Der Tempelberg zieht nicht nur muslimische Besucher an

Der Tempelberg zieht nicht nur muslimische Besucher an

Wann der Tempelberg für Juden geschlossen ist

Das islamische Neujahr fällt in diesem Jahr auf den ersten Tag des jüdischen Monats Elul, der als Bußmonat eine besondere Bedeutung hat. Wegen der Terminkollision können Juden an diesem Tag nicht den Tempelberg besuchen.

JERUSALEM (inn) – Der Jerusalemer Tempelberg bleibt am morgigen Donnerstag für jüdische Besucher geschlossen. Denn an diesem Tag begehen Muslime den ersten Tag des Monats Muharram und damit ihr Neujahrsfest. Der Muharram gilt nach dem Fastenmonat Ramadan als zweitheiligster Monat des islamischen Kalenderjahres.

Doch auch für Juden ist es ein besonderer Tag – der 1. Elul. Der Monat Elul ist die Zeit der Bußgebete vor dem Neujahrsfest Rosch HaSchanah, das in diesem Jahr am Abend des 18. September beginnt. Sephardische Juden sprechen die Bußgebete ab dem zweiten Tag des Monats Elul nachts, die Aschkenasen tun dies ab dem Schabbat vor Rosch HaSchanah. Damit bereiten sie sich auf die ersten zehn Tage des jüdischen Jahres vor, die mit dem Großen Versöhnungstag Jom Kippur enden.

Keine Besuche an Freitagen und Samstagen

Einem Bericht der Zeitung „Jerusalem Post“ zufolge können Juden auch am Vorabend und dem ersten Tag von Rosch HaSchanah den Tempelberg nicht besuchen. Dasselbe gilt für den Beginn des Laubhüttenfestes Sukkot am 3. Oktober. Denn diese Feiertage fallen in diesem Jahr auf einen Freitag – den Tag der muslimischen Versammlungen in der Moschee – oder Samstag. Nach dem Beginn der „2. Intifada“ im September 2000 wurde das Areal zunächst für Nichtmuslime geschlossen. Seit 2003 ist es wieder für solche Besucher geöffnet – aber nicht mehr an Samstagen.

Aktivisten haben an den israelischen Premier Benjamin Netanjahu und Sicherheitsminister Amir Ohana appelliert, dass Juden wenigstens an Samstagen Zutritt erhalten. Besuche auf dem Gelände sind indes auch unter Juden umstritten. Denn niemand weiß, wo sich das Allerheiligste des Tempels befand, das nur der Hohepriester betreten durfte.

Doch viele Juden wollen die Stätte gerne besuchen. Das wird von Wachleuten der jordanischen Aufsichtsbehörde Waqf und der israelischen Polizei überwacht. Jüdisches – und allgemein nichtmuslimisches – Gebet ist ausdrücklich verboten. Auch dürfen Besucher keine jüdischen Kultgegenstände wie Gebetbücher oder Gebetsschals auf den Tempelberg mitnehmen.

Von: eh

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