Die Schutzmaßnahmen und Impfungen scheinen Wirkung zu zeigen

Die Schutzmaßnahmen und Impfungen scheinen Wirkung zu zeigen

Allmählich sinkende Infektionszahlen

Die Maßnahmen der israelischen Regierung und insbesondere die Impfkampagne scheinen anzuschlagen: Die Ansteckungen mit dem Coronavirus sind leicht rückläufig. In Kürze dürften auch die Palästinenser ihre ersten Impfstoffdosen bekommen – per Spende.

JERUSALEM (inn) – Der leichte Abwärtstrend im Infektionsgeschehen setzt sich fort. Das israelische Gesundheitsministerium meldete am Freitagmorgen 7.099 Neuinfektionen für die vergangenen 24 Stunden. Damit seien 8,9 Prozent der Tests positiv ausgefallen. Am Mittwoch waren es noch 9 Prozent und am Dienstag 9,2. Die Reproduktionsrate ist landesweit unter 1 gefallen. Der Corona-Beauftragte der Regierung, Nachman Asch, zeigte sich optimistisch, dass der Lockdown nach dem 31. Januar nicht verlängert werden müsse.

Die höchste Infektionsrate weisen relativ gesehen weiterhin ultra-orthodoxe Gemeinschaften wie in Bnei Brak und Modi'in Illit auf. Donnerstagnacht haben mehrere Dutzend extremistische Ultra-Orthodoxe in Bnei Brak ein Polizeiauto attackiert. Die Beamten waren gekommen, um die Einhaltung der Lockdown-Regeln zu kontrollieren. Die wütende Menge beschimpfte sie als „Nazis“. Demonstranten zertrümmerten die Scheiben des Wagens und versuchten, ihn aufzubrechen. Ein Polizist wurde leicht verletzt.

Viele israelische Politiker verurteilten die Ausschreitung darunter auch Abgeordnete der ultra-orthodoxen Parteien. Der Vorsitzende der Schass-Partei und Innenminister Arje Deri nannte den Vorfall „ernst und unerhört“. Die Täter müssten mit der vollen Härte des Gesetzes zur Rechenschaft gezogen werden. Es sei wichtig, die Regeln einzuhalten, um Leben zu retten.

Frühwarnsystem für Schulkinder

Derzeit verzeichnet Israel 82.002 aktive Infektionen. Die Zahl der schwerwiegenden Fälle liegt weiterhin hoch, bei 1.158. Seit Ausbruch der Pandemie sind 4.263 Israelis mit COVID-19 gestorben. Inzwischen haben sich aber auch knapp 2,5 Millionen Israelis impfen lassen. Bereits 850.000 von ihnen haben die zweite Dosis erhalten. Die Regierung plant, „Grüne Pässe“ für die Geimpften einzuführen. Sie sollen die Teilnahme an Treffen und kulturellen Veranstaltungen wieder ermöglichen.

Ab kommender Woche können sich Oberstufen-Schüler zwischen 16 und 18 Jahren impfen lassen. Für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren gibt es noch kein zugelassenes Vakzin. Damit Schulen und Kindergärten nach einer Öffnung nicht zur Brutstätte für das Virus werden, experimentiert die Stadt Ramat Gan mit einem Frühwarnsystem namens „Thermoguard“.

Es handelt sich um Fieberthermometer, die Daten über die Körpertemperatur der Kinder in einem Netzwerk sammeln und auswerten. Das System soll dann errechnen, ob die Gefahr eines Virus-Ausbruchs besteht. Tests hätten gezeigt, dass Thermoguard Ausbrüche rund sechs Tage im Voraus zuverlässig vorhersagen könne. Das System soll nun weltweit vermarktet werden.

Russische Spende für Palästinenser

Derweil hat Israel den Weg frei gemacht für 5.000 Dosen des russischen Impfstoffs Sputnik V in die palästinensisch verwalteten Gebiete im Westjordanland und in den Gazastreifen. Es handele sich um eine Spende der russischen Regierung. Noch ist unklar, wann die Lieferung eintreffen wird.

Die Eltern des 2014 von der Hamas getöteten Soldaten Hadar Goldin kritisierten die Genehmigung Israels: „Wer der Terror-Organisation Hamas Impfstoff zur Verfügung stellt und dafür nicht die Herausgabe israelischer Soldaten fordert, hat sein Urteilsvermögen verloren.“ Die Hamas regiert den Gazastreifen. Sie hat die Leiche Hadar Goldins und seines Kameraden Oron Schaul bis heute nicht überführt. Zudem hält sie die israelischen Zivilisten Abera Mengistu und Hischam al-Sajed gefangen.

Von: tk