Früherer Likud-Minister Sa’ar will wieder Politik machen

Der ehemalige Innenminister Sa'ar meldet sich nach zweieinhalb Jahren in der israelischen Politik zurück. Auf Kritik an seinem Parteirivalen Netanjahu verzichtet er bei der Ankündigung.
Will seine Partei stärken: Gideon Sa'ar (Archivbild)

Foto: Gideon Sa'ar, Facebook

Will seine Partei stärken: Gideon Sa’ar (Archivbild)

AKKO (inn) – Zweieinhalb Jahre nach seinem Rücktritt wendet sich der frühere israelische Innenminister Gideon Sa’ar wieder der Politik zu. Er wolle den Likud stärken, sagte er am Montag bei einer Parteisitzung in der nordisraelischen Hafenstadt Akko. Die Frage, ob er gegen Premierminister Benjamin Netanjahu um den Parteivorsitz kandidieren wolle, beantwortete er indes nicht.

„Ich kehre um des Likud willen ins öffentliche und politische Leben zurück, um des Volkes Israel willen und um des Staates willen“, sagte Sa’ar einem Bericht der Onlinezeitung „Times of Israel“ zufolge. „Mein Ziel ist es, den Likud angesichts seiner Herausforderungen zu stärken und zu gewährleisten, dass der Likud die Partei der Zukunft ist.“ Der 50-Jährige hatte seinen überraschenden Rückzug aus der Politik im September 2014 damit begründet, dass er mehr Zeit für seine Familie haben wolle. Viele sahen jedoch Streitigkeiten mit Netanjahu als eigentliche Ursache.

In Akko warnte er seine Zuhörer vor neuem Druck auf Israel, ein Friedensabkommen auf Grundlage der Grenzen von vor 1967 zu akzeptieren. Eine solche Einigung gefährde die Zukunft und die Sicherheit Israels. „Angesichts dieser Gefahr müssen wir unseren Standpunkt und das Land stärken, und den Likud als zentrale nationale politische Bewegung in Israel“, zitiert ihn die Tageszeitung „Yediot Aharonot“.

Für Netanjahu fand Sa’ar am Montag nur lobende Worte. Der Regierungschef habe in der Amtszeit des ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama Israel bei der Stange gehalten: „Wir haben acht nicht einfache Jahre mit einer Regierung durchgemacht, deren Sichtweise nicht mit der unsrigen übereinstimmte. Ich möchte Premierminister Netanjahu loben, der unter dem Druck in jener Periode in einer aggressiven Weise aufgestanden ist und unsere Interessen während jener Jahre geschützt hat.“

Netanjahus Verbündete begrüßen Rückkehr

Der Koalitionsvorsitzende David Bitan warnte Sa’ar am Dienstag davor, Netanjahu entthronen zu wollen. Ein solches Unterfangen würde in der Partei nicht gerne gesehen, sagte er dem israelischen Rundfunk. „Im Likud gehen wir nicht gegen den Chef. Die Wähler mögen das nicht. Die Parteimitglieder mögen das nicht. Die Mitglieder des Zentralkomitees mögen das nicht.“ Hingegen begrüße er die Rückkehr seines Parteigenossen in die Politik.

Bitan gilt wie der israelische Minister ohne Geschäftsbereich Zachi Hanegbi als wichtiger Verbündeter Netanjahus im Likud. Letzterer reagierte im Gespräch mit dem Radiosender „Galei Zahal“ erfreut auf Sa’ars Ankündigung: „Das ist eine großartige Nachricht, die jeden erfreuen sollte, der daran interessiert ist, den Likud gestärkt und vereint um die Führung des Premierministers zu sehen.“ Alle würden Partner für den Erfolg des Premierministers und den Erfolg des Likud sein.

Von: eh

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