JERUSALEM (inn) – Bei den Raketenangriffen des Iran am Mittwoch sind vier Palästinenserinnen nahe Hebron getötet worden. Zudem kam ein Gastarbeiter in Zentralisrael bei einem Einschlag ums Leben. In beiden Fällen trugen die Geschosse nach ersten Erkenntnissen Streumunition.
Offiziellen Angaben zufolge handelt es sich bei drei der getöteten Palästinenserinnen um Mais Masalmeh (17), Amal Masalmeh (36), und Sahira Masalmeh (50). Sie wohnten in der Ortschaft Beit Awwa westlich von Hebron. Zum Zeitpunkt des Angriffes waren sie mit Speisevorbereitungen für das Fastenbrechen befasst. Zu den genauen Verwandtschaftsverhältnissen wurde zunächst nichts bekannt.
Am Donnerstag erlag zudem die 32-jährige Asil Masalmeh ihren Verletzungen infolge des Treffers. Sie war im sechsten Monat schwanger. Bei den Palästinenserinnen handelt es sich um die ersten palästinensischen Todesopfer im aktuellen Krieg im Westjordanland.
A photo of the victims of the Iranian missile that struck a women’s salon in the town of Bayt Awa in the West Bank, including a pregnant woman and a minor:
— Ihab Hassan (@IhabHassane) March 19, 2026
– Sahera Masalma (salon owner)
– Amal Masalma (six months pregnant)
– Mais Masalma (minor) pic.twitter.com/AIM2VpmkNS
Der 30-jährige Gastarbeiter wurde von Trümmern in Adanim getroffen, einem Moschav nordöstlich von Tel Aviv. Zu seiner Herkunft gab es zunächst keine offiziellen Angaben; unbestätigten Berichten zufolge stammte er aus Thailand.
Das Gesundheitsministerium meldete am Donnerstagmorgen, dass in den 24 Stunden zuvor 177 Menschen im Zusammenhang mit dem Kriegsgeschehen in Kliniken eingeliefert wurden. Eine Person wurde wegen Angstzuständen behandelt.
Am Donnerstag setzten sowohl der Iran wie auch die Hisbollah ihren Beschuss auf Israel fort. Die Angriffe in mehreren Wellen lösten regelmäßig Raketenalarm aus. Ein Geschoss der Hisbollah aus dem Südlibanon erreichte sogar die Region um den Gazastreifen.
Trump: Angriff auf Gasfeld nicht abgestimmt
Unterdessen wächst die Sorge vor einer weiteren Eskalation in Nahost. Israel griff am Mittwoch iranische Gasanlagen im Süden des Landes an. Der Iran erwiderte dies mit dem Beschuss von Öl- und Gasanlagen in Katar, Kuwait, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten.
US-Präsident Donald Trump (Republikaner) erklärte am Donnerstagmorgen, der israelische Angriff sei nicht abgestimmt gewesen. Israel habe „aus Wut wegen der Vorfälle in Nahost“ gehandelt. Weiter schrieb Trump in den Sozialen Medien, Israel werde keine derartigen Angriffe mehr durchführen. Sollte der Iran allerdings weiter Katar beschießen, würden die USA die iranischen Anlagen zerstören.
Am Donnerstagmorgen meldete Katar, dass die durch den iranischen Angriff verursachten Brände an der Gasanlage Ras Laffan unter Kontrolle seien. Es handelt sich um einen Umschlagplatz für Flüssiggas (LNG), das von dort per Schiff weitertransportiert wird. Katar liefert in normalen Zeiten 20 Prozent des weltweiten Bedarfs.
Folgen Sie uns auf Facebook und X!
Melden Sie sich für den Newsletter an!
Arabische Liga verurteilt Beschuss
Der Iran führte die Angriffe auf die Region indes fort. So traf eine Drohne eine saudische Raffinerie in Janbu am Roten Meer, verursachte jedoch nur geringen Schaden. Janbu ist derzeit die einzige Exportstation für Rohöl aus den Golfstaaten. Zuvor waren zwei Drohnen in einer kuwaitischen Raffinerie eingeschlagen. Die Vereinigten Arabischen Emirate wehrten bis Mittwochmittag sieben Raketen und 15 Drohnen aus dem Iran ab.
Die Arabische Liga verurteilte die „bösartigen iranischen Angriffe“. Mit Blick auf den Beschuss der Gasanlage in Katar sprach Generalsekretär Ahmed Abul Gheit von einer „gefährlichen Eskalation“. Der Ägypter erklärte, die Arabische Liga unterstütze die betroffenen Golfstaaten in ihren Verteidigungsbemühungen.
Der Iran sucht indes die Nähe anderer Länder in der Region. Zu diesem Zweck telefonierte Außenminister Abbas Aragschi jeweils mit seinen Amtskollegen in Ägypten, Pakistan und der Türkei. Es gelte, den „destabilisierenden und ausgreifenden Handlungen“ Israels und der USA etwas entgegenzusetzen.
» Ehepaar durch iranische Rakete getötet
» Iran kauft russische Raketen
» Nahostdebatte in Deutschland: Zu viel Vermutung, zu wenig Wissen
Armee: Geheimdienstleiter der Hamas getötet
Die israelische Luftwaffe geht indes auch weiter gegen die Terror-Organisation Hamas im Gazastreifen vor. Am Donnerstag gab sie bekannt, dass sie bei einem Angriff am Mittwoch den Geheimdienstchef der Chan-Junis-Brigade getötet hat. Mohammeb Abu Schala sei an den Planungen für das Terrormassaker vom 7. Oktober beteiligt gewesen. Zuletzt sei er in den Bemühungen zum Wiederaufbau der Hamas involviert gewesen.
Die Armee teilte zudem mit, dass Bodentruppen im Libanon am Mittwoch mehr als 20 Hisbollah-Terroristen getötet hätten. Die Truppen fanden auch Waffenlager inklusive Panzerabwehrwaffen. Die Armee bereite die Entsendung weiterer Truppen vor, um die Pufferzone auszuweiten. (df)
26 Kommentare
Die Arabische Liga verurteilte die „bösartigen iranischen Angriffe“. Wir auch aufs Schärfste.
„Israel habe „aus Wut wegen der Vorfälle in Nahost“ gehandelt“ : Was für ein Quatsch! Im Gegensatz zu Trump hat Israel eine Strategie. Und eine Logik.
„Das US-Nachrichtenportal Axios schreibt, Israels Premier Benjamin Netanjahu und Trump hätten sich über das Vorgehen abgestimmt. Sowohl Axios als auch Wall Street Journal berufen sich auf US- und israelische Beamte.“
Trump, der beste Lügner Freund von Israel. Gleiches gesellt sich gerne.
@Blub
„Gleiches gesellt sich gerne.“
————
Darf ich Sie nochmals bitten, die Frage zu beantworten: Ist Deutsch Ihre Muttersprache?
@Blub
Dass Iran über sein angeblich nicht vorhandenes Atomprogramm jahrelang gelogen hat, interessiert Sie nicht?
Dass Sie durch Auslassen von Fakten Halbwahrheiten äußern, also auch lügen, interessiert Sie nicht?
Israel hat noch nie aus Wut gehandelt, und in diesem Krieg verfolgen die Israelis eine glasklare Strategie, die sie Schritt für Schritt umsetzen. Es wird etwas dauern, bis das Wirkung zeigt, ist aber auf jeden Fall nachhaltiger als das wortgewaltige Getöse des GröPaz der glaubt, von Strategie und Taktik auf der militärischen Ebene Ahnung zu haben, und seinem ,,Kriegsminister“, der allenfalls die Qualität eines mittelprächtigen Sergeanten aufweist, aber soooo eine Fresse hat.
Das einzige was die schaffen, sind halbe Sachen, und Streitkräfte, die keine klaren Taktiken mehr umsetzen können, weil ihr Oberbefehlshaber im Dreieck titscht.
SHALOM
@ Antonia. Die israelische Regierung hat eine Strategie? Ich denke mal, die hat dann schon immer mal wieder die Strategie geändert. Es wird viel ausprobiert und immer wieder werden auch neue Ziele definiert. Je nach Kriegslage. Das macht auch die Israelis, die im Land leben ganz kirre.
@Eleonora
„Das macht auch die Israelis, die im Land leben ganz kirre.“ – Eine bedeutsame Feststellung. Wo in Israel leben Sie denn?
——————-
„Es wird viel ausprobiert [von der Regierung Israels] und immer wieder werden auch neue Ziele definiert. Je nach Kriegslage.“ – Eine wichtige Aussage! Wenn Sie bitte so freundlich wären, das näher zu erläutern und vielleicht sogar durch einige Beispiele zu ergänzen? Kann sein, dass ich mich täusche, aber Ihr Kommentar vermittelt den Anschein, als verfügten Sie über gute Beziehungen zu israelischen Regierungsstellen.
@ Alida. Ich lebe nicht in Israel. Ich habe nur von Israelis gehört, dass sie das sehr nervös macht und stresst. Junge Leute mit Kindern. Sorry, ich habe es wohl zu allgemein ausgedrückt.
Es wird sich zeigen, auf welcher Seite die Türkei spielt und ob sie ein berechtigtes NATO-Mitglied ist. Auf jeden Fall hat sie bislang der Lieferung von Iranischen Drohnen an Moskau nichts entgegen gesetzt. Dann hoffen wir mal, dass die Spanier nicht entscheiden müssen, denn diese verspielen gerade ihr berchetigtes Dasein.
Aber wenn die Türken nun selber mit Raketen, wie schon geschehen,attackiert werden und vielleicht Drohnen dazukommen, dürfte sich ihre Haltung zu diesem Konflikt ganz schnell ändern.
Nein, die Türkei hat schon mehrmals deutlich gemacht, das diese sich in diesen, Zitat: „völkerrechtswidrigen und illegalen Angriffskrieg“ nicht hineinziehen lassen wird. Ausserdem überprüfen Sie gerade bei den Raketenangriffen ob es sich um eine False Flag Aktion handeln könnte. Andere Staaten würden mehr davon profitieren wenn die Türkei sich in den Krieg einmischen würde als der Iran selbst.
Wieder ein wahres und weitsichtiges Wort von Ihnen.
Beva, versteh ich sie grad richtig? Sie sprechen Spanien die Existezberechtigung ab, wenn bzw. weil es im Krieg gegen Iran die USA und Israel nicht unterstützt?
Spanien wird von Antisemiten regiert und ist damit ein Schurkenstaat der schlimmsten Sorte.
@Albert
So, ab jetzt heißt es für mich: Don’t feed the troll.
Mit dem Troll machst du es dir einfach, Agnes. Widerlege doch die Aussage von Albert. Müsste doch ganz einfach für dich sein, oder?
@Agnes
Die Spanische Regierung (oder Teile davon) bezichtigt zum Beispiel Israel des Genozids. Albert meint nicht das Volk als ganzes
Ich mag den Iran nicht, ich hatte iranische muslimische Nachbarn, wir haben uns gut verstanden, die mochten die Mullahs auch nicht. Jedoch beteilige ich mich nicht an der Freude über den Tod von Menschen und außerdem ist jeder Krieg auch eine riesengroße Umweltsauerei. Nebenbei stimme ich Schimon Stein zu, der sagt Israel werde nicht alle seine Probleme militärisch lösen. Deshalb bleibe ich im Gebet und ziehe mich zurück. SHALOM!
Hebräer 12:14
Jaget nach dem Frieden gegen jedermann und der Heiligung, ohne welche wird niemand den HERRN sehen.
Es ist sehr bitter zu erfahren, zu welchen Möglichkeiten der Iran derzeit fähig ist. Es bleibt zu hinterfragen, wie RUS die Mullahs militärisch unterstützt.
Allen zivilen Opfern mein Mitgefühl.
Wenn ich die Gesichter dieser Menschen sehe, dann geht es mir wie bei den Gesichtern der israelitischen Geiseln. Sie werden so lebendig und präsent.
Politik, Politik und Militär und Krieg. Da bin ich überfordert und kann eigentlich nicht mitreden.
OT: Mir fiel heute schon wieder die Kinnlade herunter, als ich erfuhr, dass Israel das Ölfeld angegriffen hat.
Stellt das nun eine Bedrohung für Israel dar? Welche Strategie verfolgt denn nun die israelitische Regierung??????????????????????????????? Kann mir das vielleicht einer von den Israelfreunden beantworten?
@Eleonora
Liebe Eleonora, auch ich bin überfordert, und unendlich traurig. Dieser Krieg macht die Welt kaputt, vielmehr als dass er irgendjemandem hilft, so ist inzwischen mein Eindruck. Es gibt keinen AUS-Knopf und niemandem, der ihn bedient.
Ich habe keine bis wenig Ahnung, aber die heilige Stadt Jerusalem wird angegriffen, vielleicht deswegen der Angriff auf die Gasfelder Irans? Es geht vielleicht darum, dass Allerheiligste zu treffen? Man verzeihe mir, wenn ich falsch liege.
Ich ziehe mich zurück ins Gebet. Liebe Grüße zu dir und ein schönes Wochenende, Ella🙏🇮🇱🫂
@ Ella,
wir sind wohl alle mittlerweile überfordert.
Liebe Grüße auch an Dich.
Eleonora
Liebe Eleonora,
es war ein Gasfeld.
Israel, so bitter das klingt, muss den Krieg am Laufen halten, denn Trump geht das alles nicht schnell genug, sodass die Gefahr besteht, dass er sich mit der Schwächung des Iran zufrieden gibt und aussteigt.
Also greift es iranische Ressourcen an, wissend, dass Iran ebenso mit Angriffen auf Ressourcen in US-freundlichen Staaten antworten wird. Und dann werden diese Staaten bzw. die USA reagieren usw. und so fort.
Dieser Krieg hat bereits eine Eigendynamik entwickelt, die schwer zu stoppen sein wird.
Und falls hier irgendjemand meint, Deutschland würde diesen Krieg nicht mit bezahlen, der irrt.
Wir werden bezahlen. Nicht mit Schiffen, nicht mit Soldaten.
Wir werden, wenn es hart auf hart kommt, mit 1,4 Tonnen Gold (das sind knapp 40% der deutschen Goldreserven) bezahlen. Denn diese lagern in den USA und was Trump von Verbündeten und Verträgen hält, hat sicher auch der letzte hier begriffen.
LG Agnes
Nachtrag: Ich weiß nicht, ich hoffe ich habe Gasfeld geschrieben. Und mich nicht vertan.
Liebe Grüße an alle und ein Shalom an alle Juden, die hier lesen und schreiben.
Eleonora
@Eleonora
Liebe Grüße auch von meiner Ehefrau, die beste Katholikin von allen.