Alle unter einem Dach: Der israelische Präsident Rivlin lud zahlreiche Politiker in seinen Amtssitz

Alle unter einem Dach: Der israelische Präsident Rivlin lud zahlreiche Politiker in seinen Amtssitz

Rivlin: Zusammenstehen im Kampf gegen Antisemitismus

Die Staatenlenker dieser Welt müssen vereint gegen Rassismus und Antisemitismus vorgehen. Das fordert der israelische Präsident Rivlin vor geladenen Politikern in seiner Residenz.

JERUSALEM (inn) – Zum Auftakt des Welt-Holocaust-Forums in Jerusalem hat der israelische Präsident Reuven Rivlin am Mittwochabend etwa 40 Politiker in seiner Residenz zu einem Diner begrüßt. Spaniens König Felipe VI. und der israelische Historiker Jehuda Bauer hielten Reden. Zu den Gästen gehörten auch der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der italienische Präsident Sergio Mattarella.

Rivlin nannte das Forum ein „historisches Zusammentreffen“. „Heute Abend, während wir der Opfer des Holocaust und des Zweiten Weltkriegs gedenken, erinnern wir auch an den Sieg der Freiheit und der menschlichen Würde.“ Zugleich mahnte er, die geschichtliche Bewertung den Historikern zu überlassen: „Die Aufgabe von Politikern ist es, die Zukunft zu gestalten.“ Die Worte lassen sich als Kritik an der Diskussion um die Komplizenschaft polnischer Einwohner mit den Nazis deuten; die Debatte führte zu Streit zwischen Israel und Polen.

Weiter sagte Rivlin laut Mitteilung des Präsidialamtes, es sei „unsere gemeinsame Verpflichtung, die historischen Fakten und die Lehren aus der Scho'ah an die nächste Generation weiterzugeben“. Er hoffe, dass die führenden Politiker der Welt vereint stehen im Kampf gegen Rassismus, Antisemitismus und Extremismus. „Das ist die Aufgabe unserer Zeit. Das ist unsere Herausforderung. Das ist unsere Entscheidung.“

Barbarismus als ständige Gefahr

Felipe VI. sagte, die Scho'ah zu vergessen würde nicht nur das Gedenken an Millionen von Opfern entehren, sondern sei auch „extrem gefährlich“. Zugleich sei „das Erinnern allein unglücklicherweise nicht genug“. Barbarismus könne heranwachsen, wenn man es am wenigsten erwartet. „Wir sind davor niemals völlig sicher, und in unterschiedlichen Abstufungen sehen wir ihn in Teilen der Welt wieder aufkommen.“

Der Historiker Bauer sagte, Antisemitismus sei nicht nur eine Bedrohung für Juden, sondern auch für Europa. So habe Hitler den Zweiten Weltkrieg losgetreten, weil er glaubte, Juden kontrollierten die Welt und müssten gestoppt werden. Neben den sechs Millionen Juden seien in der Folge 29 Millionen Nicht-Juden umgekommen. Es gebe 29 Millionen Gründe, Antisemitismus zu bekämpfen. „Denken Sie nicht, dass 29 Millionen Gründe genug sind?“

Von: df

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Frank Naumann, Israelnetz-Leser

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