EM-Gold für israelischen Turner

Während der Turn-EM gewinnt der israelische Kunstturner Dolgopyat in seiner Disziplin am Boden Gold. Mit dem zehnten Platz in der Teamwertung qualifiziert sich Israel für die Turn-Weltmeisterschaften in Rotterdam.
Von Marina Wall
Dolgopyat und Herzog

ZAGREB (inn) – Der Israeli Artem Dolgopyat hat bei den diesjährigen Turn-Europameisterschaften Gold im Bodenturnen gewonnen. Der Olympiasieger von 2021 (Tokyo 2020) errang am Freitag seinen dritten EM-Titel. Er setzte sich gegen den Russen Arsenij Duchno (Platz 2) und den Briten Harry Hepworth (Platz 3) durch.

Die Turn-Europameisterschaften wurden vom 19. bis 23. August in der kroatischen Hauptstadt Zagreb ausgetragen. Dort trat Dolgopyat nicht nur in seiner Paradedisziplin am Boden an, sondern unterstützte das israelische Team auch im Mehrkampf, berichtete „Yediot Aharanot“ am Samstag. Mit Dolgopyats Hilfe erreichte das Team den zehnten Platz und qualifizierte sich für die Weltmeisterschaften.

Die doppelte Belastung forderte jedoch ihren Tribut. Gegenüber der israelischen Zeitung sagte der 29-Jährige: „Ich bin mittlerweile in einem Alter, in dem mir die Übungen schwerer fallen, vor allem nach dem Mehrkampf.“ Er trete gegen jüngere Konkurrenten an, die Dinge könnten, zu denen er selbst nicht mehr in der Lage sei. Dennoch kämpft Dolgopyat weiterhin oben mit. „Andernfalls würde ich nicht mehr antreten.“

Erfolge bei internationalen Wettbewerben

Dolgopyat gehört zu den erfolgreichsten Athleten des jüdischen Staates: Bei internationalen Wettbewerben holte er insgesamt dreizehn Medaillen, darunter fünf Mal Gold. Mit seinem Sieg bei den Olympischen Sommerspielen 2021 in Tokio stand erstmals ein israelischer Kunstturner auf dem Treppchen. Drei Jahre später errang er olympisches Silber in Paris.

Seinen einzigen Weltmeistertitel am Boden holte Dolgopyat ausgerechnet am 7. Oktober 2023, den Tag des Terrormassakers. Angesichts der Nachrichten, die aus Israel kamen, sei es ihm sehr schwergefallen, sich zu fokussieren. Nach der entscheidenden Übung sei der Druck von ihm abgefallen und er habe nur noch geweint, sagte er nach Angaben von „Yediot Aharanot“.

Er fuhr fort: „Ich schaute nicht einmal auf die Punktetafel, es war mir egal. Ich wollte nur auf dem Boden liegen und weinen.“ Nach seinem Sieg hätten ihn tausende Nachrichten aus Israel erreicht, erzählte Dolgopyat weiter. Viele Israelis bedankten sich bei ihm dafür, mit seiner Leistung etwas Licht verbreitet zu haben.

Seinen WM-Titel konnte er indes 2025 nicht verteidigen: Indonesien verweigerte israelischen Athleten die Einreise. Nun hat er in den Niederlanden noch einmal die Chance dazu: Derzeit bereitet sich Dolgopyat auf die Weltmeisterschaften in Rotterdam vor, die im Oktober stattfinden sollen. Außerdem will er bei den Olympischen Sommerspielen 2028 in Los Angeles antreten. (mw)

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Ein Kommentar

  1. Gold im Bodenturnen, super! Gratulation! Ein Sportler, auf den Israel stolz sein kann und ein Champion, auch wenn er sich mit 29 Jahren schon „alt fühlt“.
    Hochachtung für sein Durchhaltevermögen, als er vom Massaker erfuhr. Ich weiß nicht, ob ich die Kraft und den Ehrgeiz gehabt hätte bis zum Ende weiterzumachen. 🥇🤗

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