Berichten zufolge ließ die Autonomiebehörde Palästinenser wegen einer Meinungsäußerung inhaftieren

Berichten zufolge ließ die Autonomiebehörde Palästinenser wegen einer Meinungsäußerung inhaftieren

Bericht: Mehrere Palästinenser wegen Unterstützung für Souveränitätsplan verhaftet

Dürfen Palästinenser frei heraus sagen, was sie von den diversen Nahost-Plänen halten? Berichte über inhaftierte Palästinenser legen nahe, das dies nicht der Fall ist. Doch Aussage steht gegen Aussage.

RAMALLAH (inn) – Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) hat Berichten zufolge einige Palästinenser verhaftet, die die israelischen Souveränitätspläne befürworten. Sie waren mit ihren Äußerungen im israelischen Fernsehen zu hören. Die Autonomiebehörde bestreitet eine Festnahme.

Die Palästinenser waren Anfang Juni in einem Beitrag von „Kanal 13“ erschienen. Sie wurden mit versteckter Kamera gefilmt, ihre Gesichter und Stimmen unkenntlich gemacht. Ein Palästinenser sagte, er wolle einen israelischen Pass haben. Ein anderer meinte, nicht die Israelis, sondern deren Regierung sei der Feind. Ein dritter sagte, er würde Israel „wählen“.

Buntes Stimmenbild

„Kanal 13“-Reporter Zvi Jecheskeli teilte der Nachrichtenagentur AFP mit, dass mindestens sechs Palästinener infolge des Berichts verhaftet wurden; das hätten ihm die jeweiligen Familien gesagt. Er zeigte sich überrascht, dass die Autonomiebehörde einige der Personen trotz Verschleierung offenbar ausfindig machen konnte. Für die Verhaftung fühle er sich verantwortlich.

Jecheskeli berichtet seit 25 Jahren aus den Autonomiegebieten. Seiner Beobachtung nach sind die israelischen Pläne vielen Palästinensern gleichgültig. Sie kritisierten vielmehr Korruption und Versagen bei ihren eigenen Regierungsbehörden.

Unklare Lage

Umfragen unter Palästinensern zeigen hingegen eine breite Gegnerschaft zu den Plänen. Etwa 88 Prozent sprachen sich Ende Juni gegen den Plan von US-Präsident Donald Trump aus; es kommt auch zu Protesten. Ein für den heutigen Dienstag geplanter Protestzug in Ramallah wurde wegen der Corona-Krise abgesagt.

Ob es nun tatsächlich zu Verhaftungen gekommen ist, ist indes unklar. Ein Verwandter eines Palästinensers bestätigte gegenüber AFP die Aussage des Journalisten Jecheskeli; er selbst befürworte ebenfalls eine israelische Staatsbürgerschaft. Der palästinensische Sprecher für Innenpolitik Ghassan Nimr sagte hingegen, es gebe keine Verhaftungen in diesem Fall.

Von: df

Sie können sich über Disqus, Facebook, Twitter oder Google anmelden um zu kommentieren. Bitte geben Sie einen Namen ein, unter dem Ihr Kommentar veröffentlicht wird, und eine E-Mail-Adresse. Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Wir behalten uns vor, Kommentare zu löschen, die unsachliche Formulierungen oder externe Links enthalten. Bitte achten Sie auch darauf, dass wir Beiträge mit mehr als 1.600 Zeichen (einschließlich Leerzeichen) nicht veröffentlichen. Mit Abgabe des Kommentars erkennen Sie die Nutzungsbedingungen an.

Datenschutz
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Moderation
Die Moderation der Kommentare liegt allein bei der Christlichen Medieninitiative pro e.V. Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in den Nutzungsbedingungen.

comments powered by Disqus