Es gibt viel zu besprechen: Der amerikanische Außenminister Blinken (l.) und sein israelischer Amtskollege Lapid

Es gibt viel zu besprechen: Der amerikanische Außenminister Blinken (l.) und sein israelischer Amtskollege Lapid

Neuanfang mit Vorbehalten

Sowohl in Washington wie auch in Jerusalem sind relativ neue Regierungen an der Macht. Deren Personal will alte „Fehler“ beheben und das Verhältnis stärken. Mit dem Atomdeal bleibt jedoch ein alter Streitpunkt bestehen.

ROM (inn) – Der israelische Außenminister Jair Lapid will die Beziehungen zwischen Israel und den USA aufbessern. Das erklärte der Jesch-Atid-Chef am Sonntag bei einem Treffen mit seinem amerikanischen Amtskollegen Antony Blinken in Rom. In den vergangenen Jahren seien „Fehler gemacht worden“, dies habe der überparteilichen Unterstützung für Israel geschadet. „Gemeinsam werden wir diese Fehler beheben.“

Lapid erklärte nicht, welche Fehler er meinte. Das Politikmagazin „Politico“ sieht darin jedoch eine Anspielung auf das enge Verhältnis zwischen den früheren Regierungsführern beider Länder, dem einstigen US-Präsidenten Donald Trump und dem jetzigen Oppositionschef Benjamin Netanjahu (Likud). Beide hätten die politischen Spaltungen in ihren jeweiligen Ländern vergrößert.

Altbekannte Vorbehalte

Eine Quelle für Missstimmung ist jedoch auch unter dem neuen Personal das Atomabkommen mit dem Iran. Dieses wird derzeit nachverhandelt mit dem Ziel eines Wiedereintritts der USA. Lapid machte gegenüber Blinken die „großen israelischen Vorbehalte“ deutlich. „Wir werden Meinungsverschiedenheiten haben ... Wir wollen die gleichen Dinge, aber wir sind uns manchmal nicht einig, wie wir sie erreichen sollen.“

Blinken erklärte seinerseits, zwar seien sowohl in den USA wie auch in Israel neue Regierungen am Zug. Doch die Grundlage der Zusammenarbeit bestehe aus Partnerschaft und Freundschaft. Der Demokrat bekräftigte zudem die amerikanische Unterstützung für Israels Sicherheit und für die Bemühungen um eine Normalisierung der Beziehungen zwischen Israel und anderen Ländern des Nahen Ostens.

Herzliches Treffen mit Außenminister Bahrains

Lapid traf sich in Rom außerdem mit dem Außenminister Bahrains, Abdullatif al-Sajani. Es handelte sich um die erste Zusammenkunft zwischen der neuen israelischen Regierung und einer Regierung der Golfstaaten. Lapid beschrieb den Austausch als „warm und offenherzig“. Inhaltlich ging es nach seinen Angaben um den Ausbau und die Erweiterung der Normalisierung.

Lapid kam in Rom außerdem mit dem italienischen Außenminister Luigi Di Maio (Fünf-Sterne-Bewegung) zusammen. Am Dienstag wird er die Golfregion bereisen. Dort wird er die israelische Botschaft in der emiratischen Hauptstadt Abu Dhabi und das Konsulat in Dubai eröffnen. Dubai ist mit rund 3,3 Millionen Einwohnern die größte Stadt der Vereinigten Arabischen Emirate.

Von: df