Geplanter barrierefreier Zugang sorgt für Kritik

Hebron ist Juden und Muslimen heilig. Doch der Zugang zum Patriarchengrab ist bisher nur über Treppenstufen möglich. Durch einen Aufzug am Eingang der heiligen Stätte soll der Zugang nun barrierefrei werden. Die Pläne sorgen für Kritik der PA.
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Neue Pläne sehen einen barrierefreien Zugang zum Patriarchengrab vor

Foto: Israelnetz/mh

Neue Pläne sehen einen barrierefreien Zugang zum Patriarchengrab vor

HEBRON (inn) – Die Höhle Machpela in Hebron ist nach jüdischer Tradition die Grabstätte der Patriarchen Abraham, Isaak und Jakob sowie ihrer Frauen Sara, Rebekka und Lea. Weil sich auch Muslime auf Abraham als ihren Stammvater berufen, befindet sich in dem mächtigen Gebäudekomplex neben der Synagoge eine Abrahamsmoschee, die vor der Eroberung des Islams als Kirche diente.

Die Eingänge zu den Heiligtümern sind für Juden und Muslime getrennt. Für Rollstuhlfahrer ist der Zugang zum Patriarchengrab bisher schwierig beziehungsweise nur mit Unterstützung von Helfern möglich. Durch einen Aufzug und eine Brücke zum Haupteingang zur heiligen Stätte soll er künftig für Anhänger beider Religionen barrierefrei werden. Das Budget beträgt mehr als eine Million Euro.

Verteidigungsminister Naftali Bennett teilte am Sonntag mit, die Pläne für die Genehmigung des barrierefreien Zugangs zur Grabanlage möglichst zügig voranbringen zu wollen. Notfalls solle das geschehen, auch ohne die Zustimmung der Hebroner Stadtverwaltung einzuholen.

PA kritisiert „Verjudung“

In der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) sorgten die Pläne für Kritik. Sie protestierte gegen den israelischen Plan, ein Sprecher des Außenministeriums sprach von einer „Verjudung“ der Stadt.

Nach den Osloer Verträgen wurde die Stadt in einen von Israel und einen von der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) kontrollierten Teil geteilt: Im von Israel kontrollierten Teil leben etwa 800 Juden sowie 50.000 Palästinenser. Wie die Onlinezeitung „Times of Israel“ am Mittwoch berichtet, sehen die PA und die islamische Religionsbehörde Waqf in den Plänen eine Verletzung der Osloer Verträge. Darin sei festgelegt, dass die PA die Hoheit über die Stätte ausüben solle. Die Pläne müssen noch vom Rat der militärischen Zivilverwaltung in den besetzten Gebieten genehmigt werden.

Von: mh

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