Arabische und jüdischen Frauen marschierten zwei Wochen lang von Nordisrael nach Jerusalem, um für Frieden zu demonstrieren
Arabische und jüdischen Frauen marschierten zwei Wochen lang von Nordisrael nach Jerusalem, um für Frieden zu demonstrieren

„Marsch der Hoffnung“: Tausende Frauen demonstrieren für Frieden

Frauen haben auf einer Massenkundgebung in Jerusalem Israelis und Palästinenser zu Friedensverhandlungen aufgefordert. Ehrengast war die liberianische Friedensnobelpreisträgerin Leymah Roberta Gbowee.

JERUSALEM (inn) – Tausende jüdische und arabische Israelinnen haben am Mittwochabend vor der Jerusalemer Residenz von Premierminister Benjamin Netanjahu für Frieden demonstriert. Mit der Kundgebung endete ihr rund 200 Kilometer langer „Marsch der Hoffnung“, der vor zwei Wochen in Nordisrael begonnen hatte.

Organisiert hatte den Marsch die israelische Bewegung „Woman Wage Peace“ (Frauen wagen Frieden). Die Organisation wurde von jüdischen und arabischen Frauen nach der israelischen Militäroffensive gegen die Terrorinfrastruktur der Hamas im Gazastreifen im Sommer 2014 gegründet.

„Wir fordern, dass unsere Führer mit Respekt und Mut auf eine Lösung des anhaltenden gewaltsamen Konfliktes hinarbeiten, mit der vollen Beteiligung von Frauen in diesem Prozess“, erklärte „Woman Wage Peace“ das Ziel der zweiwöchigen Aktion.

Israelisch-palästinensisch-jordanisches Gebet für Frieden

Die Frauen hatten ihren Marsch nach Jerusalem in der Ortschaft Rosch HaNikra, an der libanesischen Grenze, gestartet. In Kasr al-Jahud an der israelisch-jordanischen Grenze trafen sie auf rund 1.000 Palästinenserinnen sowie Hunderte Jordanierinnen auf der anderen Seite der Grenze. Gemeinsam beteten die Frauen für den Frieden, wie die Tageszeitung „Yediot Aharonot“ berichtete.

Als die Teilnehmerinnen in Jerusalem ankamen, schlossen sich ihnen weitere Demonstrantinnen an. Die Organisatoren sprachen am Ende von einer Kundgebung mit rund 10.000 Teilnehmerinnen. Die Polizei setzte die Zahl mit etwa 2.500 Frauen weitaus niedriger an. Als Ehrengast stieß die liberianische Friedensnobelpreisträgerin Leymah Roberta Gbowee in Israels Hauptstadt zu den Frauen. Sie wurde später von Israels Staatspräsident Reuven Rivlin und dessen Ehefrau Nechama empfangen.

Gbowee war im Jahr 2011 zusammen mit ihrer Landsfrau Ellen Johnson Sirleaf und der Jemenitin Tawakkul Karman mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden. Sie erhielt die Ehrung „für ihren gewaltfreien Kampf für die Sicherheit von Frauen und für das Recht der Frauen, sich in vollem Umfang an friedensschaffender Arbeit zu beteiligen“. Staatspräsident Rivlin nannte Gbowees Handlungen eine „wirkliche Inspiration“. Die Liberianerin erklärte, die zwei Tage, die sie zusammen mit israelischen und palästinensischen Frauen verbracht habe, seien Tage der Hoffnung gewesen. Diese Zeit habe sie davon überzeugt, dass Frieden möglich sei.

„Aufhören, Opfer zu sein“

Unter den Rednerinnen auf der Kundgebung waren zudem Hadassah Froman, die Witwe des 2013 verstorbenen Rabbiners und Friedensaktivisten Menachem Froman, sowie ihre Schwiegertochter Michal Froman. Diese war im Januar in der Siedlung Tekoa bei einem Messerangriff von einem palästinensischen Jugendlichen verletzt worden. Michal Froman erklärte: „Ich glaube daran, dass der Friede, den wir uns wünschen, kommen wird. Dass er kommen wird, nachdem wir gesehen haben, was möglich ist und was definitiv nicht möglich ist. Auch der rechte Flügel wird mit uns für den Frieden zusammenarbeiten.“

Der Tod führe nur in eine Richtung, ergänzte Froman. „Wer das Leben wählt, entscheidet sich dafür, zu verstehen, wie kompliziert das Leben hier ist und warum es von größter Bedeutung ist, das Leben zu verteidigen, aber auch die Not zu sehen und eine helfende Hand auszustrecken.“ Das Leben in der Region werde erst möglich, wenn beide Seiten aufhörten, sich gegenseitig zu beschuldigen und aufhörten, Opfer zu sein. (dn)

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Von: dn

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