Entführer von Oron Schaul: Anklage gegen Leichenschänder

Israel erhebt Anklage gegen einen Mann aus dem Gazastreifen. Dieser soll den Leichnam eines israelischen Soldaten über elf Jahre im Kühlschrank aufbewahrt haben.
Von Israelnetz

JERUSALEM (inn) – Die israelische Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen einen mutmaßlichen Hamas-Terroristen, der über Jahre hinweg den Leichnam des israelischen Soldaten Oron Schaul im Gazastreifen aufbewahrt haben soll. Das teilten der Inlandsgeheimdienst Schabak, die israelische Polizei und die Armee am Dienstag mit.

Bei dem Beschuldigten handelt es sich um Ibrahim Hilu, einen früheren Kommandeur der Hamas, der später als Ladenbesitzer in Gaza-Stadt tätig gewesen sein soll. Nach Informationen der Zeitung „Yediot Aharonot“ soll Hilu am Donnerstag vor dem Bezirksgericht Be’er Scheva unter anderem wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, unerlaubten Waffenbesitzes im Rahmen einer Terror-Organisation sowie Unterstützung eines Feindes in Kriegszeiten angeklagt werden.

Für elf Jahre im Kühlschrank aufbewahrt

Schaul war im Jahr 2014 im Alter von 20 Jahren während der Militäroperation „Starker Fels“ im Stadtviertel Schudscha’ija in Gaza-Stadt getötet worden, als der gepanzerte Mannschaftstransporter, in dem er mitfuhr, von Hamas-Kämpfern mit Panzerabwehrraketen beschossen wurde. Sein Leichnam wurde anschließend von Hamas-Terroristen vom Schauplatz abtransportiert. Die sterblichen Überreste soll der Beschuldigte in einem Kühlschrank in einem seiner drei Läden unter seiner Wohnung im Viertel Scheich Radwan in Gaza-Stadt versteckt haben.

Nach der Festnahme und Vernehmung Hilus im Januar setzten der Schabak und der Militärgeheimdienst dem Bericht zufolge einen palästinensischen Informanten ein, der in seine Wohnung eindrang und den Leichnam aus dem verschlossenen Kühlschrank holte. Der Informant soll den Leichnam in einen Teppich gewickelt und rund 1,5 Kilometer weit zu bereitstehenden israelischen Soldaten getragen haben.

Zwei Soldaten-Leichname im Gazastreifen

Kurz vor dem Inkrafttreten eines Waffenstillstandes wurde der Leichnam am 19. Januar 2025 aus Gaza-Stadt nach Israel zurückgeführt.

Schaul war einer von zwei israelischen Soldaten, deren Leichname seit Sommer 2014 im Gazastreifen festgehalten wurden. Die sterblichen Überreste des zweiten Soldaten, Hadar Goldin, der im Alter von 23 Jahren während einer humanitären Waffenruhe getötet wurde, kehrten im November vergangenen Jahres nach Israel zurück. Dies geschah im Rahmen einer von den USA vermittelten Waffenstillruhe- und Geiselvereinbarung mit der Hamas. In deren Zuge wurden alle noch im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln – lebend und tot – an Israel übergeben und die Kämpfe im Gazastreifen weitgehend beendet. (mh)

Bitte beachten Sie unsere Kommentar-Richtlinien

Schreiben Sie einen Kommentar

10 Kommentare

  1. Abartiger Hamas Terrorist.
    Israel, bestrafe ihn!
    Wie gut, dass die Überreste in jüdischer Erde die ewige Ruhe fanden. Shalom zur Familie und Orons Kameraden.🇮🇱

    27
    1. Für was? Mal ehrlich das mag jetzt makaber klingen aber solange er NICHT der Mörder war ist es doch besser den Leichnam nach Israel zu bringen und DORT angemessen zu bestatten als das er „verschwunden“ gewesen wäre und irgendwo verscharrrt.

      1
  2. Es ist gut, wenn auch die Toten wieder zu ihren Angehörigen zurückkehren können, damit dies einen Ort zum Trauern haben. Es ist brutal und ekelhaft als Privatmensch die sterblichen Überreste eines Menschen im Kühlschrank aufzubewahren.

    21
  3. Guter Himmel, was bekommt man noch zu horen ? Ein Leichnam jahrelang im Kühlschrank (wohl eher eine Gefriertruhe) aufbewahrt. Unter dem Laden. Ein ganz friedlicher Ladenbesitzer. Einer von vielen unschuldigen Ziivlisten in Gaza (dieser Kommentar enthält Spuren von Sarkasmus).

    21
  4. Leider fallen mir zu so einem Menschen nur Worte ein, welche in die Sparte Sarkasmus einzuordnen sind. Selbst dazu habe ich in diesem Fall keine Lust. NEIN, ich lasse es- …

    3
  5. Dazu fällt mir nichts mehr ein. Und dann noch unter seiner Wohnung. Das der Typ noch schlafen konnte?!

    15
  6. Für so etwas Abartiges lieferte Israel Strom nach Gaza. 3 Läden UNTER seiner Wohnung – in einem verzweigten Tunnelsystem von ca. 500 km in einem
    40 km großen Gazastreifen. Ist schon 1-2 Jahre her, da hat der Shin Bet auch den Kopf eines Soldaten in einem Kühlschrank gefunden, den der Entführer für 10.000 Dollar verkaufen wollte. Hamas hat es mit israelischen Köpfen, Shani Louk wurde auch auf diese Weise ermordet. Das sind solche Sadisten!!! Sehr gute Arbeit von Shin Bet und IDF!

    11
  7. Hamas nährt sich nur von Hass, Verzweiflung, Terror, Zerstörung und Tod. Sie hat sich gegen das Leben und die Freude entschieden. So gewinnt man keinen Krieg.

    Wenn sie dereinst besiegt sind, werden leider noch mehr Grausamkeiten aufgedeckt werden. Was ist z.B. mit den vielen Verschleppten (Nichtjuden), die irgendwo festgehalten und missbraucht werden?

    6

Israelnetz-App installieren
und nichts mehr verpassen

So geht's:

1.  Auf „Teilen“ tippen
2. „Zum Home-Bildschirm“ wählen