Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (2.v.r.) neben Gattin Elke Bündenbender und Botschafter Jeremy Issacharoff

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (2.v.r.) neben Gattin Elke Bündenbender und Botschafter Jeremy Issacharoff

70 Jahre jüdisch-arabische Verständigung durch Givat Haviva

Es ist die älteste und größte israelische Einrichtung für jüdisch-arabische Verständigungsarbeit: Givat Haviva besteht seit 70 Jahren. Hochrangige Vertreter aus Politik und Gesellschaft haben ihr Jubiläum in der israelischen Botschaft gefeiert.

BERLIN (inn) – Die israelische Botschaft in Berlin hat am Montag eine Feier zum 70-jährigen Bestehen des israelisch-arabischen Verständigungsprojekts Givat Haviva veranstaltet. Geladen waren hochrangige Gäste aus Politik, Medien und Öffentlichkeit. Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigte in einer Rede die Verdienste von Givat Haviva. Der Name bedeutet „Havivas Hügel“. Er bezieht sich auf Haviva Reik, eine Widerstandskämpferin im Zweiten Weltkrieg, die 1944 von den Nazis hingerichtet wurde.

Die Organisation hat 1949 als Kulturstiftung der Kibbutzbewegung ihren Anfang genommen und betreibt seit 1963 die Begegnungsstätte „Jüdisch-Arabisches Zentrum für den Frieden“. Ziel ist die bessere Integration der arabischen Minderheit in den jüdischen Staat. Nach Angaben der Organisation besuchen jährlich 50.000 Menschen den zwischen Tel Aviv und Haifa gelegenen Campus. Zu den Angeboten zählen etwa Kunstprojekte, Forschungszentren zur Scho’ah, der Kibbutzbewegung und der Staatsgründung Israels oder Arabisch-Kurse. Je die Hälfte der Mitarbeiter und des Direktoriums bestehen aus Juden und arabischen Israelis.

Anerkennende Worte vom Bundespräsidenten

Steinmeier lobte Givat Haviva mit den Worten: „Die Organisation leistet einen wichtigen Beitrag zur Verständigung der arabischen und jüdischen Bevölkerung in Israel.“ Davon habe er sich zusammen mit seiner Frau „bei einem beeindruckenden Besuch des Campus“ 2017 selbst überzeugen können. In seiner Rede kam das Staatsoberhaupt auch auf Entwicklungen in Deutschland zu sprechen. „Der Kampf, das Eintreten gegen Antisemitismus ist nicht erledigt“, sagte Steinmeier und betonte: „Juden sollen hier selbstbewusst leben. Denn jüdisches Leben gehört zu einer Selbstverständlichkeit in diesem Land.“

Der israelische Botschafter Jeremy Issacharoff brachte ebenfalls seine Freude über das 70-jährige Bestehen der Einrichtung zum Ausdruck und bezeichnete Koexistenz und Toleranz als wesentliche Bestandteile der israelischen Demokratie: „Als Givat Haviva 1949 gegründet wurde, überschritt die israelische Bevölkerung knapp die Millionengrenze. Heute ist Israel ein multiethnisches Land mit neun Millionen Einwohnern, in dem die Aufrechterhaltung und ständige Wiederherstellung eines offenen Dialogs zwischen Juden und Arabern für die kommenden Generationen wichtiger denn je ist.“

Von: tk

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