Gantz: Iran plant Drohnen-Angriffe

In Washington präsentiert der israelische Verteidigungsminister Gantz Erkenntnisse über iranische Angriffspläne. Er warnt zudem vor einem iranischen „Poker“ bei den Atomverhandlungen.
Von Israelnetz
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Secretary of Defense Lloyd J. Austin III met with Israeli Defense Minister Benjamin “Benny” Gantz, Dec. 9, 2021, at the Pentagon.
Sind sich einig, dass der Iran nicht in Besitz von Atomwaffen kommen darf: US-Verteidigungsminister Austin (l.) und sein israelischer Amtskollege Gantz

WASHINGTON (inn) – Der israelische Verteidigungsminister Benny Gantz (Blau-Weiß) hat bei einem Besuch in Washington vor einem Angriff des Iran gewarnt. Teheran ziehe im Westen des Landes Truppen zusammen, um damit Länder und Kräfte im Nahen Osten, insbesondere Israel, anzugreifen. Das sagte Gantz am Donnerstag bei einem Treffen mit seinem amerikanischen Amtskollegen Lloyd Austin und Außenminister Antony Blinken.

Gantz überreichte Austin und Blinken israelische Erkenntnisse über geplante Drohnenangriffe. Das berichtet die Onlinezeitung „Times of Israel“. Demnach will der Iran entweder durch seine verlängerten Arme wie die Hisbollah oder von eigenem Territiorium aus Angriffe starten. Bezüglich der Verhandlungen zum Atomprogramm warnte er, der Iran spiele Poker mit schlechten Karten und wolle Zeit gewinnen.

Austin erklärte, die USA nähmen die israelischen Sorgen bezüglich des iranischen Atomprogramms ernst. Es liege im Sicherheitsinteresse der USA, Israels und der Welt, dass der Iran keine Atomwaffe erhält. Diplomatie sei dabei das erste Mittel, aber die USA hätten weitere Mittel zur Verfügung.

Gantz: Kein Konflikt mit iranischem Volk

Gantz betonte bei dem Treffen, dass Israel im Konflikt mit der iranischen Regierung stehe, nicht aber mit dem iranischen Volk. Die Iraner „werden von einem tyrannischen Regime, das ihre Menschenrechte verletzt, in Geiselhaft genommen“, sagte Gantz laut Mitteilung des amerikanischen Verteidigungsministeriums.

Außenminister Blinken bezeichnete sein Treffen mit Gantz als „fruchtbar“. Über seinen Sprecher Ned Price ließ er mitteilen, dass regionale und Sicherheitsthemen angesprochen wurden, „darunter der Iran und das amerikanische Eintreten für die Sicherheit Israels“. Blinken habe auch betont, dass Israelis und Palästinenser gleichermaßen ein Leben in Freiheit, Wohlstand und Demokratie verdienten. (df)

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5 Antworten

  1. Typisch! Israel bereitet seit Monaten alles auf einen Angriff auf den Iran vor und hat die Chuzpe, den US-Amerikanern vorzugaukeln, der Iran plane einen Angriff auf Israel. Der Gipfel der Verlogenheit. Israel, das seit Jahrzehnten über Atomwaffen verfügt, sich aber weigert, dem Atomwaffensperrvertrag beizutreten und seine Nuklearindustrie der internationalen Kontrolle der IAEA zu unterstellen, wagt es, den Iran zu kritisieren, der eine eigene Nuklearindustrie aufgebaut hat und dem die US Regierung noch in den 70er Jahren attestiert hatte, es brauche zur langfristigen Sicherung seiner Energiesysteme mindestens 20 Atomkraftwerke, die natürlich die US-Firma Honeywell bauen sollte. Was für eine Verlogenheit Israels!

    1. Die politischen Eliten des Iran haben gesehen, wie der libanesische Diktator Muammar al-Gaddafi und im Irak Saddam Hussein durch das Eingreifen der USA gestürzt und gewaltsam getötet wurden. Und sie haben selbst erlebt, wie die Nachrichtendienste der USA und Großbritannien den iranischen Premierminister Mohammad Mossadegh 1953 gestürzt haben. Schon seit der Islamischen Revolution 1979 haben die neuen Eliten Irans Angst vor den USA. Und unter ihnen herrscht die Überzeugung, dass nur die Entwicklung oder Beschaffung von Kernwaffen ihnen Schutz bietet, denn militärisch sind sie ansonsten unterlegen. Und hier liegt das Problem: Diese Absicht führt zum Konflikt mit den USA und deren Stoßtruppe im Nahen Osten, Israel. Es ist ein sehr gefährliches Spiel momentan. Der Iran navigiert auf einer sehr dünnen Linie. Sie wollen keinen Krieg mit den USA, aber sie wollen sich absichern vor den USA. ( Martin van Creveld)

      1. Ich glaube, die Iraner wollen im Endeffekt gar keine Atombombe bauen – sonst hätten sie es schon längst tun können, seitdem sie bereits in den 1980er Jahren, noch unter dem letzten Schah Mohammad Reza Pahlavi, damit angefangen hatten. Sondern sie wollen sich in die Position bringen, dass sie schnell eine Atombombe bauen könnten, um so drohen zu können, ohne eine Atombombe zu besitzen. Und es gibt auch einen klaren Grund, warum sie keine Atombombe besitzen wollen. Wenn man eine Atommacht ist, dann verliert man einen Teil seiner Handlungsfreiheit. Zum Beispiel hätte 1980 Ägypten eine Atombombe bauen können. Ägypten hat den Schritt zur Atommacht jedoch nicht gewagt. Warum? Im Nahen Osten, wo man schnell – auch ungewollt – in einen Krieg hineingezogen wird, da ist es zu gefährlich, Atombomben zu besitzen. Es geht stattdessen um die optimale Abschreckung, ohne selbst eine zu hohe Gefahr einzugehen. Und ich glaube, der Iran hat es erreicht, dass sie innerhalb kurzer Zeit – wenn sie eine direkte Gefahr vermuten – eine Atombombe bauen könnten. ( Martin van Creveld)

        1. Der Iran hat seine Lektion des Dritten Golfkrieges im Jahr 2003 gelernt. Ohne Bundesgenossen ist man im Nahen Osten machtlos, darum schafft sich Iran durch die Unterstützung von Terrorgruppen seine Verbündeten und destabilisiert so die anderen Länder. So sind Israel und Saudi-Arabien Geiseln in den Händen Irans geworden. Wenn man sehr genau hinhört, versteht man diese Taktik auch: Soweit ich weiß hat nie ein Ajatollah gesagt, man werde Israel einfach angreifen – sondern es geht immer um eine Vergeltungsdrohung, wenn von der Vernichtung Israels gesprochen wird. Es ist das Ziel des Iran, um das eigene Land eine Pufferzone zu schaffen und den Rückhalt der Amerikaner im Nahen Osten zu mindern. Das ist natürlich wieder ein gefährliches Spiel. Vielleicht werden dadurch Saudi-Arabien und Israel vorsichtiger werden und nicht Hand in Hand mit den USA gehen – oder es ist umgekehrt und die Länder werden in die Arme der Amerikaner getrieben. Meiner Ansicht nach ist der Iran sehr schwach. Und ihre Angst treibt sie – nun sind sie nicht die Einzigen mit Angst. Auch Israel und Saudi-Arabien handeln aus Angst. Die Iraner sind aber nicht verrückt – sondern sie spielen ein sehr kompliziertes außenpolitisches Spiel. ( Martin van Creveld)

  2. Als Historiker sollen Sie wissen, dass der Beitritt zum Atomwaffensperrvertrag freiwillig ist. Der Iran ist beigetreten und hat sich deshalb kontrollieren zu lassen.

    Zu was braucht der Iran die Urananreicherung, Luley und dies in dem Umfang der bekannt ist und den sie selbst einräumen? Vor 50 Jahren stand in Deutschland auch noch alles auf Atomkraft. Und heute?

    Und wie bezeichnen Sie die wöchentlichen Drohungen der iranischen Führung, das “zionistische Gebilde” auszurotten? Was für eine Verlogenheit all das zu verneinen, Luley.

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