Die Synagoge soll nach Reuven Schmerling benannt werden

Die Synagoge soll nach Reuven Schmerling benannt werden

Palästinenser spenden für Synagogenbau in Siedlung

Angehörige eines Terror-Opfers planen zu seinem Gedenken eine Synagoge in einer Siedlung. Dafür sammeln sie Spenden – und treffen selbst im Gazastreifen auf offene Herzen.

ELKANA (inn) – Eine „Botschaft von Licht und Hoffnung“ nennt die israelische Tageszeitung „Yediot Aharonot“ das Engagement einiger Palästinenser: Sie spenden Geld für eine Synagoge in einer Siedlung, die an ein Terror-Opfer erinnern soll. Den palästinensischen Gebern aus dem Gazastreifen war der ermordete Israeli persönlich bekannt – und sie wissen nur Gutes über ihn zu erzählen.

Bei dem Opfer handelt es sich um Reuven „Motti“ Schmerling aus der Siedlung Elkana, südwestlich von Nablus. Er wurde vergangenes Jahr direkt vor dem Laubhüttenfest Sukkot von Palästinensern getötet, als er in der arabisch-israelischen Ortschaft Kafr Kassem nordöstlich von Tel Aviv eine Lagerhalle aufsuchte, die in seinem Besitz war. Am Abend hatte er mit Frau und Kindern seinen 70. Geburtstag feiern wollen – stattdessen gab es eine Beerdigung.

In ihrer Trauer kam den Hinterbliebenen der Gedanke, eine Erinnerung an den Ermordeten zu stiften, die zu seinem Wesen passt. Dabei fiel ihnen auf, dass die Synagoge der jüngeren Gemeinde von Elkana nicht mehr angemessen sei und der Erneuerung bedürfe. Deshalb riefen sie zu Spenden auf, um „eine echte Synagoge zu bauen – ein Gebäude, das es der nächsten Generation ermöglicht, freudig zu beten, ebenso wie Motti zu tun pflegte“. So formuliert es die Familie in ihrer Spendenkampagne.

Weiter heißt es dort: „Wir glauben, dass dies der Weg ist, um das Böse, den Schmerz und die Leere zu besiegen, die sich in uns aufgetan haben. Nicht mit Hass und Verzweiflung. Nicht, indem wir aufgeben, sondern indem wir uns für Leben, Glauben, Kontinuität und Aktion entscheiden.“

Palästinensische Spenden für Familie nicht überraschend

Dazu passt eine Spende von ungewöhnlicher Seite: Ein Geschäftsmann aus dem Gazastreifen stellte mehrere Hundert Schekel zur Verfügung. Als Begründung teilte der Palästinenser, der anonym bleiben möchte, mit: „Reuven hatte ein gutes Herz, ohne Schmutz. Er liebte alle. Ich lernte ihn in den 90er Jahren kennen. In jener Zeit brachte ich Waren aus China her, und wir arbeiteten zusammen. Er war ein guter Mann. Was man ihm angetan hat, ist einfach abscheulich. Wenn es noch mehr Menschen wie Reuven gäbe, wäre schon vor langer Zeit der Friede gekommen.“

Weitere Palästinenser aus dem Gazastreifen, die ihn gekannt und geschätzt hatten, leisteten einen Beitrag zu dem Projekt. Auch Araber aus Kafr Kassem schlossen sich der Aktion an. Der Sohn des Ermordeten, Schai Schmerling, indes sagte der Zeitung: „Vater hatte immer arabische Freunde. Sie liebten und achteten ihn. Es hat uns nicht überrascht. Auch während der Trauerwoche kamen zu uns Palästinenser aus Gaza und Araber aus Kafr Kassem, um uns zu trösten.“

Am Donnerstag soll das zuständige Gericht ein Urteil gegen die beiden Mörder fällen. Jussef Kamil und Mahmud Abu Alrub haben die Tat gestanden.

Von: eh

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