Zeremonie auf dem Herzlberg-Militärfriedhof (Archivbild)

Zeremonie auf dem Herzlberg-Militärfriedhof (Archivbild)

Weniger Soldaten-Suizide bei insgesamt niedrigen Todeszahlen

Die Todeszahl unter israelischen Soldaten ist die zweitniedrigste der Geschichte. Die häufigste Ursache bleibt Suizid. Präventionsprogramme sollen dem entgegenwirken.

JERUSALEM (inn) – Im vergangenen Jahr sind 28 israelische Soldaten gestorben. Das ist die zweitniedrigste Zahl seit der Staatgründung im Jahr 1948. Nur ein Soldat verlor sein Leben durch einen feindlichen Angriff. Die häufigste Todesursache bleibt Suizid.

Mindestens neun Armeeangehörige haben sich 2020 das Leben genommen. Das sagte der Leiter des Personaldirektion, Moti Almos, laut der Onlinezeitung „Times of Israel“. Bei einer zehnten mutmaßlichen Selbsttötung ist die Untersuchung noch nicht abgeschlossen. Nur 2019 hatte es weniger tote Soldaten gegeben. Damals starben zwölf durch Suizid.

Andere Todesursachen

2020 ist jedoch das Jahr mit den wenigsten toten Zivilisten oder Soldaten durch feindliche Angriffe – nämlich drei. Amit Ben-Jigal ist der einzige Armeeangehörige, der bei einer Militäroperation starb. Er wurde bei einer Razzia in Jabed im Westjordanland getötet. Die beiden anderen Toten, die Zivilisten Rabbi Schai Ohajon und Esther Horgen, wurden Opfer von Terror-Attentaten.

Die zweithäufigste Todesursache unter Soldaten machen Autounfälle aus. Sechs Uniformierte kamen dadurch ums Leben. Weitere fünf Soldaten starben durch Krankheit, jedoch keiner von ihnen wegen COVID-19. Ein Luftwaffenoffizier und sein Kadett starben bei einem Flugzeugabsturz. Die Ursache dafür wird noch untersucht. Zwei weitere Waffenträger kamen durch Arbeitsunfälle zu Tode. Bei drei weiteren ist die Ursache noch unklar. Dazu zählt die erwähnte vermutete Selbsttötung.

Programme gegen Suizid

Bei sieben von den neunen, die sich das Leben nahmen, sei zuvor keine derartige Gefährdung bekannt gewesen, erklärte Almos. Zwei hätten hingegen Warnsignale gezeigt. Acht der neun waren Männer, fünf von ihnen in Kampfeinheiten. Laut Almos seien wahrscheinlich vier Selbsttötungen verhindert worden, indem Soldaten, die von ihrer Einheit verschwunden waren, schnell ausfindig gemacht wurden. Noch vor einigen Jahren wäre dies so nicht geschehen.

Wenn ein Soldat vermisst wird, könne er etwa über sein Handy aufgespürt werden. Im Gegensatz zu früher könne dieses Instrument nahezu augenblicklich eingesetzt werden, wenn Kommandeure es für nötig halten.

Die israelischen Streitkräfte unterhalten verschiedene Präventionsprogramme gegen Suizid. Ihre Suizidrate liegt unter der in der Gesamtbevölkerung. Die Rate ist auch niedriger als in Armeen anderer Staaten.

Von: tk