Auf Israels Straßen hat es in diesem Jahr bereits 258 Unfalltote gegeben

Auf Israels Straßen hat es in diesem Jahr bereits 258 Unfalltote gegeben

Hinterbliebene gedenken der Unfallopfer

Am Gedenktag für Verkehrstote fordern Hinterbliebene mehr Unterstützung. Eine Studie zeigt indes, dass sich viele E-Bike-Fahrer nicht an die Regeln halten.

JERUSALEM (inn) – Angehörige haben am Montagabend in Jerusalem der Todesopfer von Verkehrsunfällen in Israel gedacht. Seit der israelischen Staatsgründung vor 70 Jahren kamen dabei 33.664 Menschen ums Leben. Der Gedenktag für Verkehrstote wurde vor zehn Jahren eingeführt. Neben der „Familie der Terror-Opfer“ existiere nun auch die „Familie der Hinterbliebenen von Unfallopfern“, schreibt die Tageszeitung „Yediot Aharonot“.

Von Anfang Januar bis Anfang November dieses Jahres gab es 258 Tote. Unter ihnen waren 72 Fußgänger, 15 Radfahrer und 17 Fahrer von elektrischen Fahrrädern. Ein Hinterbliebener forderte bei der Zeremonie höhere Strafen gegen Raser. Zudem kritisierten Angehörige, dass es im gesamten Land nur acht Zentren zu ihrer Unterstützung gebe.

Ansprachen hielten neben trauernden Angehörigen die Generaldirektorin des Verkehrsministeriums, Keren Terner, sowie die Leiterin der nationalen Behörde für Sicherheit auf den Straßen, Rachel Tevet Wiesel. Verkehrsminister Israel Katz konnte hingegen wegen einer Reise in den Golfstaat Oman nicht teilnehmen.

Muslime protestieren nach Unfall gegen Abschiedszeremonie für „Verräter“

Die israelische Zeitung hebt in ihrem Bericht drei Unfälle aus den vergangenen Wochen mit mehreren Todesopfern hervor: Bei einem davon starben drei Mitglieder einer Familie, bei einem anderen Unfall in der Nähe des Toten Meeres acht Angehörige einer Familie. Und am vergangenen Sonntag kamen sechs Araber aus Ostjerusalem auf dem Weg zur Arbeit ums Leben.

Eines der arabischen Opfer war Ala Qirresch. Dessen Angehörige trafen nach dem Unfall auf Widerstand, als sie den Leichnam für die vorgeschriebenen Gebete in die Al-Aqsa-Moschee bringen wollten. Wütende Bewohner Ostjerusalems warfen dem Verstorbenen vor, am Verkauf eines von Arabern bewohnten Hauses an Juden beteiligt gewesen zu sein. Wie die Zeitung „Jerusalem Post“ unter Berufung auf Augenzeugen berichtet, entstand am Eingang zum Tempelberg eine Schlägerei. Junge Männer hätten Qirresch als „Verräter“ beschimpft.

Konkret geht es um einen Hausverkauf im muslimischen Viertel der Jerusalemer Altstadt vor zehn Jahren. Einige der Angehörigen verteidigten Qirresch, andere distanzierten sich von ihm. Die islamischen Behörden in Ostjerusalem hatten unlängst ihren Aufruf wiederholt, der Verkauf von Besitz an Juden müsse verboten werden. Zudem müssten Muslime jeden boykottieren, der daran beteiligt ist. Das gelte auch für Gebete in der Moschee und das Begräbnis auf einem muslimischen Friedhof.

Mehr Strafzettel gegen E-Bike-Fahrer

Indes veröffentlichte das Informations- und Forschungszentrum der Knesset am Dienstag einen Bericht zum Verhalten von E-Bike-Fahrern. Demnach wurden in diesem Jahr bereits 18.500 Strafzettel gegen diese Verkehrsteilnehmer ausgestellt. Von 2014 bis Oktober 2018 waren es 45.239, noch im Jahr 2014 gab es nur elf Strafzettel. In einem Drittel der Fälle prangerte die Polizei unerlaubtes Fahren auf dem Bürgersteig an.

Das häufigste Vergehen der Radfahrer: Benutzung des Bürgersteigs

Das häufigste Vergehen der Radfahrer: Benutzung des Bürgersteigs

Ferner waren 5 Prozent der Fahrer jünger als 16 und durften deshalb kein E-Bike benutzen. Bei diesem Vergehen sieht ein neues Gesetz ab 2019 drastischere Strafen vor: Neben einer Geldbuße müssen Jugendliche dann ein Jahr länger warten, bis sie den Führerschein machen dürfen. Weitere Verstöße waren das Fahren im Stehen oder auf einem Fußgängerüberweg. Ferner hatten viele Radfahrer ein Verkehrszeichen nicht beachtet.

Von: eh

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