Ephraim Kishon und seine Ehefrau Lisa Kishon-Witasek im Dokumentarfilm „Lachen, um zu überleben“

Ephraim Kishon und seine Ehefrau Lisa Kishon-Witasek im Dokumentarfilm „Lachen, um zu überleben“

„Lachen, um zu überleben“

Er ist der beliebteste israelische Autor in Deutschland: Ephraim Kishons sehr bewegtes Leben ist jetzt Thema eines Dokumentarfilms, den Arte am Mittwoch ausstrahlt.

BERLIN / JERUSALEM (inn) – Der berühmte israelische Autor Ephraim Kishon hat in seinem Leben weltweit 43 Millionen Bücher verkauft. 33 Millionen dieser Exemplare gingen in deutscher Sprache über den Ladentisch. Dem in Deutschland so geschätzten Satiriker, der 1924 in Budapest als Ferenc Hoffmann geboren wurde, widmet der Kultursender Arte den Dokumentarfilm „Lachen, um zu überleben. Ephraim Kishon“ am Mittwoch um 21.50 Uhr.

Kishon, der nie in Deutschland lebte, verlor einen Großteil seiner Familie im Holocaust. In seinen literarischen Werken wählte der Satiriker das Lachen als eine Möglichkeit, mit diesem Verlust umzugehen. „Selbstironie“ und „Schwarzhumorigkeit“ zeichneten seine Geschichten aus, schreibt Arte. Kishon sagte einmal: „Ich verspüre Genugtuung darüber, dass die Enkel meiner Henker in meinen Lesungen Schlange stehen.“ Seine Themen waren die Bürokratie und die Kleingeistigkeit im Alltag der Mittelklasse.

Meistverkauftes hebräisches Buch nach der Bibel

Bei der israelischen Tageszeitung „Ma'ariv“ begann er 1952, eine tägliche Kolumne zu schreiben, die 30 Jahre bestehen sollte. Seine Weltkarriere startete, als die amerikanische Tageszeitung „New York Times“ sein Buch „Drehn Sie sich um, Frau Lot!“ als Werk des Monats auszeichnete. Das weltweit meistverkaufte Buch von Kishon ist „Familiengeschichten“. Es gibt Quellen, die besagen, es sei das meistverkaufte hebräische Buch – hinter der Bibel.

Regisseur Dominik Wessely („Charlotte Knoblauch – Ein Leben in Deutschland“) erzählt Kishons Biografie vom ungarischen Vertriebenen bis zu dessen Triumphen als Autor und Filmemacher. Interviews mit Freunden und Verwandten veranschaulichen sein Leben. Der Film schildert zum Beispiel, wie Kishon nach Ende des Zweiten Weltkrieges innerhalb eines Jahres mühsam Hebräisch lernen musste, um Israeli werden zu können. Ein Anliegen des Films ist es, Kishon als „klassischen Deutschen“ zu zeichnen, der gar kein Deutscher war. Es gehe auch um das Phänomen des „unterhaltsamen Vorzeigejuden der Nachkriegszeit“ und den dahinter schimmernden „Sarkasmus und die Ironie“, die bei Kishon nie ganz den Schrecken des Holocaust verdecken konnten.

„Lachen, um zu überleben“, Regie: Dominik Wessely, 55 Minuten, Mittwoch, 08.08.2018, um 21.50 Uhr auf Arte

Von: mm

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