „Kanal 13“: „Gratulation an Nadav Lapid zum Gewinn des Preises. Es ist ein Beweis für die Erfolge des israelischen Kinos. Allerdings hat niemand in meinem Ministerium den Film gesehen, und wir wissen nicht, ob er Fragen aufwirft, die dem Staat Israel, seinen Symbolen und seinen Werten schaden könnten.“

Es ist nicht das erste Mal, dass die Ministerin betont, einen Film nicht gesehen zu haben, der sich kritisch mit Israel auseinander setzt. Sie kritisierte etwa den Film „Foxtrot“. Der Streifen erzählt von der Trauer einer israelischen Familie wegen ihres im Militärdienst verstorbenen Sohnes. Regev merkte 2017 an, dass das Werk die israelische Armee negativ darstelle und damit dem Land schade. Laut Medienberichten hatte die Politikerin den Film weder gesehen noch wollte sie das tun.

Im Oktober hatte die Knesset ein neues Filmgesetz verabschiedet. Das Gesamtbudget der Förderung erhöhte sich dadurch, gleichzeitig stieg damit der Einfluss des Kulturministeriums auf den Produktionsprozess. Regev freute sich über das Ergebnis: „Wir haben jetzt die Möglichkeit, zionistische, jüdische, arabische und Haredim-Filme zu machen.“ Diese Differenzierung habe vorher nicht existiert. Die Filmindustrie werde nicht länger eine „geschlossene Gruppe“ sein.

Als Regisseur Lapid den Preis am Samstag entgegennahm, sagte er laut der Onlinezeitung „Times of Israel“, dass manche in Israel den Film „skandalisieren“ werden. Für ihn sei der Film jedoch „eine große Feier“. Er hoffe auch, dass der Film auch „eine Feier des Kinos“ sei.

Von: mab

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